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Herrmann: "Die beste Woche meines Lebens"

Im Interview spricht Flügelflitzer Patrick Herrmann über seinen Doppelpack gegen Werder Bremen und die aktuelle Tabellenführung.

Patrick, erste einmal herzlichen Glückwunsch zur Geburt deines Sohnes und natürlich zu deinem Doppelpack gegen Werder Bremen. Wie fühlt sich das an?

Herrmann: Man kann schon fast sagen, dass es die beste Woche meines Lebens war. Mein erster Sohn ist geboren worden, es war ein unfassbares Erlebnis dabei zu sein. Und dann gestern noch so ein Spiel abzuliefern mit zwei Toren – ich bin einfach nur glücklich.

Du hast gegen Bremen schon deinen zweiten Doppelpack in dieser Saison geschnürt. Wie hat sich das angefühlt?

Herrmann: Ich freue mich natürlich sehr darüber. Das ganze System kommt mir momentan sehr zu gute. Wenn man dann noch so gute Mitspieler hat, fällt es einem persönlich auch noch ein bisschen leichter. Vor allem mein zweites Tor hat mir sehr gut gefallen. Das war genau der Fußball, den wir spielen wollen. Aus dem Umschaltspiel heraus, sodass wir vorne mehr Räume haben. Mein erster Treffer war aber auch nicht so leicht wie es vielleicht von außen aussah. Marcus hat den Ball perfekt für mich abgelegt, aber ich musste mich schon konzentrieren, um ihn ins Tor zu bringen.

Das Ergebnis hat gegen Bremen gestimmt. Bist du auch mit eurer Leistung zufrieden?

Herrmann: Ich denke, wir machen momentan einiges richtig. Wir haben ein gutes Spiel abgeliefert, auch wenn wir zwischendurch nicht so gut ausgesehen und den Bremern zu viel Raum gelassen haben. Da haben wir zwei, drei sehr gute Chancen der Wederaner zugelassen.

Wie wichtig war in dieser Phase der gehaltene Elfmeter von Yann Sommer?

Herrmann: Es gibt im Spiel immer Situationen, die geben der Partie eine bestimmte Richtung. Der Strafstoß war so eine. Es freut mich riesig, dass Yann den Elfmeter gehalten hat. Zudem hatte er noch weitere Riesenparaden, er war gestern ein überragender Rückhalt für uns.

Ist das die beste Phase, die du bei Borussia je erlebt hast?

Herrmann: Wir hatten damals schon mal eine großartige Phase mit Marco Reus und Dante, in der wir stark gespielt haben. Es erinnert aber schon ein wenig daran, und es macht momentan einfach riesig Spaß. Wir haben verinnerlicht, was der Trainer von uns will, deswegen klappt es momentan so gut.

Was funktioniert denn derzeit besonders gut bei euch?

Herrmann: Es ist eine große Stärke von uns, dass, wenn wir den Ball verlieren, ihn häufig in der nächsten Sekunde wieder zurückgewinnen – und dann sind die Räume einfach da. Aber es gibt natürlich auch Selbstvertrauen, wenn man viele Punkte hat und oben in der Tabelle steht.

Ihr steht jetzt schon seit einigen Wochen an der Tabellenspitze. Ein gutes Gefühl?

Herrmann: Es ist natürlich schön, aktuell dort oben zu stehen. Jeder darf auf die Tabelle gucken und sich darüber freuen. Momentan herrscht eine besondere Stimmung, nicht nur hier im Stadion, sondern bei allen Borussia-Fans. Aber wir wissen, dass es verdammt eng zugeht. Das kann sich in zwei, drei Spieltagen schon wieder geändert haben. Daher wissen wir das Ganze richtig einzuordnen.

Die Medien haben euch schon als Meisterkandidat auserkoren. Wie siehst du das?

Herrmann: Die Schale haben wir definitiv noch nicht im Blick, dafür bin ich zu lange dabei, und weiß wie schnell sich alles wieder ändern kann. Es ist schön momentan und wir dürfen uns freuen. Jetzt steht aber erst einmal die Länderspielpause an, in der wir durchatmen können. Das wird uns nach den intensiven Wochen jetzt sehr gut tun.

Engagement, Enthusiasmus und Effektivität

Der Tag danach: Vierter Liga-Heimsieg in Folge, ein überragender Rückhalt im Tor und die Tabellenführung ausgebaut – alles Wichtige zum 3:1 der FohlenElf gegen Werder Bremen.

Die Geschichte des Spiels

Die Borussen waren in der Anfangsphase die aktivere Mannschaft – und das zahlte sich aus. In der 20. Minute sorgte Ramy Bensebaini per Kopf für die Führung, Patrick Herrmann legte nur zwei Minuten später mit einem Heber ins leere Tor nach. „Wir waren von Beginn an gut im Spiel und haben gezeigt, dass wir trotz des siebten Spiels in dieser Periode auch dieses noch gewinnen wollten. Da war viel Engagement und Enthusiasmus“, lobte Sportdirektor Max Eberl. Doch trotz des frühen Zwei-Tore-Rückstands streckten die Bremer nicht auf und kamen zu mehreren guten Chancen. Der überragende Yann Sommer bewahrte sein Team jedoch mit mehreren Glanztaten vor dem Anschlusstreffer. „Als Tabellenführer übersteht man auch schon mal schwierige Phasen in einem Spiel. Das Quäntchen liegt momentan auf unserer Seite – aber das ist auch verdient, weil es sich die Jungs sehr hart erarbeitet haben“, sagte Cheftrainer Marco Rose. In der 59. Minute sorgte Patrick Herrmann dann mit seinem zweiten Treffer des Tages für die Vorentscheidung. Zwar gaben sich die Bremer auch danach noch nicht geschlagen, es langte für sie in der letzten Minute der Nachspielzeit aber nur noch zum Ehrentreffer durch Leonardo Bittencourt. „Die effektivere Mannschaft hat gewonnen“, befand Rose. „Ich ziehe den Hut vor den Jungs, wie sie den jüngsten Spiele-Block absolviert haben. Sie machen es momentan wirklich gut, sie glauben an sich und unsere Idee und haben Spaß.“

