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„Natürlich war ich enttäuscht“ Embolo meldet sich zurück und kassiert Jubel-Lacher

Mönchengladbach -

Das lästige Minutenzählen war Breel Embolo (23) noch erspart geblieben. Der Angreifer hatte in diesem Jahr schließlich erst 144 Minuten auf dem Platz gestanden, durchweg torlos. Und so war vor allem das Datum seines letzten Treffers wichtig: Er fiel am 15. Dezember in Wolfsburg.

Knapp drei Monate später durfte Embolo im Derby gegen den 1. FC Köln mal wieder jubeln, und das gleich über ein historisches Tor: das erste in einem Geisterspiel der Fußball-Bundesliga. Flanke von Oscar Wendt (34), Patrick Herrmann (29) schien die Chance schon zu verdaddeln, leitete den Ball aber noch weiter zu Embolo, der von halbrechts direkt mit links abschloss.

„Ein reines Instinkt-Tor. Ich habe die ganze Woche viel mit Zico geredet, dass man sich als Stürmer trauen muss. Es ist gut, dass sich das so schnell auszahlt. Das zeigt, dass ich auf einem guten Weg bin“, sagte Embolo nach dem 2:1-Derbysieg, bei dem er mit einer Hereingabe auch noch ein Eigentor des Kölners Jorge Meré (22) erzwungen hatte.

Breel Embolo hatte Sonderschichten im Training eingelegt

„Zico“ ist Borussias Co-Trainer Alexander Zickler (46), ein aus seiner Zeit beim FC Bayern mit Titeln dekorierter Ex-Knipser. Gemeinsam mit Fohlen-Legende Oliver Neuville (46) hatte er sich Embolo seit dem Spiel gegen Dortmund immer wieder zur Seite genommen und Extra-Schichten auf dem Trainingsplatz geschoben.

„Es war keine einfache Situation für mich in den letzten Wochen. Aber das zeigt, wie schnelllebig der Sport ist. Du darfst dein Ziel nie aus den Augen lassen. Natürlich war ich zwischendurch mal enttäuscht“, gab Embolo zu, lobte aber auch seine Kollegen, die es in der Zeit einfach gut gemacht hätten.

Marco Rose neckt Breel Embolo

Bei seinem ersten Startelfeinsatz seit dem 17. Februar zahlte der Ex-Schalker das Vertrauen des Trainers zurück, musste sich nach seinem Ich-kann-euch-nicht-hören-Jubel mit den Händen hinter den Ohren – im leeren Stadion – aber ein wenig necken lassen: „Entweder hat der Breel einen guten Schmäh oder der Jubel ist einfach so drin, dass er das völlig ausgeblendet hat“, sagte Marco Rose und lachte.

 

„Fehlte nur noch Schale“ Gladbach-Fans feiern Derby-Sieger mit Pyro hinterm Stadion

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Heimtriumph ohne Fan-Jubel im Stadion!

Dafür ging nach Borussias historischem Geister-Derby-Dreier (2:1) vor den Stadiontoren im Borussia-Park am Mittwochabend die Party ab.

Hunderte Gladbacher Ultras hatten sich trotz des Coronavirus-Alarms vor der Nordkurve versammelt und so laut gesungen und geklatscht, dass die komplette Fohlen-Elf nach dem Schlusspfiff prompt zu ihnen marschierte.

Thuram feiert mit der Eckfahne

Embolo, Kramer, Stindl & Co. kletterten die Ränge der Nordkurve hoch, um sich dann am Zuschauer-Umlauf der Arena den Anhängern vor den Stadion-Toren zu präsentieren.

Stürmer Marcus Thuram hatte die Eckfahne mitgebracht, um Derby-Held Embolo (ein Tor/eine Vorlage) mit seinem Eckfahnen-Jubel, der beim Derby-Hinspiel (1:0) in Köln erstmals aufgeführt wurde, zu feiern.

Weltmeister Christoph Kramer sagte später bei Sky: „Unglaublich, dass so viele Menschen im Regen gekommen sind, um uns zu feiern. Das ist nicht selbstverständlich. Ich hatte eine Gänsehaut.“

Borussia Mönchengladbach erlebt skurriles Derby

Trainer Marco Rose: „Es ist ein komisches Gefühl gewesen ohne Fans im Stadion. Umso schöner, was dann nach dem Spiel passiert ist. Wir haben auf diesem Oberrang gestanden und es fühlte sich schon besonders an. Wir haben aus Spaß gesagt, dass nur noch eine Schale fehlte.“

Gladbach erlebte sein skurrilstes Derby, ohne Zuschauer im Stadion, dafür am Ende mit drei gegen den Erzrivalen aus Köln eingefahrenen Punkten auf dem Konto – und einer Party, die irgendwann einmal einen Platz im Vereinsmuseum, der Fohlenwelt, bekommen könnte.

