Aktuell

"DIE ENERGIE GESPÜRT" - ALLE STIMMEN ZUM SPIEL

Wir waren nach dem 1:0-Sieg der Fohlen gegen RB Leipzig auf Stimmenfang.

 

 

Jonas Hofmann: Es war beiden Mannschaften anzumerken, dass die Englischen Wochen ein bisschen an ihnen zehren. Am Anfang hatten wir vielleicht den einen oder anderen Ballverlust – das kann aber passieren, wenn man mit zwei eher spielerischen Sechsern spielt. Wir haben insgesamt sehr gut verteidigt, unser generelles Abwehrverhalten war 1a. Dass man gegen Leipzig nicht alles verteidigen kann, ist logisch. Meiner Meinung nach haben wir aber wenig, fast gar keine 100-prozentige Chance zugelassen. Ich hatte heute nicht das Gefühl, dass wir hinten heraus noch den Ausgleich kassieren, weil wir defensiv alles reingehauen haben. Wir haben viele Kopfballduelle gewonnen und man hat die Energie in der Mannschaft gespürt, dass wir uns das 1:0 nicht nehmen lassen und den ersten Sieg gegen Leipzig ziehen. Das Ganze auch noch im Sondertrikot – ein sehr schöner Beigeschmack. Für Hannes freut es mich sehr. Den Treffer hat er sich heute verdient, er hat ein sehr gutes Spiel gemacht. Er hat am Anfang ein bisschen gebraucht, war aber ballsicher und hat sich reingehauen. Nach dem Tor hat man gemerkt, dass er eine bisschen breitere Brust bekommen hat. Schön, dass er das Tor gemacht hat und ein Stück weit näher an seine alte Form kommt.

Yann Sommer: Es war eine sehr intensive Begegnung. Der Unterschied in einem engen Spiel war heute das eine Tor. Man hat vor allem in der ersten Hälfte beiden Mannschaften angemerkt, dass sie unter der Woche noch in der Champions League gespielt haben. Sowohl wir als auch die Leipziger haben sehr konzentriert verteidigt, im Spiel nach vorne hat beiden aber die letzte Konsequenz gefehlt. Doch wir haben einen großen Kampf abgeliefert und sind am Ende dafür mit drei wichtigen Punkten belohnt haben. Wir haben schwere Wochen vor uns, dieser Sieg gibt uns viel Selbstvertrauen dafür.

 

 

Trainer Marco Rose: Es ist ein schöner und ein wichtiger Sieg für uns. Es war für beide Mannschaften ein schwieriges Spiel. Natürlich hat man gerade am Anfang gesehen, dass beide Teams schon ein paar Spiele in den Beinen haben. Trotzdem haben sich beide Mannschaften in die Partie gearbeitet, es war ein sehr ausgeglichenes Spiel. Wir hatten die ein, zwei klareren Chancen, auch wenn Leipzig insgesamt mehr Torabschlüsse hatte. Deswegen ist es für mich am Ende ein verdienter Sieg, über den wir uns sehr freuen, weil wir zu Null gewonnen haben und die Führung zu Ende gespielt und gearbeitet haben. Hannes hat heute von Anfang an die Chance bekommen gegen den Verein, von dem er gekommen ist. Ich weiß, dass er mit solchen Situationen sehr gut umgehen kann und es ihn eher motiviert. Er hat dann auf dem Platz die richtige Antwort gegeben mit einer sehr guten Leistung. Er hat heute gezeigt, dass er ein wertvoller Spieler für uns sein kann. Ich freue mich sehr für ihn.

 

 

Trainer Julian Nagelsmann (RB Leipzig): Es war keine unglückliche, aber auch keine verdiente Niederlage. Lange Zeit hat es sich wie ein Unentschieden-Spiel angefühlt. Es war klar, dass die Mannschaft, die das 1:0 schießt, die besseren Karten haben würde. Statistisch gesehen waren wir die bessere Mannschaft, wir hatten 15:5-Torschüsse, haben insgesamt aber zu viele Longline-Aktionen in den toten Raum gespielt, dadurch hatten wir zu viele Ballverluste. Die Gladbacher hatte ebenso viele Ballverluste und sind nur selten in unser letztes Drittel gekommen. Sie hatten zwei Chancen und haben eine davon genutzt. Wir haben in der letzten halben Stunde viel Druck gemacht, konnten unsere Gelegenheiten aber nicht zu einem Tor nutzen.

FOHLEN GELINGT ERSTER SIEG GEGEN LEIPZIG 

 

Am sechsten Bundesliga-Spieltag hat Borussia den ungeschlagenen Spitzenreiter RB Leipzig mit 1:0 (0:0) besiegt. Den Treffer zum ersten Sieg in der Geschichte gegen die Leipziger erzielte Hannes Wolf.

Beide Mannschaften lieferten sich ein intensives, von Pressing- und Gegenpressing-Momenten geprägtes Spiel und präsentierten sich dabei taktisch sehr diszipliniert. Tormöglichkeiten waren im ersten Durchgang rar, die Gäste aus Leipzig verströmten jedoch zunächst mehr Gefahr vor dem gegnerischen Tor. Nach dem Seitenwechsel jedoch wurde die FohlenElf torgefährlicher und ging in Person von Hannes Wolf in der 59. Minute in Führung - gleichzeitig der Siegtreffer für die Fohlen.

AUFSTELLUNG

Im Vergleich zum 2:2 gegen Real Madrid nahm Cheftrainer Marco Rose drei Wechsel in seiner Startelf vor: Christoph Kramer, Lars Stindl und Marcus Thuram nahmen zunächst auf der Bank Platz, dafür rotierten Patrick Herrmann, Hannes Wolf und Breel Embolo rein. Vor Torhüter Yann Sommer spielte die FohlenElf mit einer Viererkette, die sich aus Stefan Lainer (rechts), Matthias Ginter und Nico Elvedi (Zentrum) sowie Ramy Bensebaini (links) zusammensetzte. Auf der Doppel-Sechs im defensiven Mittelfeld liefen Jonas Hofmann und Florian Neuhaus auf. In der offensiven Dreierreihe davor liefen Herrmann (rechts), Embolo (Zentrum) und Wolf (links) auf. Die Sturmspitze bekleidete Alassane Plea.