Das Medienecho

Kicker: „Gladbach hat den Vorsprung an der Tabellenspitze auf vier Zähler ausgebaut. Beim 3:1-Sieg gegen Bremen zeigte die Borussia einmal mehr ihre starke Form und stellte durch einen Doppelschlag die Weichen auf Sieg. Werder hielt zwar sehr gut mit, vergab jedoch zu viele Chancen, um bei den Fohlen etwas mitzunehmen.“

Rheinische Post: „Doch der vierte Liga-Heimsieg in Serie war den Borussen auch so sicher. Ebenso wie Platz eins. Entsprechend euphorisch verabschiedeten die Fans die Mannschaft in die Liga-Pause. Binnen vier Tagen wurde zum zweiten Mal ausgelassen vor der Nordkurve getanzt, Marcus Thuram gab auch wieder den Fahnen-Schwenker. Der Fußball ist in Mönchengladbach in diesen Tagen ein steter Quell der Freude.“

Express: „Der Borussia-Wahnsinn geht weiter! Gladbach erneut im Jubelrausch. Die Fohlen fiedeln drei Tage nach der irren Europapokal-Schlacht gegen AS Rom (2:1) in der Liga auch Werder Bremen weg (3:1). Der ausverkaufte Borussia-Park kesselte und brodelte (…). Gladbach geht als Tabellenführer in die Länderspielpause, bleibt zum fünften Mal in Folge Spitzenreiter.“

Der Spieler des Spiels

In der Umfrage zum Spieler des Spiels in der FohlenApp war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Yann Sommer und Patrick Herrmann – letztlich setzte sich der Schlussmann mit 50 Prozent der Stimmen knapp gegen den Doppel-Torschützen (42 Prozent) durch. Mit mehreren Glanzparaden brachte er die Bremer schier zur Verzweiflung. Erst recht, als er auch noch den Strafstoß von Davy Klaasen parierte. „In dieser Phase hat uns Werder das Leben sehr schwer gemacht. Daher war ich sehr froh, dass ich den Elfmeter gehalten habe. Es war wichtig, um zurück ins Spiel zu finden. Danach haben wir mit neuer Energie weitergespielt“, sagte Sommer.

Die Tabellensituation

Durch den vierten Liga-Heimsieg in Folge baute die FohlenElf ihre Tabellenführung noch ein wenig aus, vier Punkte beträgt nun der Vorsprung auf RB Leipzig (2.), Bayern München (3.) und den SC Freiburg (4.), die allesamt mit 21 Zählern auf den weiteren Plätzen folgen. „25 Punkte nach elf Spielen ist eine herausragende Ausbeute“, lobte Eberl. Dass die Fohlen nun in den Medien als Meisterschaftskandidat gehandelt wird, lässt sich nicht verhindern. Doch die Borussen wissen ihre Situation intern genau einzuordnen, wie Rose erklärte: „ Ich weiß, dass das Drumherum spannend ist, aber wir versuchen, uns in nichts reinsingen zu lassen.“

Die Randnotiz des Spiels

Er ist der erste Borusse, der in dieser Saison vorzeitig vom Schiedsrichter unter die Dusche geschickt wurde. Nach einem robusten Einsteigen gegen Leonardo Bittencourt wurde Ramy Bensebaini in der 87. Minute von Schiedsrichter Tobias Stieler des Feldes verwiesen. „Ramy weiß selbst am besten, dass er in dieser Situation zu ungestüm in den Zweikampf gegangen ist“, sagte Rose. „Ich bin enttäuscht über den Platzverweis und entschuldige mich dafür. Zugleich bin ich glücklich, dass wir gewonnen und ich mein erstes Tor für Borussia erzielen konnte“, ließ der Algerier am gestrigen Sonntagabend via Twitter verlauten.

Die Zahl des Spiels

6: Mit seinem gestrigen Doppelpack kommt Patrick Herrmann in seinen bisherigen acht Bundesliga-Einsätzen schon auf sechs direkte Torbeteiligungen (4 Tore, 2 Assist). Damit hat er seine Ausbeute aus der Vorsaison (5 Scorerpunkte in 24 Einsätzen) jetzt schon übertroffen. „Das ganze System kommt mir momentan sehr zu gute. Wenn man dann noch so gute Mitspieler hat, fällt es einem persönlich auch noch ein bisschen leichter“, so Herrmann im Interview.

Das Personal

Wie schon in zurückliegenden Spielen wurde auch gestern die Freude über den Sieg ein wenig getrübt. Christoph Kramer musste bereits Mitte der ersten Hälfte verletzt ausgewechselt werden, in der 60. Minute folge ihm László Bénes, der nach einem harten Einsteigen von Nuri Sahin verletzt vom Platz humpelte. „Es wäre schön, wenn ich mal wieder wechseln kann, weil ich es möchte und nicht weil ich es muss“, sagte Rose. Eingehende Untersuchungen brachten heutigen Montag bei beiden Spielern die genauen Diagnosen: Kramer erlitt eine Zerrung am Innenband im Knie, Bénes eine Prellung am Sprunggelenk.