Stindl musste sich einen Mecker-Maulkorb verpassen

Mönchengladbach Für Lars Stindl war es ein emotionaler Abend beim 1:2 gegen Dortmund. Borussias Kapitän verschuldete das 0:1, machte selbst das 1:1 und war dann sauer über die Leistung des Schiedsrichters. Er musste sich bewusst zurückhalten, um nicht verwarnt zu werden. 
Eine sehr erfolgreiche Serie von Lars Stindl geht weiter. Sein Treffer zum 1:1 gegen Borussia Dortmund war seine achte Torbeteiligung in den vergangenen acht Einsätzen. Es war auch wieder ein sehr wichtiges Tor. „Natürlich freut man sich immer, wenn man trifft, gerade in dem Moment“, sagte Stindl daher auch. Doch es war auch das Ende einer erfolgreichen Serie, die bislang besagte, dass seine Torbeteiligungen im Punkterfolg seiner Borussen endet. Doch gegen den BVB gab es eine 1:2-Niederlage.
„Es war ein absolutes Topspiel und wir haben Paroli geboten, waren sogar in der ein oder anderen Phasen besser“, sagte Stindl, der auch seinen Anteil daran hatte, dass Borussia Fehler machte, die bestraft wurden von den Dortmundern. „Wir haben uns das erste Tor selbst reingelegt – beziehungsweise ich“, sagte der Kapitän. Stindl wollte nach einem Zuspiel von Nico Elvedi den Ball auf Florian Neuhaus abklatschen lassen, verfehlte jedoch seinen Kollegen, sodass Erling Haaland an den Ball kam, der das Tor vom Ex-Gladbacher Thorgan Hazard vorbereitete. „Diesem Gegentor sind wir dann hinterhergelaufen, haben alles reingeworfen und uns belohnt. Dann haben wir aber etwas zu tief verteidigt“, sagte Stindl.
Ein Faktor am Samstagabend war jedoch auch Schiedsrichter Sascha Stegemann. Zunächst gab er einen klaren Elfmeter nach einem Foul an Jonas Hofmann von Dan-Axel Zagadou nicht, dann gab es Irritationen im Vorlauf des 1:2 durch Achraf Hakimi. Haaland ging nach einem Luftkampf zu Boden, krümmte sich vor Schmerz am Boden. Stegemann lief in die Richtung des verletzten Dortmunders, schien abzupfeifen. Zuvor hatte er auch eine Vorteilssituation der Gladbacher abgepfiffen. Wenige Minuten vorher bekam Florian Neuhaus einen Freistoß zugesprochen, jedoch lief er nach dem Foul auf die gegnerische Verteidigung zu, da er weitermachte – was Stegemann mit seinem Pfiff verhinderte.
Bei der Dortmunder Aktion wartete er mit diesem Pfiff, entsprechend angefressen war Stindl wegen der Linie des Schiedsrichters. „Was soll ich jetzt sagen? Einmal können wir über den Elfmeter diskutieren, dann beim 1:2 war es brutal ärgerlich, weil es eine Situation im Mittelfeld gab, nach der es sehr unruhig war“, sagte der 31-Jährige. „Da haben wir aber auch ein bisschen gepennt, weil wir dachten, es gibt Freistoß. Dass wir das Spiel durch so eine Aktion verlieren, ist brutal ärgerlich. Ich hatte leider schon vier Gelbe Karten, sonst hätte ich dem Schiedsrichter noch etwas dazu gesagt.“ Was das gewesen wäre, wollte Stindl nicht sagen, es wäre jedoch offenbar etwas gewesen, was ihm eine Verwarnung beschert hätte.Doch wegen seiner Vorbelastung hatte sich Stindl einen Mecker-Maulkorb gegeben. Der Kapitän wollte seiner Mannschaft nicht schaden, indem er aufgrund einer solchen Aktion nach einer weiteren Gelben Karte, es wäre dann seine fünfte, im nächsten Spiel gesperrt gewesen wäre. Erst recht nicht, weil nun das Derby gegen den 1. FC Köln stattfindet. Am Mittwoch wird die Partie gegen den Erzrivalen nachgeholt, die aufgrund des Sturmtiefs Sabine am 9. Februar abgesagt wurde – mit Stindl. „Das ist immer etwas Besonders, egal wie die Tabellenkonstellation oder Situation ist. Wir wissen, was da auf uns zukommt“, sagte er.

Gladbach-Star teilt aus: „Der Schiedsrichter war Wahnsinn”

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Gladbachs Offensiv-Antreiber Jonas Hofmann (27) konnte es nach dem Abpfiff immer noch nicht glauben.

„Was war da im Kölner Keller los?“, fragte der Mittelfeldspieler, der in der 45. Minute des Samstagabend-Krachers von Dortmunds Dan-Axel Zagadou (20) klar gelegt worden war im Strafraum. Doch Schiedsrichter Sascha Stegemann (35) wollte sich die Szene nicht noch einmal ansehen.

„Er hat nur gesagt, ihm sei ins Ohr geflüstert worden: Check completed. Ich weiß nicht, was sie gecheckt haben, aber die Szene kann es auf keinen Fall gewesen sein. Ich weiß nicht, wofür wir dann den Video-Schiri haben“, sagte Hofmann nach der 1:2-Pleite der Fohlen. Der Borussia-Profi war stocksauer, legte nach: „Uns wurde heute mindestens ein Punkt geraubt.“

Matthias Ginter schießt gegen Schiri Sascha Stegemann

Noch deutlicher wurde Borussias sonst so besonnener Abwehrchef Matthias Ginter.

„Der Schiedsrichter war Wahnsinn”, sagte der 26-Jährige. „Es war keinerlei Linie zu erkennen. Der Linienrichter wollte mir nach dem Spiel nicht einmal die Hand geben. Die haben sich heute vielleicht aufgeführt.“

Zur knappen Niederlagen gegen die Schwarz-Gelben meinte Ginter: „Wir waren gut, aber nicht gut genug, um Dortmund und den Schiedsrichter zu schlagen.“

Gladbach-Coach Marco Rose (43), dem bei einer weiteren Gelben Karten eine Sperre droht, hielt sich am Spielfeldrand unterdessen sichtlich zurück. Sein Kommentar nach dem Spiel: „Wir haben einen Keller, der hoch qualifiziert Entscheidungen trifft. Ich stehe hier als Trainer. Unabhängig davon, was ich sage, werde ich mich wieder belehren lassen dürfen.“ Rose meinte abschließend süffisant: „Und weiter geht die wilde Fahrt.“