PERSONAL

Mit Ausnahme von Denis Zakaria (Aufbautraining) und Andreas Poulsen (Schulter-OP) standen Cheftrainer Marco Rose alle Spieler zur Verfügung. Valentino Lazaro stand nach seiner Verletzung erstmals in einem Bundesliga-Spiel im Kader des VfL.

HÖHEPUNKTE 1. HÄLFTE

9.: Sørloth dringt von rechts in den VfL-Strafraum ein und legt in den Rückraum auf Poulsen ab. Dieser nimmt die Kugel aus acht Metern direkt, Sommer lenkt den Ball über den Kasten.

34.: Bensebaini flankt von der linken Seite, Herrmann versucht es mit einem Kopfball. Der Ball ist jedoch leichte Beute für Péter Gulásci.

44.: Borussia fängt einen Abschlag von Gulásci ab. Herrmann köpft anschließend in den Lauf von Plea, der freistehend vor dem Leipzig-Tor einschiebt. Der Treffer zählt jedoch nicht, da der Franzose beim Abspiel von Flaco im Abseits stand.

HÖHEPUNKTE 2. HÄLFTE

48.: Hofmann klaut Upamecano den Ball im Spielaufbau und läuft gemeinsam mit Plea in einer 2:1-Situation gegen Orban aufs Leipziger Tor zu. Kurz vor dem Kasten legt Hofmann dann auf Plea ab, der einen Flachschutz absetzt – zu unplatziert, Gulásci hat die Kugel.

59.: Bensebaini spielt den Ball links auf Plea. Dieser passt die Kugel flach und scharf in den Strafraum, wo Herrmann mit dem Rücken zum Tor gedankenschnell direkt und in kurzer Distanz auf Wolf ablegt, der nicht lange fackelt und das Spielgerät rechts einnetzt – 1:0.

66.: Borussia spielt die Kugel unbeabsichtigt Sabitzer in die Beine, der aus 15 Metern direkt den Torabschluss sucht, den Ball jedoch knapp neben den Pfosten setzt.

67.: Plea treibt den Ball und legt rechts auf Lainer ab, der ein paar Meter macht und die Kugel wieder zurück ins Zentrum legt auf Plea. Der Franzose nimmt die Kugel direkt – Latte.

STATISTIK

Borussia: Sommer – Lainer, Ginter, Elvedi (46. Wendt), Bensebaini – Hofmann, Neuhaus (73. Kramer) – Herrmann (80. Lazaro), Embolo (73. Thuram), Wolf – Plea (80. Stindl)

Leipzig: Gulásci – Henrichs, Orban, Upamecano, Angelino – Kampl (66. Haidara) – Sabitzer, Olmo (66. Forsberg) – Samardzic (69. Nkunku) – Poulsen (66. Hwang), Sørloth

Tore: 1:0 Wolf (59.)

Gelbe Karten: Wendt, Neuhaus / Kampl, Hwang, Sabitzer, Nkunku

Schiedsrichter: Daniel Siebert (Berlin)

Zuschauer: 0

"IMMER AN SIEG GEGLAUBT" - STIMMEN ZUM SPIEL IN MAINZ 

Wir waren nach dem 3:2 (1:2)-Sieg der FohlenElf beim FSV Mainz 05 auf Stimmenfang.

 

 

Matthias Ginter: Gerade nach einem Auswärtsspiel in der Champions League wieder auswärts zu spielen, ist sehr schwierig. Da braucht der eine oder andere vielleicht ein bisschen, um in die Partie zu kommen. Das ist ganz normal. Wir wussten auch, dass Mainz uns alles abverlangen würde und dass es nicht einfach wird. Nach der Pause haben wir umgestellt, in der zweiten Halbzeit hat uns dann vor allem der Glaube geholfen. Denn wir haben immer an den Sieg geglaubt. Wir haben in der Saison aber schon viele Gegentore, auch viele einfache Gegentore bekommen. Da müssen wir uns deutlich verbessern, denn wir können nicht in jedem Spiel zwei, drei Tore erzielen.

 

 

Patrick Herrmann: Es war ein intensives Spiel mit vielen Torchancen. Wir sind einfach nur froh, dass wir gewonnen haben. Bei mir war einmal die Latte im Weg, das andere Mal hält der Torwart super. Ich hätte mich natürlich gefreut, wenn ich heute ein Tor erzielt hätte. Am Ende steht aber, dass wir drei Punkte haben. Das ist das, was zählt. Wir wussten, dass wir heute Chancen bekommen. Die eine oder andere Möglichkeit haben wir super herausgespielt. Am Ende haben wir ein Tor mehr gemacht als Mainz und sind glücklich. Nichtsdestotrotz mussten wir uns im Spiel aufrappeln. Wir haben nie aufgegeben und weiter Gas gegeben. Deswegen ist es ein verdienter Sieg. Wir wissen, dass wir enorme Qualität haben – egal, wer spielt. Wer auf der Bank sitzt, ist mindestens genauso gut. Es ist natürlich schön, dass wir im Spiel so nachlegen konnten. Jetzt gilt es gut zu regenerieren, nach vorne zu blicken und Dienstag gegen Real ein gutes Spiel abzuliefern.

 

 

Oscar Wendt: Es war ein hartes, schwieriges Spiel, in dem wir spät für den Sieg gesorgt haben. Knappe Siege fühlen sich manchmal noch besser an als klare. So ein Sieg am eigenen Geburtstag ist super. Für uns sind es drei sehr wichtige Punkte. Wir werden den Sieg im Bus genießen und etwas feiern, aber dann werden wir uns direkt auf das Spiel am Dienstag gegen Real Madrid fokussieren. Ich denke, dass jeder die Saison bisher genießt. Wir spielen alle drei, vier Tage, das ist das, was wir wollen. Wir freuen uns auf jedes Spiel.