Der Ausblick

Den Block mit sieben Spielen innerhalb von drei Wochen haben die Fohlen erfolgreich hinter sich gebracht. „Jetzt können wir ein bisschen durchatmen“, sagte Rose mit Blick auf die anstehende Länderspielpause. Lediglich die acht nominierten Nationalspieler (Yann Sommer, Denis Zakaria, Nico Elvedi, Matthias Ginter , Stefan Lainer Ramy Bensebaini, László Bénes, Andreas Poulsen) müssen auch in den kommenden anderthalb Wochen ran. Alle übrigen Borussen können die Pause nutzen, um die Akkus wieder aufzuladen. Nach dem Sieg gegen Bremen gab Rose seinen Schützlingen zwei Tage frei. Er bittet sie erst am Mittwoch um 15 Uhr wieder auf den Trainingsplatz. Das nächste Pflichtspiel für die Fohlen steigt am Samstag, 23. November (15:30 Uhr), bei Union Berlin. „Das wird eine Aufgabe, die sicher nicht einfach wird“, warnte Rose.

Rose: "Alles rausfeuern, was noch im Tank ist"

Vor dem Bundesliga-Heimspiel am Sonntag (13:30 Uhr) gegen Werder Bremen sprach Borussias Cheftrainer Marco Rose in einem Pressegespräch mit den Journalisten über…

…den Last-Minute-Sieg gegen Rom: Wir haben vor dem Spiel darüber gesprochen, dass wir uns und unseren Fans einen speziellen Abend bereiten wollen – und der ist es am Ende auch geworden. Natürlich hoffe ich, dass uns der späte Siegtreffer viel Schwung für die bevorstehende Aufgabe gegen Bremen gibt. Trotzdem sollten wir das Ganze auch richtig einordnen. Wir haben ein wichtiges Spiel gewonnen – nicht mehr, nicht weniger. Jetzt geht es am Sonntag wieder in der Bundesliga weiter, darauf müssen wir ab sofort den Fokus legen.

…die Dinge, die seine Mannschaft noch verbessern kann: Wir wissen, dass wir Dinge immer verbessern können. Gegen Rom haben wir es verpasst, das zweite Tor nachzulegen. Danach gab es eine Phase, in der wir zu viele einfache Fehler gemacht haben. Dadurch haben wir zu viele Bälle weggegeben und kaum noch Entlastung nach vorne gehabt. In der gesamten Partie hätten wir Richtung letztes Spieldrittel auch noch einige Sachen besser lösen können. Man darf aber auch nicht vergessen, gegen wen wir gespielt haben. Daher stellen wir vorrangig die positiven Dinge heraus.

...die taktische Herangehensweise für das Spiel gegen Bremen: Bis Sonntag gilt es für die Jungs, gut zu regenerieren und dann noch einmal alles rauszufeuern, was sie noch im Tank haben. Auch wenn die Körner nach den vielen Spielen in den vergangenen Wochen etwas weniger werden, wird sich an unserer Herangehensweise nichts ändern. Wir wollen bei uns bleiben, trotzdem müssen wir schlau sein und auf bestimmte Spielphasen richtig reagieren.

…den kommenden Gegner: Bremen hat eine starke Mannschaft, aber das gilt in der Bundesliga für jeden Gegner. Es wird eine Menge auf uns zukommen. Werder verteidigt sehr stabil und spielt mit viel Tempo nach vorne. Zuhause haben die Bremer zweimal eine Führung noch spät aus der Hand gegeben, dafür haben sie sowohl in Dortmund als auch Leverkusen ein Unentschieden geholt. Auch das zeigt, dass es eine schwierige Aufgabe für uns wird.

…die personelle Situation: Tony Jantschke wird wegen eines kleinen Muskelfaserrisses ausfallen. Dafür ist Alassane Plea wieder eine Option. Ansonsten kommen ein paar Jungs allmählich zurück, teilweise waren sie auch schon wieder im Kader und hatten kurze Einsätze. Da sie alle aus einem Rehaprozess kommen, müssen wir bei ihnen aber noch vorsichtig sein. Nichtsdestotrotz werden wir auch am Sonntag eine gute Mannschaft aufs Feld bringen.

In letzter Minute den BORUSSIA-PARK zum Beben gebracht

Der Tag danach: Ein erneuter Last-Minute-Treffer, ein überglücklicher Torschütze und das Weiterkommen nun in eigener Hand – alles Wichtige zum 2:1-Sieg der FohlenElf gegen die AS Rom.

Die Geschichte des Spiels

In der fünften Minute der Nachspielzeit bebte der BORUSSIA-PARK. Denis Zakaria brachte den Ball nochmal hoch in den Strafraum, Alassane Plea köpfte auf Marcus Thuram, der wuchtig ins linke Eck einnickte. „Wir haben nie aufgegeben und immer daran geglaubt, dass wir es noch schaffen“, sagte der Torschütze. Sein Siegtreffer war gleichzeitig auch der Lohn für einen erneut mutigen Auftritt der FohlenElf. Insbesondere in der ersten Hälfte diktierte sie das Spielgeschehen, konnte aber mehrere gute Chancen nicht nutzen. In Führung ging sie dennoch verdient, weil Federico Fazio eine Hereingabe von Thuram ins eigene Tor bugsierte. „Wir haben eine bärenstarke erste Halbzeit gespielt, viel Druck entfacht und die Römer nicht ins Spiel kommen lassen“, lobte Trainer Marco Rose. Nach dem Wechsel habe seine Mannschaft dann ein wenig die Kontrolle verloren. Das nutzten die Gäste, um in der 61. Minute durch Fazio auszugleichen. Borussia musste dann eine schwierige Phase überstehen, ehe sie in der Schlussphase selbst wieder das Ruder übernahm und am Ende erfolgreich auf den Siegtreffer drängte. Nach dem 1:1 bei Istanbul Başakşehir und dem 1:1 in Rom trafen die Fohlen in der UEFA Europa League zum dritten Mal in Folge in der Nachspielzeit. „Wenn du so etwas ein paar Mal erlebt hast, glaubst du daran, dass es wieder klappen kann“, sagte Rose. „Es war ein ganz wichtiger Sieg, der uns wieder alle Möglichkeiten gibt, in der Europa League zu überwintern.“