3:2-Auswärtssieg in Augsburg

Hinter Borussia Mönchengladbach lag eine sehr aufreibende Woche. Nach dem 1:1 gegen die TSG Hoffenheim gab es einiges aufzuarbeiten. Sportlich verschenkte Gladbach aufgrund des Gegentreffers in der Nachspielzeit zwei wichtige Punkte im Rennen um die Champions-League-Plätze, Bayer Leverkusen zog als Fünfter in der Tabelle nach Punkten gleich. Und neben dieser Drucksituation musste der Verein Maßnahmen nach den beleidigenden Bannern gegen Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp entwickeln.
Die Gladbacher befanden sich zwischen Emotionen und Sport, mussten am Samstag dann in der Bundesliga beim FC Augsburg wieder den Fokus auf den Fußball lenken. Das gelang den Borussen, 3:2 gewannen sie bei den Fuggerstädtern. Weil das Team von Trainer Marco Rose mehrfach die Nerven behalten hat, sei es im Vorfeld des Spiels, während der Partie und auch im Nachgang, haben sie es geschafft, ein wichtiges Zeichen zu setzen.
Die Vorbereitung nutzte Gladbach, um die Stärken der Augsburger dezidiert auszumachen und so schaffte es Borussia, genau diese einzudämmen. Erst kurz vor dem Halbzeitpfiff hatte der FCA den ersten Torschuss, hatte insgesamt kein Mittel gegen die defensivstarken Gladbacher, die selbst jedoch auch noch nicht glänzten. Nach der Pause legten Roses Spieler den Schalter auf Angriff um, führten schnell 2:0. Das Team zeigte eine große Geduld, wartete auf den richtigen Moment, um in die Offensive zu gehen.
Es entwickelte sich eine Halbzeit voller Höhepunkte, doch es war zu befürchten, dass Gladbach wieder in den Schlussminuten Punkte verliert. Beim Stand von 2:3 musste sich Borussia nochmal mit aller Macht gegen das erneute Unheil stämmen – und schaffte das. „Du musst einfach ‚on top’ bleiben in allen Bereichen, wenn du es nicht schaffst, das Ding komplett zu finishen, und zuende arbeiten“, sagte Rose. „Das haben wir gemacht, wobei wir auch ein bisschen Glück hatten am Ende bei einer Ecke, aber das haben wir uns auch wahrscheinlich verdient und erarbeitet.“
So hat Gladbach zeigen können, dass mit ihnen im Kampf um die Königsklasse weiter zu rechnen ist. Doch die Borussen verfielen nach dem Befreiungsschlag, der auch den ersten Bundesligasieg in Augsburg für den Klub im neunten Anlauf bedeutete, nicht in allzu große Euphorie. Sie fanden schnell den richtigen Weg, auf Dinge hinzuweisen, die ausbaufähig sind. „Es setzte wieder das Thema ein, dass wir hier und da schonmal haben bei 1:0 oder 2:0. Nachlegen oder ein bisschen Durchatmen?“, sagte Rose. „Bei uns ist es dann eher Durchatmen, und da sollten wir ansetzen, dass wir noch galliger und gieriger bleiben und draufpacken, um das Ding zuzumachen.“
Auch Doppelpacker Lars Stindl legte den Finger sogleich in die Wunde. „Wir haben leider durch Sorglosigkeiten wieder die Anschlusstreffer kassiert und mussten erneut zittern“, sagte Gladbachs Kapitän. „Insgesamt war die Leistung vollkommen okay, aber es gibt kleine Rädchen, an denen wir drehen müssen. Wir haben unnötige Gegentore bekommen, die wir schon im Anlaufen lösen müssen.“
Doch auch fernab des fußballerischen Geschehens war am Samstag die Nervenstärke der Borussen gefragt. Etwa 45 Minuten nach dem Spiel wurden alle Personen per Durchsage aufgefordert, „das Stadion aufgrund einer betriebstechnischen Störung auf dem kürzesten Wege zu verlassen“. Während in den Katakomben teils Hektik ausbrach, blieben die Gladbacher ruhig. Viele Spieler standen zu diesem Zeitpunkt noch unter der Dusche und konnten den Anweisungen nicht Folge leisten. Nach 15 Minuten gab es Entwarnung, es handelte sich um einen Fehlalarm, weil ein Pizzaofen einen Rauchmelder ausgelöst hatte. Und so konnten die nervenstarken Gladbacher ganz in Ruhe mit drei wichtigen Punkten im Gepäck die Heimreise in den Niederrhein antreten.

Stindl: "Haben uns für eine gute zweite Halbzeit belohnt"

Nach dem 4:1 in Düsseldorf haben wir mit Kapitän Lars Stindl über den Sieg beim rheinischen Nachbarn, die starke zweite Halbzeit nach der Systemumstellung und seine beiden Tore gesprochen.

Lars, Glückwunsch zum Sieg in Düsseldorf. Vor allem in der ersten Halbzeit war es aber ein hartes Stück Arbeit, oder?

Stindl: Die erste Halbzeit war nicht verkehrt, wir sind mit einem schönen Konter ja auch in Führung gegangen. Doch nach dem Düsseldorfer Ausgleich haben wir uns schwergetan. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir zu wenig Zugriff auf die defensiven Mittelfeldspieler der Fortuna und haben Düsseldorf insgesamt zu viel Platz gelassen. Wir wussten, dass Fortuna nach dem Trainerwechsel etwas verändert hat und nun auch mit guten spielerischen Mitteln zum Erfolg kommen will. Dies zu unterbinden, ist uns im ersten Durchgang schwer gefallen. In der zweiten Halbzeit haben wir das aber viel besser gemacht.

Trainer Marco Rose hat in der Pause das System umgestellt. War das der Schlüssel zum Erfolg?

Stindl: Wir haben in der zweiten Halbzeit mit einem klaren Zehner und zwei Sechsern dahinter gespielt. Dadurch hatten wir direkt deutlich besseren Zugriff und schnell die erste Tormöglichkeit. Das hat ein gutes Gefühl gegeben und uns in der Umstellung bestätigt. Wir haben dann ja auch recht früh das 2:1 gemacht. Über die Dauer des Spiels haben wir immer besser unsere Qualitäten auf den Platz gebracht und das Spiel letztendlich verdient gewonnen.

War direkt klar, dass ihr zur Pause etwas umstellen müsst?

Stindl: Es gibt eigentlich in jedem Spiel Dinge in der Halbzeitpause aufzuarbeiten. Das war auch diesmal so. Wir können mehrere Systeme und Formationen spielen, deshalb hat der Trainer umgestellt. Es sind immer Details, die sich dann verändern. Diese haben wir dann gut umgesetzt.

Auch für dich persönlich war es ein schöner Abend mit deinen zwei Toren…

Stindl: Ich will immer mein Bestes auf den Platz bringen und der Mannschaft helfen. Dass diesmal auch etwas Zählbares für mich persönlich dabei herausgekommen ist, ist natürlich sehr schön. Aber unabhängig von meinen Toren war es wichtig, dass wir uns für eine gute zweite Halbzeit belohnen. Wir hatten schon vorher ein paar gute Gelegenheiten, das Spiel auf unsere Seite zu ziehen. Grundsätzlich haben wir dann auch defensiv gut verteidigt und wenig zugelassen. Dennoch kann immer etwas passieren, weshalb es wichtig war, das Spiel zu entscheiden.

Aufgrund der Spielabsage des Derbys gegen den 1. FC Köln habt ihr noch ein Spiel in der Hinterhand. Ist das ein Vor- oder Nachteil?

Stindl: Wir hätten das Spiel gegen Köln natürlich gerne gespielt. Unabhängig davon wollten wir nach den zwei Wochen ohne Bundesliga in Düsseldorf unbedingt gewinnen. Wir wissen um die Schwierigkeit dieses „Extra-Spiels“, vor allem, weil es ein ganz besonderes Spiel für alle ist. Wir wollen das Derby natürlich unbedingt gewinnen. Aber vorher haben wir ja noch ein paar Spiele.

Der Sieg in Düsseldorf festigt euren Platz in der Spitzengruppe der Bundesliga. Wie siehst du die aktuelle Tabellensituation?

Stindl: Ich glaube, wir können das alles ganz gut einordnen und konzentrieren uns auf das, was wir tatsächlich beeinflussen können. Und das sind die einzelnen Fußballspiele, von denen wir möglichst viele gewinnen wollen.