 

 

Trainer Marco Rose: Ich muss meiner Mannschaft heute ein Kompliment machen. Das war qualitativ sehr gut, vor allem, wie wir es hintenraus zu Ende gespielt haben. Unter schwierigen Bedingungen hat das Team eine gute Mentalität bewiesen. Heute gibt es viel Lob von mir. Mir hat heute mehr gefallen als mir nicht gefallen hat – schließlich haben wir gewonnen. Es gab aber auch eine Phase im Spiel, in der wir die aufopferungsvollen, kämpfenden Mainzer, die gut Fußball spielen können und Tempo in ihren Reihen haben, in Führung haben gehen gelassen. Nach dem intensiven Spiel am Mittwoch haben wir am Ende aber sogar nochmal einen draufgepackt. Das spricht absolut für die Jungs und ist wichtig für uns in dieser Phase. Brel Embolo hat meiner Meinung nach heute sehr aufopferungsvoll gearbeitet, hat viel fürs Team gemacht, sowohl nach vorne als auch nach hinten. Bis zu seiner Auswechslung hat er sehr gut gespielt.

 

 

Trainer Jan-Moritz Lichte (FSV Mainz 05): Wir sind wütend, dass das Spiel so ausgegangen ist, dass wir uns nicht belohnt haben und dass wir unsere Chancen zum 3:1 nicht genutzt haben. Wir sind wütend über den Elfmeter, von dem mein Gefühl ist, dass man in der Szene durchaus anders hätte entscheiden können. Nach dem Elfmeter ist dann bei uns Kopfkino entstanden, das Spiel wieder zu verlieren. Bei der Standardsituation waren wir anschließend nicht wachsam genug. Die Ecke war gut getreten, der Ball danach gut geköpft. In der Szene waren wir einen Schritt zu spät. Deshalb ist es jetzt eine Situation, mit der wir absolut nicht zufrieden sind.

BORUSSIA LANDET HART UMKÄMPFTEN 3:2-SIEG IN MAINZ

Am fünften Spieltag dieser Bundesliga-Saison hat Borussia nach einem spannenden Spielverlauf 3:2 (1:2) beim FSV Mainz 05 gewonnen. Lars Stindl, Jonas Hofmann per Elfmeter und Matthias Ginter trafen für die Fohlen.

In der Opel Arena in Mainz lieferten sich die „05er“ und Borussia von Beginn an eine intensive Partie. Nach einer Viertelstunde gingen die Fohlen mit ihrer ersten richtig guten Offensivaktion durch Kapitän Lars Stindl in Führung. Davon unbeeindruckt schlugen die Gastgeber nur acht Minuten später durch Jean-Philippe Mateta zurück. Auf der anderen Seite kamen die Fohlen zu guten Gelegenheiten, die erneute Führung herzustellen – unter anderem traf Patrick Herrmann die Latte – ließ diese jedoch allesamt ungenutzt verstreichen. So markierte statt Borussia schließlich Mainz den nächsten Treffer - wiederum durch Mateta. Nach dem Wechsel rissen die Fohlen das Kommando wieder an sich, die besseren Tormöglichkeiten hatten aber zunächst die Gastgeber, die sich nun aufs Kontern konzentrierten. Dank einer enormen Willensleistung und Treffern von von Jonas Hofmann vom Elfmeterpunkt und Matthias Ginter drehten die Fohlen die Partie aber letztlich wieder zu ihren Gunsten.

AUFSTELLUNG

Im Vergleich zum Auftaktspiel in der UEFA Champions League bei Inter Mailand nahm Cheftrainer Marco Rose fünf Änderungen in der Startelf vor: Tony Jantschke, Oscar Wendt, Rocco Reitz, Patrick Herrmann und Lars Stindl rückten für Ramy Bensebaini, Florian Neuhaus, Jonas Hofmann, Marcus Thuram und Alassane Plea in die Anfangsformation. Die Dreierkette vor Torhüter Yann Sommer bildeten Jantschke, Nico Elvedi und Matthias Ginter. Auf den Außenpositionen kamen Stefan Lainer (rechts) und Wendt (links) zum Zug. Die Mittelfeldzentrale besetzten Christoph Kramer und Rocco Reitz. Davor agierte Kapitän Stindl. Im Angriff begannen Herrmann und Breel Embolo. Der 18-jährige Reitz, der bereits im Alter von sieben Jahren zu Borussia gekommen war und im FohlenStall somit alle Nachwuchsmannschaften durchlief, feierte damit in Mainz sein Bundesliga-Debüt für die Fohlen.

PERSONAL

In Mainz mussten die Fohlen auf folgende Akteur verzichten: Valentino Lazaro, Denis Zakaria, László Bénes (alle im Aufbautraining), Jordan Beyer (Trainingsrückstand nach positivem Corona-Test) und Andreas Poulsen (Schulter-OP).

HÖHEPUNKTE 1. HÄLFTE

15.:  Kramer spielt den Ball hervorragend aus dem Zentrum nach rechts auf Lainer. Der nimmt die Kugel gekonnt an und bringt sie mit links in den Strafraum. Embolo kommt zum Kopfball und legt den Ball damit vor für Stindl, der aus kurzer Distanz trifft – 0:1.

19.: Auf der anderen Seite kommt Mainz zur Chance auf den Ausgleich. Quaison spielt den Ball im Zentrum auf Mateta, der das Spiel schnell macht und direkt weiterleitet auf Boetius. Dessen Abschluss aus kurzer Distanz entschärft Sommer.

23.: Latza spielt in die Spitze zu Quaison, der sich geschickt um Jantschte dreht und den Ball dann an den rechten Pfosten setzt. Mateta rauscht heran und staubt ins linke Toreck ab – 1:1.

31.: Reitz spielt die Kugel stark in die Spitze auf Herrmann, der nimmt den anspruchsvollen Ball super an und jag ihn anschließend an die Latte.