Das Medienecho

Kicker: „Borussia hat einen wichtigen und prestigeträchtigen Sieg in der Europa League eingefahren: Der Bundesliga-Spitzenreiter kam gegen die AS Rom zu einem ganz späten 2:1-Erfolg. Nach dem Ausgleich schwammen die Fohlen zwischenzeitlich, ehe Thuram den Borussia-Park in der 95. Minute in ein Tollhaus verwandelte.“

Westdeutsche Zeitung: Was für eine rauschender Europapokal-Abend, den Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach nun in der Europa League hingelegt hat. Die Elf vom Niederrhein setzte sich in der Gruppe J am Donnerstag gegen den italienischen Top-Klub AS Rom mit 2:1 (1:0) durch und kann nun doch noch das Ziel, auf internationalem Parkett zu überwintern, aus eigener Kraft erreichen.“

Express: „Borussi-Ja! Wahnsinn. Irre. Gladbach wendet in letzter Sekunde das wahrscheinliche Aus im Europapokal ab. Der VfL besiegte am Donnerstag die AS Rom in einer rauschenden Europapokal-Nacht mit 2:1 – und ist damit in der Gruppe J der Europa League wieder voll im Geschäft.“

Der Spieler des Spiels

Marcus Thuram ist weiter nicht zu stoppen. In der Bundesliga steuerte er in den vergangenen sechs Spielen fünf Tore und vier Assists bei, gestern bereitete er das Eigentor der Gäste mit einer scharfen Hereingabe vor und sorgte in der letzten Minute der Nachspielzeit auch für den Siegtreffer. So war es auch keine Überraschung, dass der Franzose in der FohlenApp die Wahl zum Spieler des Spiels mit 78 Prozent aller Stimmen klar für sich entschied. „Ich bin überglücklich. Es war fantastisch, in der letzten Minute das entscheidende Tor zu schießen. Aber natürlich haben wir es der Stärke des gesamten Teams zu verdanken, dass wir das Spiel noch gewonnen haben“, sagte Thuram.

Die Randnotiz des Spiels

Nach dem Thuram-Tor kannte der Jubel bei den Fohlen keine Grenzen mehr. Nahe der rechten Eckfahne bejubelten die Spieler vor der Nordkurve ihr Last-Minute-Glück. Mittendrin auch Florian Neuhaus, der in der 73. Minute ausgewechselt worden war, und Christoph Kramer, der den gesamten Abend auf der Ersatzbank verbracht hatte. Da es für Auswechselspieler und Reservisten nicht erlaubt ist, das Spielfeld zu betreten, bedachte der spanische Schiedsrichter Jesus Gil Manzano beide mit der Gelben Karte. Da Kramer in dieser Saison bereits zum dritten Mal auf der internationalen Bühne verwarnt wurde, ist der Mittelfeldspieler nun für das nächste Europa-League-Spiel beim Wolfsberger AC (28. November, 18:55 Uhr) gesperrt.

Die Tabellensituation

Durch ihren Last-Minute-Sieg hat sich die FohlenElf nach dem vierten Spieltag in der Gruppenphase der UEFA Europa League in eine gute Ausgangslage gebracht. Istanbul Başakşehir führt die Tabelle der Gruppe J aktuell mit sieben Zählern an, dahinter folgen Borussia und die Roma mit jeweils fünf und Wolfsberg mit vier Punkten. Mit zwei Siegen beim WAC (28. November) und gegen Istanbul (12. Dezember) wäre die FohlenElf nicht nur weiter, sondern sogar Gruppenerster. Vier Punkte reichen sicher für den Einzug in die Zwischenrunde. „Wir haben noch nichts gewonnen“, warnte Rose aber. „Mit dem Sieg gegen Rom, haben wir uns wieder ein gutes Gefühl geholt. Doch das nächste Spiel wartet in Wolfsberg auf uns, und wir wissen alle, wie das Hinspiel gelaufen ist. Dort gilt es jetzt, den Spieß umzudrehen.“

Das Personal

Borussia hatte kurzfristig auf Patrick Herrmann verzichten müssen – bei dessen hochschwangeren Frau Sandra hatte sich die Geburt von Söhnchen Leonard angekündigt. Umso wichtiger war, dass Alassane Plea nach überstandener Muskelverletzung im Oberschenkel wieder rechtzeitig fit geworden war. „Bei ihm hat unsere medizinische Abteilung eine Punktladung vollbracht“, sagte Rose. "Lasso ist ein wichtiger Faktor in unserer Mannschaft. Wir waren froh, dass wir ihn gestern von der Bank bringen konnten.“ Dafür gab es Mitte der ersten Hälfte den nächsten Wermutstropfen, denn Tony Jantschke musste mit einem kleinen Muskelfaserriss im Oberschenkel ausgewechselt werden.

Der Ausblick

Noch einmal müssen die Borussen am Sonntag (13:30 Uhr) im Bundesligaspiel gegen Werder Bremen alle Kräfte bündeln, bevor sie dann in der anschließenden Länderspielpause ihre Akkus wieder ein wenig aufladen können. „Wir müssen am Sonntag nochmal auf die Zähne beißen, denn wir wollen unsere Serie natürlich gerne auch in der Bundesliga weiter ausbauen“, sagte Rose, der ankündigte, dass er „einige frische Leute reinbringen wird.“ Heute absolvierten seine Schützlinge lediglich eine regenerative Einheit. Das Abschlusstraining vor dem bereits ausverkauften Bremen-Spiel findet am Samstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Rose: „Die Jungs machen es mir leicht“

Nach dem 2:1-Auswärtserfolg bei Bayer 04 Leverkusen sprach Trainer Marco Rose über…

…die personelle Situation: Im Moment geht es tatsächlich auch darum, elf gesunde Spieler zu finden. László Bénes hatte einen Anflug von einer Grippe, er konnte gegen Leverkusen nicht starten. Jordan Beyer hatte eine Erkältung, und bei Denis Zakaria haben wir gemeinsam entschieden, dass es keinen Sinn macht, ihn von Beginn an spielen zu lassen: Er war auch einfach vom Kopf her durch und brauchte mal eine Pause. Aber das Schöne ist, dass wir einen großen Pool an Spielern haben, denen wir zu 100 Prozent vertrauen. Die Jungs machen es mir leicht, weil sie ihre Aufgaben annehmen.