Borussia beißt sich oben fest

Leipzig Gladbach hadert beim 2:2 in Leipzig mit einem strittigen Platzverweis. Doch mit der Leistung rechtfertigt das Team seinen Platz in der Spitzengruppe. Was ist es nun, dieses 2:2, das Borussia Mönchengladbach aus Leipzig mitgebracht hat an den Niederrhein? Mit welchem Gefühl darf das Team von Marco Rose in das nun anstehende Rheinland-Doppel gegen den 1. FC Köln und dann bei Fortuna Düsseldorf gehen? Ist es ein verlorener Sieg wegen des verspielten 2:0-Vorsprungs oder ein schöner Punkt, der ebenso herausgespielt wie erkämpft wurde?Marco Rose, der Trainer, der im Topspiel bei RB ein Heimkehrer war, weil er Leipziger ist, gab an, zufrieden zu sein mit dem, was ihm sein Team angeboten habe, vor, aber auch nach der Pause. „Wir haben ein richtig gutes Auswärtsspiel abgeliefert. In der ersten Hälfte waren wir sehr mutig und haben viel von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Wir haben Leipzig nicht ins Spiel kommen lassen und selber viel Kontrolle gehabt. Nach der Gelb-Roten Karte gegen Alassane Plea wurde es in Unterzahl sehr schwer für uns. Trotzdem haben wir eine kämpferisch starke Leistung geboten“, sagte Rose.Es wäre der erste Sieg im achten Spiel gegen RB gewesen, und so nah wie dieses Mal – es fehlten nur ein paar Minuten – waren die Borussen noch nicht dran am ersten Dreier gegen die Sachsen. Doch trotz des späten Ausgleichs hat Borussia mit der Art und Weise, wie sie in Leipzig aufgetreten ist, vor allem vor der Pause, deutlich gemacht, dass sie hartnäckig oben dranbleiben will. Daran ändert offenbar auch die Tatsache nichts, dass sich die gesamte Konkurrenz im oberen Tabellendrittel beachtlich verstärkt hat, während die Gladbacher dem Kader der Hinrunde vertrauen.Rose entwarf für das Leipzig-Spiel einen Dreierketten-Plan mit viel Pressing und Gegenpressing in den für Leipzig neuralgischen Zonen – der Gegner kam damit überhaupt nicht zurecht. Quasi mit den eigenen Mitteln ging Gladbach den Gegner an. Erst nach der Pause und zwei frischen Offensivkräften, die den Strafraum deutlicher bespielten, bekam RB mehr Zugriff auf das Spiel. Wie beim 2:1 gegen die Bayern, als es in der Schlussphase das Spiel noch drehte, zeigte Gladbach, dass es gegen Topteams bestehen kann.
 
 

Taktisch und kämpferisch voll überzeugt

Der Tag danach: Eine taktische Glanzleistung, die Gelb-Rote Karte als Knackpunkt und den Platz in der Spitzengruppe behauptet – alles Wichtige zum 2:2 der Fohlen bei RB Leipzig.

Die Geschichte des Spiels

Die FohlenElf war taktisch hervorragend auf das Spitzenspiel eingestellt. Mit einer Dreierkette, in der Denis Zakaria als zentrale Figur agierte, erstickte sie viele Leipziger Angriffe bereits im Keim. Im Spiel nach vorne traten die Borussen sehr zielstrebig auf und zwangen die Hausherren mit ihrem Offensivpressing immer wieder zu Fehlern. Dieser mutige Auftritt zahlte sich aus: Eine starke Kombination über mehrere Stationen schloss Alassane Plea zum 1:0 (24.) ab. Dieser Treffer gab den Borussen noch mehr Selbstvertrauen. Florian Neuhaus setzte nach einem Fehlpass von Klostermann per Direktabnahme Hofmann toll in Szene. Dieser verwertete das Zuspiel nach einem klugen Haken zum 2:0 (35.). „Die erste Hälfte war top. Wir haben Leipzig nicht ins Spiel kommen lassen und selber viel Kontrolle gehabt“, lobte Trainer Marco Rose. RB wechselte zur Pause zweimal aus – und einer der Neuen verkürzte in der 49. Minute auf 1:2. Yann Sommer stürzte bei einer Flanke über Zakaria und ließ die Kugel fallen – Schick hatte keine Mühe, sie ins verwaiste Tor zu schieben. Kurz darauf kam es noch schlimmer für Borussia. Plea beschwerte sich über einen ausgebliebenen Pfiff, woraufhin ihn Schiedsrichter Tobias Stieler mit Gelb verwarnte. Der Franzose beruhigte sich daraufhin nicht und sah für eine abfällige Geste binnen Sekunden die Ampelkarte. „Man muss einem Spieler, der in einem emotionalen Spiel ist und ein Foul gegen sich nicht gepfiffen bekommt und dann Gelb sieht, nicht zehn Sekunden später nochmal Gelb zeigen“, meinte Sportdirektor Max Eberl. „Für mich hat der Schiedsrichter in dieser Situation überzogen reagiert. Der Platzverweis hat das Spiel in eine falsche Richtung gelenkt. Erst durch diese Szene wurde es hektisch und emotional.“ Mit einem Mann mehr wurde der Druck der Gastgeber immer größer, die Fohlen konnten für keine Entlassung mehr sorgen, verteidigten die Führung dafür aber mit großer Leidenschaft. Lange Zeit hielt das Bollwerk, bis Nkunku in der 89. Minute mit einem unhaltbaren Distanzschuss doch noch für den Ausgleich sorgte. „Die Jungs haben im zweiten Durchgang bärenstark gekämpft, sind dafür aber leider nicht mit dem Sieg belohnt worden“, sagte Rose.

Das Medienecho

Kicker: „Borussia Mönchengladbach hat am Samstagabend trotz einer bärenstarken ersten Hälfte den ersten Bundesligasieg gegen RB Leipzig verpasst. Die Sachsen profitierten beim 2:2 auch von einem Bärendienst, den VfL-Angreifer Plea seiner Mannschaft erwies.“

GladbachLive: „Es bleibt dabei: Gladbach kann in der Bundesliga nicht gegen Leipzig gewinnen. Im Top-Spiel trennten sich die beiden Vereine 2:2 (0:2). Der Elf vom Niederrhein reichte eine 2:0-Pausenführung nicht, um am Ende in der RB-Arena jubeln zu können.“

Rheinische Post: „Borussia hat einen historischen Sieg verpasst. Trotz einer 2:0-Halbzeitführung reichte es bei RB Leipzig im Topspiel nur zu einem 2:2. (…). Vor der Pause beeindruckte Borussia, nach dem Seitenwechsel kämpfte sie aufopferungsvoll.“