36.: Nach einer Hereingabe von Öztunali nimmt Mateta den Ball mit der Brust an. Dann macht der Franzose zwei schnelle Schritte nach rechts und schließt aus der Drehung flach ins rechte Toreck ab – 2:1.

45.: Herrmann kommt rechts an die Kugel, steht vor Zentner und probiert es alleine. Der FSV-Keeper kann die Ball schließlich blocken.

 

HÖHEPUNKTE 2. HÄLFTE

51': Doppelchance für die Fohlen! Herrmann umkurvt gleich mehere Gegenspieler und zieht ab, Zentner klärt nach vorne. Die Kugel landet bei Wendt, der von links auf Embolo abgibt. Den Schuss des Schweizers vereitelt Zentner ebenfalls.

58‘: Kunde spielt Öztunali im Strafraum an, wo sich der Mainzer durchsetzen kann und dann halblinks zum Abschluss kommt. Sommer pariert ganz stark.

75‘: Thuram zieht halblinks im Strafraum an Kilian vorbei und schließt dann mit links ab. Niakhaté blockt den Schuss aus kurzer Distanz mit dem linken Unterarm. Den fälligen Strafstoß verwandelt Hofmann sicher – 2:2.

84': Hofmann bringt eine Ecke platziert ins Zentrum, Ginter kommt zum Kopfball und verlängert die Kugel platziert ins lange Eck – 2:3.

87‘: Erst scheitert Plea nach Zuspiel von Wolf aus sehr spitzem Winkel an Zentner, dann ist der Keeper auch beim folgenden Distanzschuss von Lainer auf dem Posten.

90'+2: Wolf spielt die Kugel auf Plea, der dann für Thuram vorlegt. Schließlich liegt die Kugel im Tor der Mainzer. Beim Pass von Wolf hatte Plea aber im Abseits gestanden.

STATISTIK

Mainz: Zentner, St. Juste, Kilian, Niakhaté, Brosinski, Kunde (65. Barreiro), Latza (80. Ji), Öztunali (65. Fernandes), Boetius, Quaison (68. Burkardt), Mateta

Borussia: Sommer, Lainer, Jantschke (54. Thuram), Elvedi, Ginter, Wendt, Reitz (60. Neuhaus), Kramer (60. Hofmann), Stindl (54. Plea), Herrmann, Embolo (72. Wolf)

Tore: 0:1 Stindl (15.), 1:1 Mateta (23.), 2:1 Mateta (36.), 2:2 Hofmann (76., Handelfmeter), 2:3 Ginter (83.)

Gelbe Karten: Kunde, Kilian, Niakhaté, Latza, Zentner  // Embolo, Neuhaus, Thuram

Schiedsrichter: Frank Willenborg (Osnabrück)

CL-GEGNER: INTER UND REAL KASSIEREN ERSTE NIEDERLAGEN 

Neues von den CL-Gegnern: Sowohl Inter Mailand (1:2 gegen AC Mailand) als auch Real Madrid (0:1 gegen den FC Cadiz) haben am Wochenende zum ersten Mal in dieser Saison in ihrer jeweiligen Liga verloren. Schachtar Donezk (5:1 gegen FK Lwiw) ist weiter ungeschlagen.

Inter Mailand hat am vierten Spieltag der Serie A eine 1:2-Niederlage im Stadtderby gegen den AC Mailand hinnehmen müssen. Zlatan Ibrahimovic (13./16.) brachte die „Gäste“ vor 1.000 Zuschauern, die im Stadion San Siro zugelassen waren, per Doppelschlag in Front. Inter-Torjäger Romelu Lukaku erzielte in der 29. Minute nach einer Hereingabe von Ivan Perisic den Anschlusstreffer. In der Folge ließ der Belgier mehrere gute Ausgleichschancen aus, so dass Inter seine erste Saison-Niederlage kassierte. In der Tabelle rangiert es mit sieben Zählern auf Platz sechs. „Bei den beiden Gegentoren waren wir nachlässig. In jedem Spiel erarbeiten wir uns viele Chancen, da müssen wir effizienter sein. Aber ich kann den Jungs nichts vorwerfen, die Einstellung war gut, sie haben gekämpft und alles versucht, um wenigstens noch auszugleichen“, sagte Trainer Antonio Conte.

Auch Real Madrid musste am sechsten Spieltag der Primera Division seine erste Niederlage der Saison verkraften – völlig überraschend unterlagen die „Königlichen“ Aufsteiger FC Cadiz mit 0:1. Die Gäste begannen sehr forsch und wurden dafür in der 16. Minute mit dem Führungstreffer durch Anthony Lozano belohnt. Mit Ausnahme einer Kopfballchance von Raphael Varane blieb Real vor der Pause blass. Auch nach dem Wechsel wurde es nicht viel besser. Ohne ihren Kapitän Sergio Ramos, der verletzt zur Pause raus musste, fehlte es den Madrilenen an Zielstrebigkeit. Karim Benzema scheiterte in der Endphase an der Latte und vergab damit die einzige klare Ausgleichschance für Real, das die Tabellenführung abgab und nun mit zehn Punkten aus fünf Spielen Dritter ist.

In der ukrainischen Premier Liga hat Schachtar Donezk am sechsten Spieltag einen klaren 5:1-Sieg gegen Schlusslicht FK Lwiw gefeiert und ist damit weiter ungeschlagen. Die Gastgeber legten einen Blitzstart hin. Nach Toren von Viktor Kovalenko (4., 18.), Marcos Antonio (9. / Foto: imago images / Kliuiev) und Dentinho (16.) war die Partie bereits nach 18 Minuten entschieden. Danach schaltete Donezk zwei Gänge zurück und ließ den Ehrentreffer der Gäste zu, ehe Manor Solomon in der 50. Minute den 5:1-Endstand besorgte. Donezk hat bislang zwölf Punkte gesammelt und liegt damit in der Tabelle zwei Zähler hinter Spitzenreiter Dynamo Kiew auf Rang drei.