…die Leistung in Leverkusen: Ich hatte den Eindruck, dass die Jungs auch gegen Leverkusen wieder Bock hatten. Ergebnisse helfen dabei aber natürlich auch sehr und geben Selbstvertrauen. Und selbst bei der Niederlage in Dortmund haben die Jungs gemerkt, dass unsere Spielidee lange aufgegangen ist und es funktioniert hat. Es geht also nicht immer um Ergebnisse, sondern auch um die Art und Weise, wie wir auftreten. In dem Zusammenhang ist es für mich bezeichnend, dass wir mit dem Spiel in Leverkusen vier Spiele hintereinander über 120 Kilometer gelaufen sind und mittlerweile immer über 200 Sprints pro Spiel absolvieren. In den ersten fünf oder sechs Spielen sind wir vielleicht 115 Kilometer gelaufen und haben um die 150 Sprints gemacht. Jetzt laufen wir regelmäßig auf hohem Niveau, da müssen wir dranbleiben.

…die taktische Ausrichtung in Leverkusen: Ich finde, wir haben ein sehr ordentliches Spiel abgeliefert. Wir haben wieder mit einem 3-4-1-2 angefangen. Dann haben wir gemerkt, dass das Gegentor aufgrund einer klassische Fünferkettenproblematik entstanden ist. Wir hatten zu viele Spieler auf einer Linie, dadurch ist die Gefahr groß, dass irgendeiner das Abseits aufhebt. Danach haben wir gegen den Ball mit einer Raute im Mittelfeld gespielt und am Ende noch mal auf ein 5-4-1 umgestellt, um Breite und Tiefe zu generieren und das Ding zu Ende zu verteidigen. Das war vielleicht auch ein kleiner Lerneffekt aus Dortmund. Da wollten wir das Signal nicht aussenden. Gegen Leverkusen hatten wir aber gar keine andere Wahl, weil wir nicht mehr in der Lage waren, zu entlasten.

…den Drei-Tages-Rhythmus: Wir können uns hinsetzen und jammern, wir können sagen, wir sind müde - oder wir sagen: Das, was wir machen, funktioniert, und wir regenerieren gut. Wir werden auch nicht immer alle drei Tage spielen. Vier Spiele im Drei-Tages-Rhythmus - das habe ich noch nicht einmal in Salzburg erlebt und ist im Fußball schwierig. Wahrscheinlich kommt deshalb auch irgendwann einmal ein Spiel, in dem wir merken, heute läuft es einfach nicht. Aber warum sollten wir nicht trotzdem versuchen, jedes Mal unser Spiel durchzuziehen? Dafür trainieren wir und dafür haben wir im Staff Leute, die dafür sorgen, dass wir bestens regenerieren können.

…die nächsten Tage: Wir hatten von der Belastung her eine extreme Phase, durch die wir aber gut durchgekommen sind und in der wir gute Leistungen und gute Ergebnisse geliefert haben. Jetzt haben wir erst einmal fünf Tage Pause. Am Montag haben die Jungs frei, und dann freuen wir uns auf zwei weitere Spiele vor der Länderspielpause: ein sehr wichtiges in der UEFA Europa League und eines zuhause gegen Bremen.

…seine Rolle als Trainer: Als Chef-Trainer in der Bundesliga braucht man immer Ergebnisse. Ich weiß ja, wie die Erwartungshaltung war: Da kommt einer aus Österreich, der Salzburg trainiert hat, dann schauen wir mal, wie er sich in der Bundesliga macht. Wenn es dann nicht schnell läuft, gibt es Druck. Ich glaube aber, dass jetzt schon zu erkennen ist, dass hinter unserem Spiel eine gewisse Idee steckt. Wir belohnen uns derzeit mit Ergebnissen, und das bedeutet, dass wir alle und auch das Umfeld schon in diesem frühen Stadium an die Idee glauben. Das hilft einem Trainer natürlich.

Wendt: „Wir haben alles gegeben für den Sieg“

Im Interview spricht Oscar Wendt über den 2:1-Sieg bei Bayer 04 Leverkusen und über die Tabellenführung.

Oscar, wie viel Spaß macht es nach so Siegen wie in Leverkusen bei Borussia Fußball zu spielen?

Oscar Wendt: Es macht immer Spaß bei Borussia Fußballspieler zu sein. Aber im Moment bringen wir einfach eine Top-Leistung und haben viele erfolgreiche Spiele absolviert. Das macht dann natürlich noch mehr Spaß.

Dein Tor und das von Marcus Thuram sind aus ähnlichen Situationen entstanden. Habt ihr das einstudiert?

Oscar Wendt: Ja, wir haben die Situation trainiert. Normalerweise komme ich ja über außen und bringe die Bälle in die Mitte. Diesmal kam Marcus über die rechte Seite. Ich habe gedacht, laufe ich doch mal durch, er hat mich dann in der Mitte gesehen und mir den Ball perfekt aufgelegt.

Warum ist es in der zweiten Hälfte noch mal eng geworden?

Oscar Wendt: Wir haben gut gespielt, zwei Tore gemacht und nur eines kassiert. Wir haben dadurch gewonnen, das ist erstmal das Wichtigste. Aber wir haben nicht die beste Leistung auf den Platz gebracht. Trotzdem: Wir haben gekämpft und alles gegeben für den Sieg.