Der Spieler des Spiels

Yann Sommer: Mit 35 Prozent aller Stimmen setzte sich Borussias Nummer eins bei der Wahl zum Spieler des Spiels in der FohlenApp gegen Alassane Plea (24 Prozent) und Denis Zakaria (17 Prozent) durch. Die Anhänger honorierten damit den starken Auftritt des Schweizers, der sich zum wiederholten Male als sicherer Rückhalt seines Teams erwies. Umso mehr ärgerte ihn der Zusammenprall mit Denis Zakaria, der den Hausherren kurz nach Wiederbeginn den Anschlusstreffer ermöglichte. „Ich hatte den Ball schon in meinen Händen, bin dann aber über Denis gestürzt. Das war einfach sehr unglücklich.“ In der Folge machte Sommer mehrere Chancen der Leipziger zunichte, nur gegen den Hammer von Nkunku kurz vor Schluss war er machtlos. „Wir haben zu zehnt überragend dagegengehalten. Dass man aber nicht jedes Loch zumachen kann, ist auch normal. Trotzdem können wir happy über unsere Leistung und den Punktgewinn sein“, sagte Sommer.

Die personelle Situation

Kurz vor dem Spiel hatte Lászlós Bénes wegen muskulärer Probleme passen müssen. Für Christoph Kramer war das Spitzenspiel bereits nach einer knappen halben Stunde beendet. Der Mittelfeldspieler bekam bei einem Zweikampf das Knie von Timo Werner voll an den Kopf und blieb nach dem unglücklichen Zusammenprall benommen auf dem Boden liegen. Gestützt von Mannschaftarzt Dr. Ralf Doyscher und Chef-Physiotherapeut Hendrik Schreiber wurde Kramer dann vom Spielfeld geführt. „Es ging ihm schon besser als vorher, als er vom Platz runter ist“, sagte Rose kurz nach dem Spiel. „Ich hoffe nicht, dass es etwas Schlimmeres ist.“

Die Tabellensituation

Nach dem Unentschiedens beim bisherigen Spitzenreiter belegt Borussia nach dem 20. Bundesliga-Spieltag den vierten Platz. „Mit unserer Leistung haben wir bewiesen, dass wir zurecht dort oben stehen“, befand Rose. Neuer Tabellenführer ist der FC Bayern München (42 Punkte), der RB Leipzig (41) auf Platz zwei verdrängt hat. Dahinter folgen punktgleich Borussia Dortmund (39) und die FohlenElf (beide 39). Die beiden weiteren internationalen Startplätze nehmen aktuell Bayer Leverkusen (34) und der FC Schalke (je 34 Punkte) ein. Borussias Vorsprung auf Platz sieben, den derzeit die TSG Hoffenheim (33) belegt, beträgt sechs Zähler.

Der Ausblick

Noch am Abend flogen die Borussen von Leipzig aus zurück in die Heimat. Um 11:00 Uhr absolvierten alle Spieler, die gestern länger zum Einsatz kamen, eine regenerative Einheit, und alle übrigen Akteure das Spielersatztraining. Am Montag können die Borussen einen freien Tag genießen, ehe sie am Dienstag um 16:00 Uhr die Vorbereitung auf das Heimspiel am Sonntag (15:30 Uhr) gegen den 1. FC Köln aufnehmen. „Mit dem Derby haben wir jetzt ein richtig geiles Spiel vor Brust, auf das wir uns sehr freuen“, so Jonas Hofmann im Interview.

Einmal mehr hat Yann Sommer gezeigt, dass er einer der besten Torhüter der Bundesliga ist. Doch selbst Borussias Nummer eins schaffte es bei zwei Paraden noch, viele Zuschauer zu überraschen. 
Marco Rose hatte keinen Favoriten. „Ich fand beide super“, sagte Borussias Trainer nach dem 3:1 gegen Mainz 05. Mit „beide“ meinte der 43-Jährige zwei außergewöhnliche Paraden von Yann Sommer. Beim 0:1 durch Robin Quaison war Gladbachs Nummer eins noch machtlos, aber später im Spiel hielt er zwei Bälle, die nahezu als „unhaltbar“ gelten durften.
Seinen ersten Glanzmoment hatte Sommer in der 61. Minute. Mainz-Profi Daniel Brosinski schlenzte den Ball mit dem rechten Fuß von der linken Strafraumecke ins lange Eck des Gladbacher Tores, doch Borussias Vize-Kapitän flog, streckte sich und spitzelte das Spielgerät mit den Fingerspitzen um den Pfosten. Es wäre die erneute Führung für die Mainzer gewesen.
So blieb Alassane Plea vorbehalten, den Borussen 15 Minuten später das 2:1 zu bescheren. Und diese Führung sicherte Sommer erneut mit einer hervorragenden Reaktion. In der 85. Minute köpfte Nico Elvedi aus kurzer Distanz nach einer Brosinski-Flanke auf das eigene Tor, aber Sommer hechtete blitzartig in die Richtung des Balles, der flach im von ihm aus rechten Eck einzuschlagen drohte und „kratzte“ die Kugel noch von der Linie.
Ohne diese Taten wäre wohl auch das Traumtor zum 3:1-Endstand von Florian Neuhaus nicht gefallen. Nach dem Spiel war dieser Treffer das Gesprächsthema Nummer eins. Doch er wäre wohl nicht möglich gewesen ohne die Paraden von Sommer, ebenso hätte Borussia vielleicht auch wie auf Schalke nicht gepunktet. „Das waren sicher zwei gute Szenen von mir“, sagte der Schweizer Nationaltorhüter. „Es war wichtig, dass wir bei der ersten Chance nicht in Rückstand geraten sind und bei der zweiten Gelegenheit nicht den Ausgleich kassiert haben. Ich bin froh, dass ich diese beiden Bälle gehalten habe.“
 

Vom Rückstand nicht beirren lassen

Der Tag danach: Zum vierten Mal einen Rückstand gedreht, ein fleißiger Doppel-Torschütze und den Abstand verkürzt – alles Wichtige zum 3:1-Sieg der Fohlen gegen den 1. FSV Mainz 05.