HOFMANN: „DIE ZWEI HEIMSPIELE HÄTTEN WIR GERNE GEWONNEN“

Jonas Hofmann spricht im Interview über das 1:1 im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg und die kommende Aufgabe in der UEFA Champions League.

Jonas, bist du zufrieden mit dem Punkt gegen den VfL Wolfsburg?

Jonas Hofmann: Leider bin ich überhaupt nicht zufrieden. In der ersten Halbzeit haben wir es sehr gut gemacht, danach haben wir es nicht mehr ganz so gut hinbekommen und einige Ballverluste in der eigenen Hälfte zugelassen. Nichtsdestotrotz hätten wir die späte Führung über die Zeit retten müssen, auch wenn es dann vielleicht in den letzten zehn Minuten nicht mehr schön aussieht. Das ist zwar nicht unsere Spielweise, aber im Endeffekt geht es um Punkte. Dementsprechend sind wir alle sehr enttäuscht.

Wieso gab es aus deiner Sicht diese zwei unterschiedlichen Halbzeiten?

Hofmann: Eine richtige Erklärung habe ich dafür nicht, da kommt vieles zusammen. In der zweiten Halbzeit haben sich ein paar Fehler bei uns eingeschlichen. Dann fängt der Kopf an zu rattern und man lässt sich deswegen immer mehr hinten reindrücken. Dadurch mehren sich die Ballverluste und irgendwann ist es eine Frage der Zeit, bis man sich ein Gegentor fängt.

Fünf Punkte nach vier Spielen – wie fällt deine erste Bilanz aus?

Hofmann: Die Bilanz ist nicht so positiv, wie wir uns das alle vorgestellt haben. Die zwei Heimspiele hätten wir gerne gewonnen, dann würde mein Urteil besser ausfallen. Im Endeffekt stehen wir jetzt mit zwei Punkten nach zwei Heimspielen da - das stellt uns auf gar keinen Fall zufrieden, da müssen wir deutlich einen drauflegen.

Am Mittwoch geht es gegen Inter Mailand. Die Nerazzurri haben das Derby gegen den AC Mailand verloren – was erwartet euch in Italien?

Jonas Hofmann: Dass Inter Mailand das Derby verloren hat, ist relativ egal. Wichtig ist, dass sie Mittwoch nochmal verlieren. Sie haben allerdings eine super Mannschaft. Es wird eine riesige Herausforderung - wie alle Spiele in der Champions League - bei der wir alles herausholen müssen. Ich glaube aber, dass wir für den Wettbewerb sehr gut aufgestellt sind, gerade wenn wir nach und nach unsere verletzten Spieler zurückbekommen.

EIN REMIS ZUM START IN INTENSIVE WOCHEN

Die Geschichte des Spiels

Aufgrund der erhöhten Corona-Inzidenzen in der Stadt Mönchengladbach waren beim zweiten Heimspiel der Fohlen in der laufenden Bundesliga-Saison – statt der ursprünglich geplanten 10.000 – lediglich 300 Fans zugelassen. Vor diesen 300 Anhängern ließen es die Fohlen ruhig angehen, sorgten zunächst für defensive Stabilität. Die Gäste hatten zu Beginn mehr Ballbesitz, wurden in der Offensive aber nicht zwingend. Mit zunehmender Spieldauer erspielten sich die Fohlen eine ganze Reihe an Chancen. Nach einer Flanke von Jonas Hofmann setzte Florian Neuhaus den Ball an den Pfosten (21.) und ein Abschluss von Hofmann aus spitzem Winkel rauschte knapp am Pfosten vorbei (35.).

Nach der Pause waren die Wölfe deutlich zwingender in der Offensive, konnten daraus aber kein Kapital schlagen. So waren es die Fohlen, die inmitten dieser Drangphase der Gäste in Führung gingen. Ein Rückspiel von Maxence Lacroix auf seinen Keeper Koen Casteels geriet zu kurz. Marcus Thuram ging dazwischen, legte die Kugel am Keeper vorbei und wurde dann im Strafraum vom Wolfsburger Schlussmann gefoult. Den fälligen Strafstoß verwandelte Hofmann ins linke Eck (78.). Die Führung hielt aber nur knapp acht Minuten an. Ridle Baku fand im Sechzehner den freien Wout Weghorst, der schließlich aus acht Metern zum 1:1 ins linke Eck traf (85.).

„Ich denke, dass es ein leistungsgerechtes Unentschieden ist. Dennoch sind wir mit dem Punkt nicht zufrieden, wir hätten das Spiel natürlich gern gewonnen. Insbesondere, wenn man spät im Spiel 1:0 führt, ist es wichtig, bis zum Ende zu fighten und zu verteidigen, um dann auch mit dem Sieg vom Platz zu gehen. Auch wenn man grundsätzlich einen spielerischen Ansatz verfolgt, muss man den Ball in der einen oder anderen Situation auch mal humorlos klären. Fakt ist, dass wir es zu selten schaffen, solche Führungen über die Zeit zu bringen – daran müssen wir arbeiten“, betonte Borussias Cheftrainer Marco Rose. „Die Mannschaft hat aber unheimlich viel investiert. Insgesamt war die Leistung in Ordnung.“

Das Medienecho

Süddeutsche Zeitung: „In einem intensiven und nur teilweise schön anzuschauenden Fußballspiel trennten sich beide Mannschaften leistungsgerecht mit einem Unentschieden. Gladbach war in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft, Wolfsburg gehörte die zweite Hälfte. Die Borussia verpasste die frühe Führung (…).“

Frankfurter Allgemeine Zeitung: „Borussia Mönchengladbach hat die erfolgreiche Generalprobe für die Champions League verpasst. Vier Tage vor dem Königsklassenauftakt bei Inter Mailand am Mittwoch kamen die Gladbacher trotz Führung gegen den VfL Wolfsburg nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus.“