Wie fühlt es sich an, weiterhin ganz oben in der Tabelle zu stehen?

Oscar Wendt: Wir freuen uns über die Punktzahl, und ich denke wir haben sie uns verdient. Aber wir haben erst zehn Spiele gespielt und es folgen noch einige. Da müssen wir jetzt auch realistisch bleiben. Wir werden aber natürlich versuchen, weiter oben zu bleiben. Das ist schließlich Fußball. Man spielt jeden Tag, um Spiele zu gewinnen. Das versuchen wir in jeder Partie.

Mit großer Leidenschaft den Sieg verteidigt

Der Tag danach: Ein umkämpfter Sieg bei einem Top-Team, das Comeback von Matthias Ginter und die erneute Verteidigung der Tabellenspitze – alles Wichtige zum 2:1-Sieg der FohlenElf in Leverkusen.

Die Geschichte des Spiels

Trotz der hohen Belastung der vergangenen Tage entwickelte sich ein Spiel mit hohem Tempo und einigen Möglichkeiten. Borussia nutzte ihrerseits die erste. Marcus Thuram umkurvte Wendell und bediente anschließend punktgenau Oscar Wendt, der zur Führung einschoss (18.). Nur sieben Minuten später glich Leverkusen in Person von Kevin Volland aus (25.). Doch kurz vor der Halbzeitpause gingen die Fohlen erneut in Führung. Wieder ging es über die rechte Seite, diesmal flankte Patrick Herrmann auf Marcus Thuram, der die Kugel nur noch über die Linie drücken musste (42.). „Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment aussprechen, die das vierte Spiel in Folge im Drei-Tages Rhythmus absolviert hat“, so Chefcoach Marco Rose. „Trotzdem wollten wir uns selber treu bleiben und Leverkusen unter Druck setzen. Das ist uns in der ersten Hälfte sehr ordentlich gelungen. Es war wichtig, dass wir da auch zwei Tore erzielt haben." Im zweiten Durchgang machten die Hausherren immer mehr Druck, doch der VfL hatte seinerseits durch einige Konter die Möglichkeit, das Spiel zu entscheiden. „Wie sich die Mannschaft in alles reingeworfen hat, was in die Richtung unseres Tores kam und dazu noch den Gegner ständig selbst unter Stress gesetzt hat, hat mir sehr gut gefallen. Die Mannschaft ist gerade körperlich am Anschlag, aber da sieht man, was Wille alles bewirken kann“, freute sich Sportdirektor Max Eberl. In der Nachspielzeit sah Leverkusens Leon Bailey wegen einer Tätlichkeit noch die Rote Karte.

Das Medienecho

Süddeutsche Zeitung: Das nennt man einen Lauf: Borussia Mönchengladbach baut durch den Sieg bei Bayer Leverkusen die Tabellenführung aus - und muss dafür nicht einmal überzeugen.

Frankfurter Allgemeine Zeitung: Auch mit dem Dusel eines Bundesliga-Tabellenführers übersteht Borussia Mönchengladbach die hochwertige Partie bei Bayer Leverkusen. Das Hochgefühl der „Fohlen“ erinnert an ganz alte Zeiten.

Kicker: Borussia Mönchengladbach hat ein intensives und sehr kurzweiliges Spiel bei Bayer Leverkusen mit 2:1 gewonnen. Beide Mannschaften legten über die komplette Spieldauer höchstes Tempo an den Tag, Gladbach zeigte sich vor dem Tor allerdings kaltschnäuziger und hat damit weiterhin die Tabellenführung inne.

Rheinische Post: Die Art und Weise, wie Roses Team vor allem vor der Pause auftrat bei Bayer war ihrer Spitzenposition würdig. Es spielte nicht spektakulär, war in der Defensive aber recht gut organisiert und vor dem gegnerischen Tor effizient und effektiv.

Express: Was war für ein irrer Schlagabtausch vor 30.210 Zuschauern in der ausverkauften Werksklub-Arena. Es ging von Beginn an hin und her. Gladbach hielt Leverkusens Sturmlauf bis zum Schluss Stand.

Der Spieler des Spiels

Marcus Thuram befindet sich weiter in absoluter Top-Form: Das 1:0 mustergültig vorbereitet, das 2:1-Siegtor selbst erzielt – da war in der FohlenApp bei der Wahl zum Spieler des Spiels eigentlich kein Vorbeikommen an dem 22-jährigen Stürmer. Und so wählten 52 Prozent der Fans Thuram zum „Man of the Match“, deutlich vor Yann Sommer (19 Prozent), der seinerseits mit einigen guten Paraden den knappen Erfolg am Ende sicherte. Marcus Thuram hat nun in den vergangenen sechs Bundesliga-Spielen überragende neun direkte Torbeteiligungen zu verbuchen. Fünfmal traf er selbst, vier Tore legte er für seine Mitspieler auf. "Marcus lernt von Woche zu Woche und bringt seine Qualitäten immer besser ein", so Max Eberl. "Die ganze Mannschaft und auch er treten aktuell sehr selbstbewusst auf."

Die Zahl des Spiels

7: Der Erfolg in Leverkusen war bereits der siebte Sieg im zehnten Bundesliga-Spiel dieser Saison. Eine solche Ausbeute gelang dem VfL zuletzt in der Spielzeit 1987/88, als man mit sieben Siegen und drei Niederlagen allerdings „nur“ Tabellendritter war. Zudem ist die FohlenElf aktuell das beste Auswärtsteam der Liga. In der Fremde stehen für Borussia nun bereits zwölf Zähler zu Buche (4 Siege, 1 Niederlage).