Die Geschichte des Spiels

In ihrem ersten Heimspiel im Kalenderjahr 2020 nahmen die Borussen gleich die Zügel in die Hand. Wie aus dem Nichts kassierten sie dennoch früh einen Gegentreffer. Moussa Niakhaté schickte Robin Quaison mit einem langen Ball steil, und der Angreifer überwand Yann Sommer aus zwölf Metern (12.). „Von Anfang an waren wir gut in der Partie. Trotzdem haben wir zunächst den Nackenschlag kassiert, weil wir einmal unaufmerksam waren“, sagte Borussias Cheftrainer Marco Rose. „Darauf haben wir aber gut reagiert. Wir haben genauso weitergemacht wie vor dem Gegentreffer, haben uns nicht verunsichern lassen.“ So kam die Antwort der Fohlen prompt: Eine Freistoßflanke von Oscar Wendt erreichte Alassane Plea, der freistehend aus spitzem Winkel ins lange Eck traf (24.). „Noch vor der Pause hatten wir die Chancen auf weitere Tore“, sagte Rose. Die beste davon verbuchte Marcus Thuram. Seine Direktabnahme einer Hereingabe von Plea knallte jedoch an die Unterkante der Latte. Nach dem Wechsel übernahm Borussia sofort wieder das Kommando. Zunächst ließ sie weitere Gelegenheiten ungenutzt, ging dann aber in der 76. Minute in Führung – durch den selben Torschützen und wieder nach einem Freistoß aus dem Halbfeld. Wenig später hätte der eingewechselte Breel Embolo alles klar machen können, sein Flachschuss landete jedoch am Pfosten. So war es der ebenfalls eingewechselte Florian Neuhaus, der mit einem Traumtor aus 35 Metern Borussias achten Bundesliga-Heimsieg in Folge besiegelte (88.). „Die Jungs haben ein sehr ordentliches Spiel gemacht und verdient gewonnen. Grundsätzlich haben wir in das Spiel mit dem Ball mehr investiert, waren zudem gut im Gegenpressing“, lobte Rose. „Trotzdem kann man eine Mannschaft wie den FSV Mainz nicht komplett aus dem Spiel nehmen. Solche Duelle sind immer eng und zu Beginn auf Augenhöhe. Die Vorteile muss man sich erst einmal erarbeiten und erspielen. Das ist uns gelungen.“

Das Medienecho

Frankfurter Allgemeine Zeitung: „Die Borussia erlebt zähe und mühevolle Winterwochen. Das ist auch beim Heimspiel gegen Mainz nicht anders. Früh geraten die Gladbach mit 0:1 in Rückstand, drehen aber die Partie noch. Ein Stürmer ragt heraus.“

Kicker: „Borussia Mönchengladbach hat seine starke Serie vor eigenem Publikum fortgesetzt und das achte Heimspiel in Folge für sich entschieden. Gegen den 1. FSV Mainz 05 siegten die Fohlen nach Rückstand mit 3:1. Alassane Plea gelangen zwei Tore nach Freistößen, den Schlusspunkt setzte Florian Neuhaus aus großer Distanz.“

GladbachLive: „Puh, das ist ein hartes Stück Arbeit gewesen! Borussia zwingt Mainz 05 in die Knie, jubelt am Ende über einen 3:1-Triumph und fährt so am 19. Spieltag den achten Heimsieg in Folge ein.“

Der Spieler des Spiels

Alassane Plea: Die Wahl zum Spieler des Spiels in der FohlenApp fiel deutlich aus: 58 Prozent aller User gaben ihre Stimme für Alassane Plea ab und honorierten damit die überragende Leistung des Franzosen im Spiel gegen den FSV Mainz. „Es war eine Top-Leistung von Lasso – nicht nur mit dem Ball, er hat auch sehr gut gegen den Ball gearbeitet. Er hat sehr mannschaftsdienlich gespielt“, lobte auch Cheftrainer Marco Rose. Unter anderem bereitete Plea die Großchance von Marcus Thuram beim Stand von 1:1 mit einer schönen Hereingabe vor. Vor allem aber mit seinen beiden wichtigen Treffern, zunächst zum Ausgleich und später zur 2:1-Führug, konnte Plea überzeugen. Für den VfL-Angreifer waren es in der laufenden Spielzeit die Bundesliga-Treffer Nummer sechs und sieben. Und so ist er bereits an zwölf Bundesliga-Toren der Fohlen direkt beteiligt gewesen. Zudem war es Pleas zweiter Doppelpack in der Bundesliga. Beim 3:1-Sieg bei Werder Bremen in der Vorsaison hatte er sogar alle drei Treffer erzielt.

Die Zahl des Spiels

4: Borussia ist gegen den FSV Mainz 05 zum neunten Mal in dieser Bundesliga-Saison in Rückstand geraten. Das Duell am 19. Spieltag war aber bereits das vierte, das die Fohlen nach einem zwischenzeitlichen Rückstand noch zu ihren Gunsten drehen konnten. So holte das Rose-Team insgesamt zwölf Punkte nach Rückstand. Kein anderer Bundesligist holte nach Rückstand noch mehr Zähler, nur RB Leipzig holte ebenso viele Punkte wie der VfL. Den Sachsen gelangen nach Rückstand drei Siege und drei Remis.

Die Randnotiz des Spiels

Marco Rose beorderte gegen Mainz Fabian Johnson als Rechtsverteidiger in die Anfangsformation. Damit verhalf Borussias Cheftrainer dem 32-Jährigen zu seinem dritten Startelf-Einsatz in der laufenden Bundesliga-Saison. Zuletzt hatte Johnson beim 1:3 gegen RB Leipzig am dritten Spieltag von Beginn an ran gedurft. Dennoch fügte sich der Verteidiger nun gegen Mainz nahtlos ins Team ein und trug zur guten Arbeit der Fohlen gegen den Ball bei.

Die Tabellensituation

Dank des Heimsiegs gegen Mainz kletterte die FohlenElf zunächst auf den zweiten Tabellenplatz, musste diesen am Abend aber aufgrund des 5:0-Siegs des FC Bayern München gegen Schalke 04 wieder hergeben und belegt nun mit 38 Punkten den dritten Platz. Da sich RB 0:2 bei Eintracht Frankfurt geschlagen geben musste, ist der Rückstand auf den Spitzenreiter auf zwei Punkte geschmolzen, die Bayern liegen nur einen Zähler vor dem VfL. Auch auf den Rängen dahinter geht es weiterhin unheimlich eng zu: Der BVB lauert mit 36 Punkten auf dem vierten Platz, dahinter rangieren Schalke (33 Punkte) und Bayer Leverkusen (31 Punkte). Die Werkself tritt erst am heutigen Sonntag (18:00 Uhr) gegen Fortuna Düsseldorf an und kann den Rückstand auf Borussia demnach noch verkürzen.