Rheinische Post: „Borussia hat den zweiten Bundesligasieg in Folge verpasst. Gegen den VfL Wolfsburg, das bislang alle Partien Unentschieden spielte, gab es am Samstagabend nur ein 1:1. Die Führung der Gladbacher hatte nur acht Minuten Bestand, nach vier Saisonspielen hat das Team von Marco Rose damit nun fünf Punkte auf dem Konto.“

Der Spieler des Spiels

Jonas Hofmann: Mit knapp 37 Prozent aller abgegebenen Stimmen entschied Jonas Hofmann die Wahl zum „Spieler des Spiels“ in der FohlenApp – präsentiert von Cichon Personalmanagement – für sich. Hinter dem Neu-Nationalspieler landete Torhüter Yann Sommer mit 31 Prozent aller abgegebenen Stimmen. Hofmann erwies sich im Duell mit den Wölfen als Dreh- und Angelpunkt des Offensivspiels der Fohlen. Beim Elfmeter übernahm der 28-Jährige Verantwortung, behielt die Nerven und verwandelte sicher zur 1:0-Führung. Damit war Hofmann, der sich im Interview allerdings enttäuscht über das Remis zeigte, saisonübergreifend in seinen zurückliegenden acht Pflichtspielen für Borussia an zehn Treffern direkt beteiligt. Fünf Treffer steuerte Hofmann selbst bei, fünf weitere bereitete der Mittelfeldspieler direkt vor.

Das Personal

Angesichts möglicher Verletzungen gab es für die Borussen im Spiel gegen Wolfsburg gleich mehrere Schreckmomente. So hatte es zum Beispiel kurz nach der Pause im Zweikampf mit Josip Brekalo Stefan Lainer erwischt. Der Österreicher musste später ausgewechselt werden. Auch Marcus Thuram verließ später angeschlagen den Platz. Cheftrainer Marco Rose gab am heutigen Sonntagvormittag aber Entwarnung: „Bis auf die üblichen Blessuren sind keine Verletzungen hinzugekommen.“ Beim Spielersatztraining mit auf dem Trainingsplatz war am heutigen Sonntagvormittag auch Alassane Plea. Der Franzose hatte gegen Wolfsburg gefehlt, weil er in der Nacht auf Samstag Papa geworden war. Weiterhin fehlen hingegen die sich im Aufbautraining befindlichen Denis Zakaria, Valentino Lazaro und László Bénes sowie Jordan Beyer, der positiv auf das Corona-Virus getestet worden war, und Andreas Poulsen (Schulter-OP).

Der Ausblick

„Jetzt müssen wir schnell und gut regenerieren, denn schon am Mittwoch geht es für uns in der Champions League weiter – darauf freuen wir uns“, sagte Trainer Marco Rose nach dem Wolfsburg-Spiel. Am ersten Gruppenspieltag der UEFA Champions League treten die Fohlen am kommenden Mittwoch (21:00 Uhr) bei Inter Mailand an. So wird sich der VfL-Tross am Dienstag auf den Weg in die italienische Metropole machen. Zuvor trainieren die Borussen aber noch zweimal im BORUSSIA-PARK: am morgigen Montag um 16:00 Uhr sowie am Dienstag um 11:00 Uhr. „Auf die vielen anstehenden Spiele freuen wir uns. In diese Phase sind wir gestern mit einem Punktgewinn gestartet“, so Rose.

Schlitzohr-Streich Gladbachs Ösi-Terrier kann auch Kopfball-Ungeheuer 

Mönchengladbach - Borussias Naturgewalt wird zum Kopfball-Ungeheuer! Mit seinem frechen Köpfchen-Treffer, nach einer Ecke von Jonas Hofmann (28), hatte Stefan Lainer (28) die Borussia im Derby (3:1)  beim 1. FC Köln endgültig auf die Siegerstraße gebracht.

Alex Zickler hat die Tipps gegeben

Ein Treffer, der genau so gewollt und einstudiert war. „Wir trainieren mit Zico (Co-Trainer Alexander Zickler, Anm. d. Red.) Standards und Laufwege. Dann erklärt er mir immer ein bisschen von seinen Laufwegen früher”, verrät Lainer. Der Ösi-Terrier ergänzt: „Ich habe ja schon viele solcher Wege umsonst gemacht, aber dieses Mal hat es perfekt geklappt und das freut mich sehr.“Dass ausgerechnet Lainer (1,75 Meter) die Ecken-Variante vollendete ist nicht selbstverständlich. Denn an hochgewachsenen Kopfballspielern herrscht im Borussia-Kader mit Nico Elvedi (24), Matthias Ginter (26), Ramy Bensebaini (25) oder Marcus Thuram (23) wahrlich kein Mangel.

Lainer als Kopfball-Geheimwaffe

Lainer. „Aus dem Winkel ist, glaube ich, nur noch wichtig, dass du das Tor triffst, am besten als Aufsetzer. Dass der natürlich dann genau platziert ins kurze Eck geht, ist schon etwas glücklich. Aber das Tor wollte ich auf jeden Fall treffen.“

Der Derby-Treffer war das siebte Kopfballtor in Lainers Profi-Karriere. Bei Standards fliegt Borussias Naturgewalt (O-Ton Marco Rose) aufgrund seiner Größe offenbar bei manchen Gegenspielernn noch unterm Radar.

Mit Rückenwind zum ÖFB-Team

Lainer sagt: „Wenn man ein Tor schießt, ist das immer etwas Besonderes. Das gibt ein sehr gutes Gefühl“, freut sich der Rechtsverteidiger über sein Schlitzohr-Tor: „Aber der Derby-Sieg und die drei Punkte – das war extrem wichtig für uns, dass wir jetzt richtig reinfinden in die Saison. Es soll auf jeden Fall Antrieb geben.“

Den will Lainer, wie einige seiner Kollegen, jetzt auch mit zur Nationalmannschaft nehmen, bevor es für die Borussia weitergeht. Lainer hat ein strammes Programm mit der ÖFB-Auswahl vor sich.In Klagenfurt geht es für die Österreicher am Mittwoch (20.30 Uhr) in einem Testspiel zunächst gegen Griechenland. Am Sonntag (20.45 Uhr) folgt ein Auswärtsspiel in der Nations League B gegen Nordirland. Den Abschluss der Länderspielreise bestreitet das Team von Franco Foda (54) dann am darauf folgenden Mittwoch in Rumänien (20.45 Uhr).