Die Randnotiz

Gerade einmal vier Wochen nach seiner schweren Schulterverletzung, die er sich beim 5:1 gegen den FC Augsburg zugezogen hatte, stand Matthias Ginter in Leverkusen wieder von Beginn an auf dem Platz. Der Innenverteidiger hielt gemeinsam mit seinen Teamkollegen dem Leverkusener Druck der zweiten Hälfte stand und war dementsprechend am Ende sowohl über sein Comeback als auch über den Sieg hocherfreut: „Klar hat es mich gefreut, nach meiner Verletzungspause wieder dabei zu sein. Wenn man das Spiel am Ende gewinnt, ist es natürlich noch schöner.“

Die Tabellensituation

Borussia bleibt weiterhin Spitzenreiter der Bundesliga und hat durch den 2:1-Sieg in Leverkusen die Tabellenführung sogar leicht ausgebaut. Mit 22 Punkten nach zehn Partien liegt der VfL nun drei Zähler vor Borussia Dortmund (19) sowie vier vor Leipzig, Bayern und Freiburg (jeweils 18). „Der Blick auf die Tabelle ist schön“, gibt Christoph Kramer zu. „Auf Platz eins zu stehen, aber vor allem auch unsere guten Leistungen, geben uns viel Selbstvertrauen für die nächsten Aufgaben.“ Das sieht auch Sportdirektor Max Eberl so: „Die 22 Punkte tun uns richtig gut. Die aktuelle Tabellensituation soll uns nicht hemmen, sondern Lust machen.“

Der Ausblick

Am heutigen Sonntag standen die Regeneration beziehungsweise das Spielersatztraining an. Parallel dazu absolvierte Ramy Bensebaini, der zuletzt über muskuläre Probleme im Oberschenkel klagte, eine Laufeinheit. Ehe es in die Länderspielpause geht warten noch zwei Heimspiele innerhalb einer Woche auf die FohlenElf. Am Donnerstag kommt die AS Rom zum vierten Spieltag der UEFA Europa League in den BORUSSIA-PARK (21:00 Uhr). Nur drei Tage darauf erwartet der VfL am 11. Bundesliga-Spieltag im heimischen Stadion den SV Werder Bremen (13:30 Uhr). Am morgigen Montag ist erst einmal trainingsfrei. Am Dienstag trainieren die Borussen um 16:00 Uhr.

Stindl: „Wir hätten etwas cleverer sein müssen“

Borussias Kapitän Lars Stindl spricht im Interview über das 1:2 beim BVB und das damit verbundene Aus im DFB-Pokal.

Lars, kannst du deine Gefühle nach der Pokal-Niederlage in Dortmund schon in Worte fassen?

Lars Stindl: Die Niederlage fühlt sich merkwürdig an, sie ist brutal ärgerlich. Unser Ziel war es, im Pokal eine Runde weiter zu kommen – das ist uns leider nicht gelungen. Wir haben aber ein sehr gutes Spiel gemacht, haben einen echt guten Fight abgeliefert. Die Möglichkeit, eine Runde weiterzukommen, war groß. Aufgrund des großen Aufwands, den wir betrieben haben, hätten wir es auch verdient gehabt, in die nächste Runde einzuziehen.

Wie fällt deine Analyse des Spiels aus?

Stindl: In der ersten Halbzeit sind auf beiden Seiten Fehler unterlaufen. Wir hatten aber auch sehr gute Phasen. In diesen hatten wir gute Balleroberungen, hätten vielleicht nur im letzten Drittel noch einen Tick klarer spielen müssen. Mit einem sauberen Passspiel hätten wir uns wahrscheinlich noch mehr Chancen erspielt, obwohl wir schon zwei oder drei richtig gute Tormöglichkeiten hatten. Da hätten wir schon in Führung gehen können. Aber wir haben nicht aufgesteckt und haben in der zweiten Halbzeit genau da weitergemacht. Die ganze Truppe hat alles reingehauen. Wir haben einen hohen Aufwand betrieben und uns dafür in der 71. Minute mit dem Führungstreffer durch Marcus belohnt. Wir haben uns dann aber viel zu schnell hintereinander die zwei Gegentreffer gefangen.

Was waren aus deiner Sicht die Gründe für Dortmunds Doppelschlag innerhalb von nur vier Minuten?

Stindl: Nach unserem Führungstreffer hätten wir es besser runterspielen und etwas cleverer sein müssen. Wir hätten besseren Ballbesitzfußball spielen und noch mehr Ballstafetten haben müssen, um die Dortmunder noch weiter auseinander zu ziehen. In der einen oder anderen Situation hätten wir etwas cooler sein und die Lücken noch besser ausnutzen müssen, um den zweiten Treffer nachzulegen. Das ist uns leider nicht gelungen. Es war klar, dass Dortmund nach dem 0:1 nochmal alles nach vorne werfen würde, weil es im Pokal nur ums Weiterkommen geht.

Wie hat die Mannschaft aus deiner Sicht die Idee des Trainers hinsichtlich des Spielsystems umgesetzt?

Stindl: Das Trainerteam hatte sich für dieses Duell etwas überlegt. Es wollte eine neue Idee einbringen mit einer Dreier- beziehungsweise Fünferkette. Die Außen - Stefan Lainer und Ramy Bensebaini beziehungsweise Oscar Wendt - sind die Dortmunder sehr hoch angelaufen. Sie haben den Gegner damit vor massive Probleme gestellt. Und dennoch: Am Ende müssen wir konstatieren, dass wir aus dem Pokal ausgeschieden sind.

Nach deiner langen Verletzungspause hast du erstmals wieder 90 Minuten durchgespielt. Wir hat sich das für dich angefühlt?

Stindl: Der Trainer hat mich vor dem Spiel informiert, dass ich von Anfang an spiele – so lange es geht. Ich habe mich auch ganz gut gefühlt und versucht, meinen Teil zu einem erfolgreichen Spiel beizutragen. Am Ende wurde es schwieriger für mich, aber unter dem Strich war es auch über die volle Distanz ein gutes Gefühl. Unsere personellen Probleme, die wir momentan haben, sind kein Thema für uns.