Der Ausblick

Gleich nach dem Heimsieg gegen Mainz richteten die Fohlen den Blick bereits auf das Top-Spiel am kommenden Samstag (18:30 Uhr) beim Tabellenführer RB Leipzig. „Wir konzentrieren uns schon wieder auf die nächste Aufgabe. Wir wollen natürlich auch in Leipzig punkten. Wir werden in der Trainingswoche konzentriert und fokussiert arbeiten, um dann auch aus Leipzig etwas mitzunehmen“, sagte Florian Neuhaus (das komplette Interview gibt es hier). Die Vorbereitung auf das Spitzenspiel nehmen die Fohlen am Dienstag mit einer Athletikeinheit am Vormittag sowie einer Fußballeinheit am Nachmittag (15:00 Uhr) auf. An den beiden darauffolgenden Tagen bittet Rose seine Mannschaft unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf den Trainingsplatz. Die Abschlusseinheit vor dem Auswärtsspiel in Leipzig steigt am Freitag um 14:00 Uhr im BORUSSIA-PARK.

Das Zeichen von Marco Rose war ein durchaus erfreuliches, vor allem für Liebhaber des Offensivfußballs. Beim Rückrundenauftakt auf Schalke stellte Borussias Trainer gleich vier Stürmer auf. Marcus Thuram und Patrick Herrmann bestückten dabei die Außen, Breel Embolo und Alassane Plea wechselten sich als Mittelstürmer beziehungsweise offensiver Mittelfeldspieler oder hängende Spitze ab. Diese Nominierung zeigte zwar, dass Gladbach gleich zu Beginn der Rückrunde in den Angriffsmodus schalten wollte – doch Gladbachs Attacke verpuffte gegen starkte Schalker, die nach dem 2:0-Heimsieg auf zwei Punkte an die Borussen herangerückt sind.
 
Ein Grund für die Niederlage war, dass die Idee mit dem offensiven Viererpack gescheitert ist. Das zeigen zum einen bereits die Zahlen der Angreifer. Embolo hatte keine Beteiligung an einem der 14 Torschüsse der Borussen, Herrmann versuchte es selbst dreimal, aber besonders gefährlich wurde es nicht. Am brenzligsten wurde es jeweils bei einem Versuch von Plea (insgesamt fünf Torschüsse), den Schalke-Keeper Markus Schubert abwehrte, und Thuram (zwei Torschüsse), als Michael Gregoritsch auf der Linie klärte. Doch insgesamt kam zu wenig vom Gladbacher Sturm.
 
Rose betonte am Tag zuvor, dass sich alle vier Stürmer im Vorfeld ihren Startelf-Einsatz verdient hatten – und nicht unbedingt enttäuschten. „Wenn man sich das Spiel anschaut, sieht man, dass es Möglichkeiten mag und zweitens auch ein paar gefährliche Situationen, die am Ende nicht zu Chancen geführt haben. Wenn beispielsweise Breel Embolo den Ball richtig mitnimmt oder wir den Pass ein Stück länger spielen, laufen wir frei auf den gegnerischen Torhüter zu“, sagte Rose. „Alle vier haben in der Vorbereitung gut gearbeitet und sich angeboten. Dazu wollte Breel diese Spiel gegen seinen Ex-Klub natürlich unbedingt haben, das hat er bekommen. Aber die anderen Jungs, die noch reingekommen sind wie Lars Stindl und Florian Neuhaus, sind alle auf Augenhöhe und ich muss entscheiden, wen ich bringe.“
 
Dass Borussias Trainer nochmal auf alle vier in einer Startelf setzen wird, dürfte aber nach dem Spiel auf Schalke eher unwahrscheinlich sein. Zwar ist Thuram, Plea, Embolo und Herrmann durchaus zuzutrauen, dass sie es im Zusammenspiel deutlich besser machen, aber offensichtlich war, dass die Defensive unter einer derart offensiven Ausrichtung leidet.

Fohlen verlieren zum Auftakt auf Schalke

Borussia ist mit einer Niederlage ins Jahr 2020 gestartet: Zum Auftakt des 18. Spieltags der laufenden Bundesliga-Saison mussten sich die Fohlen am heutigen Freitagabend 0:2 (0:0) beim FC Schalke 04 geschlagen geben.

In der ausverkauften Veltins-Arena auf Schalke (62.271 Zuschauer) lieferten sich der FC Schalke und die Fohlen vom Anpfiff weg ein temporeiches wie umkämpftes Duell, in dessen ersten Hälfte beide Teams gute Möglichkeiten auf den Führungstreffer hatten. Auf der einen Seite scheiterte Alassane Plea jedoch an Schalkes Torhüter Markus Schubert sowie Marcus Thuram per Kopfball am auf der Linie rettenden Michael Gregoritsch. Auf der anderen Seite vereitelte Yann Sommer gleich mehrere Chancen der Gastgeber. Kurz nach dem Wechsel war dann aber auch Sommer machtlos: Suat Serdar brachte Schalke mit einem halbhohen Schuss aus 18 Metern in Führung. Zehn Minuten später legte Gregoritsch den zweiten Treffer nach. Bis zum Schlusspfiff war es dann ein ruppiges Spiel mit vielen Unterbrechungen, weitere Treffer fielen nicht mehr.

 

Zeitleiste

FC Schalke 042 - 0Borussia Mönchengladbach
  • S. Serdar 48
  • M. Gregoritsch 58
 
  • FC Schalke 04Spielereignisse
    • Tor: S. Serdar 48.
    • Tor: M. Gregoritsch 58.
    • Spielerwechsel: A. Kutucu (In) / B. Raman (Out) 69.
    • Spielerwechsel: N. Boujellab (In) / S. Serdar (Out) 75.
    • Spielerwechsel: G. Burgstaller (In) / M. Gregoritsch (Out) 90.
    • Gelbe Karte: J. Kenny 19.
    • Gelbe Karte: O. Kabak 76.
    • Gelbe Karte: A. Schöpf 79.
  • Borussia MönchengladbachSpielereignisse
    • Spielerwechsel: F. Neuhaus (In) / P. Herrmann (Out) 59.
    • Spielerwechsel: L. Stindl (In) / B. Embolo (Out) 72.
    • Spielerwechsel: T. Strobl (In) / T. Jantschke (Out) 85.
    • Gelbe Karte: S. Lainer 31.
    • Gelbe Karte: M. Thuram 51.
    • Gelbe Karte: T. Jantschke 81.
    • Gelbe Karte: L. Stindl 90+2.
.
  • Wettbewerb
  • Bundesliga
  • Anstoß
  • 17.01.2020 20:30
  • SR
  • Deniz Aytekin
  • Zuschauer
  • 62.271
  • Ort
  • VELTINS-Arena
Spielende

 

AUFSTELLUNG

Cheftrainer Marco Rose änderte die FohlenElf im Vergleich zum letzten Bundesligaspiel des Jahres 2019 bei Hertha BSC auf vier Positionen: Für die verletzten Nico Elvedi und Ramy Bensebaini rückten Stefan Lainer und Oscar Wendt in die Anfangsformation. Zudem spielten Patrick Herrmann und Jonas Hofmann anstelle von Christoph Kramer und Florian Neuhaus. Die Viererkette vor Torhüter Yann Sommer bildeten somit Stefan Lainer (rechts), Matthias Ginter , Tony Jantschke (Zentrum) und Oscar Wendt (links). Die Mittelfeldzentrale bekleideten Denis Zakaria und Jonas Hofmann, vor ihnen agierte Breel Embolo. Patrick Herrmann, Alassane Plea und Marcus Thuram kamen im Angriff zum Zug.