Hofmann: Erst Derbyheld in Köln, nun Debüt in Köln?

Grandiose Woche für Jonas Hofmann: Erst die Berufung von Jogi Löw, dann war Borussia Mönchengladbachs Mittelfeldmann die entscheidende Figur beim Derbysieg in Köln. Genau dort wird der 28-Jährige am Mittwoch womöglich das nächste Highlight erleben.Schon häufiger in seiner Karriere war Hofmann nah dran an einer Nominierung für die Nationalmannschaft. Dass es nun geklappt hat, sei "überragend, die Nominierung ist für jeden Fußballer ein i-Tüpfelchen der Karriere", sagt der Spätberufene.

Das Trikot mit dem Adler auf der Brust ist Hofmann nicht unbekannt

Da zeigte sich Hofmann auch endlich mal entschlossener vor des Gegners Tor. Enorme Spielintelligenz bringt er ohnehin mit, schießt gefährliche Standards, und er hat sicher auch dank seiner Vielseitigkeit Jogi Löw überzeugt, ihm mal eine Chance im DFB-Team zu geben. Ganz neu ist dieses Trikot für Hofmann übrigens nicht. Fünf Partien absolvierte er für die deutsche U 18-Auswahl, zehn Spiele für die U 21, für die er letztmals vor etwas mehr als sechs Jahren auf dem Platz stand.

 

Nun also könnte er am Mittwoch in Köln gegen die Türkei sein Debüt in der A-Nationalmannschaft erleben. Fast logisch, denn derzeit erlebt Hofmann eine besonders starke Phase seiner Karriere. Saisonübergreifend steht der Allrounder in den vergangenen sieben Spielen bei insgesamt sieben Scorer-Punkten, in Köln fädelte er die beiden ersten Gladbacher Treffer ein und war für den kicker der Spieler des Spiels (Note: 2,0). Mit dieser Gala brachte er sich jedenfalls nachhaltig in Erinnerung, um am Mittwoch nicht nur eine sitzende Tätigkeit auszuüben.

FOHLEN UNTERLIEGEN ZUM AUFTAKT IN DORTMUND

Borussia ist mit einer Niederlage in die Bundesliga-Saison 2020/21 gestartet. Zum Auftakt unterlag sie beim BVB mit 0:3 (0:1).

Vor 9.300 Zuschauern im Signal Iduna Park in Dortmund lieferten sich der BVB und die Fohlen von Beginn an ein hochspannendes wie offenes Duell. Beide Teams setzten ihren Gegner früh unter Druck und zogen nach Balleroberungen schnell nach vorne. So erspielten sich auch beide Mannschaften gute Tormöglichkeiten. Die beste Gelegenheit auf den Führungstreffer auf Seiten der Fohlen hatte Jonas Hofmann nach einer halben Stunde nach schönem Zusammenspiel mit Hannes Wolf, ließ diese jedoch ungenutzt. Fast im Gegenzug brachte Giovanni Reyna die Gastgeber in Führung (35.). Der zweite Durchgang begann wie der erste: Beide Mannschaften zeigten sich engagiert und mit Zug zum gegnerischen Tor. Einen solchen Angriff der Gastgeber stoppte Ramy Bensebaini dann aber etwas zu motiviert. Den fälligen Strafstoß verwandelte Haaland zum 2:0 (51.). Auch den Schlusspunkt der Partie setzte der Norweger (78.).   

AUFSTELLUNG

Im Vergleich zum ersten Pflichtspiel der Saison 2020/21 im DFB-Pokal gegen den FC Oberneuland (8:0) vor einer Woche nahm Cheftrainer Marco Rose zwei Änderungen in der Startformation vor: Für Tobias Sippel und Patrick Herrmann rückten Yann Sommer und Oscar Wendt in die erste Elf. Die Abwehrreihe vor Keeper Sommer bildeten somit Stefan Lainer, Matthias Ginter, Nico Elvedi, Ramy Bensebaini und Wendt. Die Mittelfeldzentrale besetzten Christoph Kramer und Florian Neuhaus, davor kamen Hannes Wolf, Jonas Hofmann und Kapitän Lars Stindl zum Zug.  

PERSONAL

Für das Borussia-Duell standen Rose folgende Spieler verletzungsbedingt nicht zur Verfügung: Denis Zakaria (Aufbautraining), Breel Embolo (Sprunggelenksverletzung), Valentino Lazaro (muskuläre Verletzung in der Wade), László Bénes (Bandverletzung im Sprunggelenk), Andreas Poulsen (Schulter-OP) und Julio Villalba (muskuläre Probleme).

HÖHEPUNKTE 1. HÄLFTE

21': Bensebaini steigt etwas zu motiviert in einen Zweikampf ein. Die folgende Freistoß-Hereingabe landet bei Haaland, dessen Kopfball-Abschluss aber kaum Gefahr für Sommer darstellt.

22': Nach einem langen hohen Zuspiel kommt Haaland aus halblinker Position zum Abschluss, Elvedi bekommt noch seinen Fuß dazwischen und lenkt den Ball damit ans Außennetz.

31': Schöne Aktion der Fohlen: Hofmann spielt den Ball von links ins Zentrum auf Wolf, der diesen auf Hofmann zurückgeben will, der inzwischen direkt vor Bürki aufgetaucht ist. Das Zuspiel gerät aber nur einen Hauch zu lang, sodass Bürki vor Hofmann an der Kugel ist.

35': Can schlägt vom rechten Flügel eine Flanke in den Strafraum. Reyna nimmt den Ball an und befördert ihn zu Bellingham, der die Kugel wiederum in den Lauf von Reyna zurückspielt. Der Dortmunder Neuzugang zieht von halbrechts ab und trifft ins lange Eck – 1:0.

41': Wieder wird eine Flanke von Can gefährlich: Diesmal landet der Ball platziert im Zentrum bei Sancho, der diese aufs Lattenkreuz köpft.

42': Lainer zieht von rechts nach innen und jagt die Kugel aus dem Zentrum wuchtig aufs BVB-Tor, Bürki kann jedoch parieren.

HÖHEPUNKTE 2. HÄLFTE

51': Bensebaini unterbindet einen Angriff von Reyna mit einer beherzten Grätsche im Strafraum. Brych lässt erst weiterspielen, entscheidet dann aber nach Ansicht der Bilder auf Elfmeter. Haaland verlädt Sommer und verwandelt sicher – 2:0.

56‘: Nach einem wieder temporeichen Angriff kann sich Passlack die Ecke aussuchen, schießt aber den auf der Linie stehenden Ginter ab.

78‘: Delaney köpft eine Eckball-Hereingabe im eigenen Strafraum weg. Dann schickt Hummels Sancho auf die Reise. Der Englänger sprintet nach vorne und legt kurz vor dem Tor für Haaland ab, der den Ball gekonnt vorbei an Sommer in die Maschen hebt – 3:0.

STATISTIK

Borussia Dortmund: Bürki – Can, Hummels, Akanji – Meunier, Reyna (79. Brandt), Witsel, Bellingham (67. Delaney), Hazard (19. Passlack) – Sancho (79. Reus), Haaland

Borussia: Sommer, Lainer, Ginter, Elvedi, Bensebaini, Wendt (69. Herrmann) – Kramer, Neuhaus – Wolf (57. Thuram), Hofmann, Stindl (57. Plea)

Tore: 1:0 Reyna (35.), 2:0 Haaland (53., FE), 3:0 Haaland (78.)

Gelbe Karten: Akanji (13.) / Stindl (39.)

Schiedsrichter: Dr. Felix Brych

Zuschauer: 9.300

KRAMER: „FÜHLT SICH DEUTLICHER AN, ALS ES WAR“

Ein starker Auftritt vor allem in der ersten Hälfte, die Elfmeterfrage und am Ende ein vielleicht zu deutliches Ergebnis. Nach dem 0:3 in Dortmund hat Christoph Kramer mit den Medienvertretern über den Saisonauftakt in der Bundesliga gesprochen.

Christoph, ein 0:3 in Dortmund zum Saisonauftakt, das hört sich erst einmal sehr deutlich an. Wie bewertest du euren ersten Liga-Auftritt?

Kramer: Am Ende sieht es immer deutlich aus, wenn du 0:3 verlierst. Dann plätschert auch das Spiel in den letzten Minuten so dahin. Aber eigentlich war es über weite Strecken eine sehr ausgeglichene Partie. Wir hatten zu Beginn zwei Riesenchancen, die wir leider nicht nutzen konnten. Dann haben wir so ein Ping-Pong-Tor bekommen, das für mich eigentlich gar keine richtige Chance war.  Danach sind wir in zwei ganz blöde Konter gelaufen, die zu Gegentoren geführt haben, einmal waren wir selbst in aussichtsreicher Position und hätten eigentlich zum Abschluss kommen müssen, das andere Mal war nach einer Ecke. Dann fühlt es sich letztlich deutlicher an, als es war. Aber ich denke, dass wir auch manches Positives aus dem Spiel mitnehmen können.

Was hat in deinen Augen den Unterschied gemacht?

Kramer: Es lag einfach an der Effektivität. Wir hatten ja gerade in der ersten Hälfte auch unsere Chancen. Ich finde nicht, dass wir uns darüber hinaus viel vorwerfen können. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass wir jetzt vier Mal in Folge gegen Dortmund verloren haben und vier Mal hatten wir das Gefühl, dass da mehr für uns hätte drin sein können oder müssen. Es hat in allen Belangen vielleicht eine Winzigkeit gefehlt.

War es vielleicht ein entscheidender Faktor, dass mit Marcus Thuram und Alassane Plea die besten Stürmer der vergangenen Saison noch nicht bei hundert Prozent sind?

Kramer: Gefühlt hatte Dortmund nicht wesentlich mehr Torschüsse als wir, aber natürlich hätte uns im Sturm eine gewisse Physis gutgetan, die wir nicht hatten. Dennoch hatten wir eine starke Mannschaft auf dem Platz und gerade in der ersten Halbzeit nach vorne einige gute Situationen, wir sind immer wieder in die Tiefe hinter die Dortmunder Verteidigung gekommen. Schade, dass wir es nicht geschafft haben, in Führung zu gehen.

Dortmund bekam nach Wiederansicht einen Elfmeter zugesprochen, in der Folge wurde eine Szene in der Mats Hummels Marcus Thuram zu Fall bringt nicht noch einmal überprüft. Wie beurteilst du die Elfmeterszenen?

Kramer: Aus meiner Sicht war das auch ein Elfmeter, natürlich auch, weil ich bei Borussia spiele. Aber Marcus Thuram wird getroffen, die Szene hätte man sich auf jeden Fall auch noch einmal anschauen können. Das passte dann leider irgendwie auch zu dem Abend. Aber das ist keine Sache, an der wir uns jetzt hochziehen wollen. Das gehört zum Fußball dazu.

Wie hat es sich angefühlt, wieder vor Fans zu spielen?

Kramer: Super. Da müssen wir nicht drüber reden, dass es deutlich mehr Spaß macht, wenn Zuschauer im Stadion sind. Ich freue mich jetzt natürlich noch mehr auf unser Heimspiel vor unseren eigenen Fans. Das tut dem Fußball gut, dass wieder Zuschauer im Stadion sind. Und für uns Spieler fühlt es sich dadurch auch wieder mehr nach Fußball an.