PERSONAL

Verletzungsbedingt musste Borussia auf Schalke auf Linksverteidiger Ramy Bensebaini (Muskelverletzung) und Innenverteidiger Nico Elvedi (Rückenbeschwerden) verzichten.

 

FC Schalke 04

  • 23Markus SchubertTorwart
  • 4Ozan KabakGelbe Karte
  • 24Bastian Oczipka
  • 5Matija Nastasic
  • 20Jonjoe KennyGelbe Karte
  • 18Daniel Caligiuri
  • 6Omar Mascarell
  • 28Alessandro SchöpfGelbe Karte
  • 8Suat SerdarTorAuswechslung
  • 11Michael GregoritschTorAuswechslung
  • 9Benito RamanAuswechslung

Einwechselspieler

  • 34Michael Langer
  • 19Guido BurgstallerEinwechslung
  • 14Rabbi Matondo
  • 31Timo Becker
  • 3Juan Miranda
  • 15Ahmed KutucuEinwechslung
  • 21Jean-Clair Todibo
  • 37Levent Mercan
  • 16Nassim BoujellabEinwechslung
  • Trainer
  • David Wagner

Borussia Mönchengladbach

  • 1Yann SommerTorwart
  • 18Stefan LainerGelbe Karte
  • 17Oscar Wendt
  • 24Tony JantschkeGelbe KarteAuswechslung
  • 28Matthias Ginter
  • 7Patrick HerrmannAuswechslung
  • 23Jonas Hofmann
  • 36Breel EmboloAuswechslung
  • 10Marcus ThuramGelbe Karte
  • 8Denis Zakaria
  • 14Alassane Pléa

Einwechselspieler

  • 19Fabian Johnson
  • 21Tobias Sippel
  • 11Raffael
  • 16Ibrahima Traoré
  • 13Lars StindlEinwechslungGelbe Karte
  • 6Christoph Kramer
  • 5Tobias StroblEinwechslung
  • 22László Bénes
  • 32Florian NeuhausEinwechslung
  • Trainer
  • Marco Rose

 

HÖHEPUNKTE 1. HÄLFTE

5.: Erste gute Tormöglichkeit für die Fohlen: Plea kommt auf halblinks an die Kugel, macht ein paar Schritte und zieht dann ab. Schalkes Keeper Schubert kann den Ball gerade noch so mit den Fingerspitzen über die Latte lenken.

6.: Im Gegenzug reagiert Sommer gleich zweimal weltklasse! Raman startet rechts durch, und flankt von der Grundlinie an den zweiten Pfosten. Dort kommt Gregoritsch zur Direktabnahme – Sommer pariert. Auch den anschließenden Nachschuss von Serdar vereitelt der VfL-Keeper.

16.: Caligiuri bringt die Kugel von rechts scharf ins Zentrum, wo Schöpf lauert. Beim Schuss des Schalkers von der Strafraumgrenze steht Sommer goldrichtig und verhindert den Einschlag.

29.: Und wieder Sommer! Nach einem Steilpass von Gregoritsch läuft Raman plötzlich völlig alleine auf den VfL-Kasten zu. Sommer reagiert aber einmal mehr glänzend und vereitelt den Schuss des Schalkers mit einer Fußabwehr.

37.: Hofmann bringt eine Ecke von der linken Seite platziert ins Zentrum, wo Thuram lauert. Den Kopfball des Franzosen kratzt Gregoritsch gerade noch so von der Linie.

45.+2: Schöpf legt den Ball nach außen auf Caligiuri, der mit seiner Hereingabe von links Gregoritsch findet. Der Kopfball des Schalkers landet deutlich rechts neben dem Tor von Sommer.

HÖHEPUNKTE 2. HÄLFTE

48.: Gregoritsch bringt den Ball von der Seitenauslinie ins Zentrum auf Serdar, der daraufhin ein paar Schritte macht und die Kugel anschließend aus 18 Metern halbhoch in den Kasten von Sommer jagt – 1:0.

58.: Die Gastgeber schalten nach einem Ballgewinn schnell um. Serdar spielt die Kugel steil auf Raman, der diese auf Gregoritsch ablegt. Der Österreicher jagt die Kugel aus halbrechter Position schließlich ins VfL-Tor – 2:0.

68.: Nach einer Freistoßflanke von Hofmann kommt Ginter relativ frei zum Kopfball, platziert die Kugel aber zu mittig. Schubert hält im Nachfassen - und dann geht auch die Fahne hoch, Ginter hatte ohnehin im Abseits gestanden.

71.: Neuhaus bedient Thuram, der sich ein Herz fasst und den Ball aufs Tor jagt. Schubert ist aber zur Stelle und klärt mit leichten Problemen zur Ecke.

 

Spieldaten — Teamstatistiken

FC Schalke 04-Borussia Mönchengladbach
  • Angriff
  • Allgemeines Spiel
  • Pässe
  • Abwehr & Disziplin
  • Angriff

    • Tore
    • FC Schalke 04 Vergleich Borussia Mönchengladbach
      2 100%0% 0
    • Torschüsse
    • FC Schalke 04 Vergleich Borussia Mönchengladbach
      15 51.7%48.3% 14
    • Torschüsse aufs Tor
    • FC Schalke 04 Vergleich Borussia Mönchengladbach
      7 58.3%41.7% 5
    • Geblockte Torschüsse
    • FC Schalke 04 Vergleich Borussia Mönchengladbach
      2 25%75% 6
    • Torschüsse von außerh. d. Strafraums
    • FC Schalke 04 Vergleich Borussia Mönchengladbach
      2 18.2%81.8% 9
    • Torschüsse von innerh. d. Strafraums
    • FC Schalke 04 Vergleich Borussia Mönchengladbach
      13 72.2%27.8% 5
    • Schussgenauigkeit
    • FC Schalke 04 Vergleich Borussia Mönchengladbach
      53.8% 46.3%53.7% 62.5%