Der Fokus liegt jetzt wieder auf der Bundesliga...

Stindl: Momentan überwiegt noch der Frust über die Niederlage, weil wir aus einem tollen Wettbewerb ausgeschieden sind, für den wir uns viel vorgenommen hatten. Es gilt sich aber schnell aufzurappeln, denn am Samstag ist schon das nächste Bundesligaspiel in Leverkusen - und da wollen wir wieder erfolgreich sein.

Nicht das bekommen, was verdient gewesen wäre

Der Tag danach: Dem BVB erneut auf Augenhöhe begegnet, Makridis gibt Pflichtspieldebüt und nur wenig Zeit zur Regeneration – alles Wichtige zur 1:2-Niederlage der FohlenElf bei Borussia Dortmund.

Die Geschichte des Spiels

Beide Mannschaften waren von Beginn an um Offensivaktionen bemüht, es fehlte aber sowohl bei den Dortmundern als auch bei den Gladbachern an der letzten Präzision. Die Fohlen setzten den BVB im ungewohnten 3-5-2-System durch ein frühes Anlaufen immer wieder unter Druck – und bekamen nach dem Wechsel mehr und mehr Zugriff auf das Spiel. In der 71. Minute brachte Marcus Thuram seine Farben per Kopf in Front. Die Hausherren rappelten sich aber sofort auf und drehten den Spieß durch einen Doppelschlag von Julian Brandt (77./80.) um. „Ich hatte nicht das Gefühl, dass die Dortmunder großen Druck entfachen würden, aber dann haben sie leider aus zwei Chancen zwei Tore gemacht – hinten heraus wurde es dann für uns natürlich sehr schwer“, sagte Chefcoach Marco Rose. Bis zum Abpfiff versuchte sein Team alles, um die Verlängerung zu erzwingen, der Ausgleich gelang trotz aller Bemühungen aber nicht mehr. „Wir haben ein sehr ordentliches Spiel gemacht und sind Dortmund erneut auf Augenhöhe begegnet. Gerade gegen den Ball haben wir viel von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten“, sagte Rose und fügte an: „Wir sind sehr enttäuscht, denn wir haben nicht das bekommen, was verdient gewesen wäre. Dennoch bin ich sehr stolz auf die Jungs, wie mutig sie wieder gearbeitet und gespielt haben.“

Das Medienecho

Kicker: „Lange Zeit tat sich vor der Rekordkulisse für eine zweite Pokalrunde von 79.800 Zuschauern nicht allzu viel. Erst in den letzten 20 Minuten wurde es turbulent. Nach Rückstand drehte der BVB schließlich noch die Partie.“

Rheinische Post: „Endstation Dortmund: Borussia Mönchengladbach ist im DFB-Pokal in der zweiten Runde gescheitert. Marcus Thuram hatte die Gladbacher in Führung gebracht, aber dann kam der Auftritt von Julian Brandt.“

Express: „Gladbachs Horror-Serie gegen Dortmund hält an – auch im DFB-Pokal. Beim 2:1 (0:0) des BVB reicht den Fohlen selbst eine Führung durch Thuram (71.) nicht. (…), zum zehnten Mal in Folge verliert Gladbach gegen den BVB.“

Der Spieler des Spiels

Denis Zakaria: An ihm gab es gestern so gut wie kein Vorbeikommen. In seiner neuen Rolle als zentraler Mann in der Abwehrdreierkette lieferte der Schweizer eine bärenstarke Vorstellung ab. Er entschied nahezu alle Zweikämpfe für sich und erstickte dank seiner enormen Laufarbeit zahlreiche Angriffe der Hausherren bereits im Keim. Die Fans honorierten diese Leistung und wählten Zakaria in der FohlenApp mit fast 70 Prozent aller Stimmen zum Spieler des Spiels. Für ihn war das natürlich kein Trost. „Es ist schwer für uns, diese Niederlage zu akzeptieren. Es wäre absolut möglich gewesen, eine Runde weiterzukommen. Wir haben eine gute Leistung gezeigt, aber es hat am Ende leider nicht gereicht.“

Die Randnotiz des Spiels

In den vergangenen drei Bundesligaspielen gegen Augsburg (5:1), in Dortmund (0:1) und gegen Frankfurt (4:2) hatte Charalambos Makridis jeweils schon im Kader der FohlenElf gestanden. Gestern durfte der 23-Jährige, der im Januar 2017 vom SC Verl nach Mönchengladbach gewechselt war, sein Pflichtspieldebüt für die FohlenElf feiern. Drei Minuten vor Schluss kam Makridis für Jonas Hofmann in die Partie. Beinahe hätte der dribbelstarke Offensivakteur sogar noch seinen ersten Assist verbucht, doch Thuram konnte sein Zuspiel in der dritten Minute der Nachspielzeit nicht verwerten und scheiterte an BVB-Keeper Marwin Hitz.

Der Vorfall des Spiels

In der Nachspielzeit zeigte Schiedsrichter Benjamin Cortus Borussias Cheftrainer die Rote Karte, nachdem Rose protestierend aus seiner Coaching-Zone Richtung Spielfeld gerannt war und sich unsportlich in Richtung der Unparteiischen geäußert hatte. Am heutigen Freitag hat das DFB-Sportgericht Rose im Einzelrichterverfahren nach Anklageerhebung durch den DFB-Kontrollausschuss wegen eines unsportlichen Verhaltens mit einem Innenraumverbot für das nächste DFB-Pokalspiel belegt. Der Trainer hat dem Urteil zugestimmt, es ist damit rechtskräftig.

Die Personallage

Vor dem Spiel hatte Chefcoach Rose betont, dass Jonas Hofmann und Lars Stindl aufgrund ihrer langen Verletzungspausen noch nicht in der Lage sind, über einen längeren Zeitraum zu spielen. Doch beide Akteure gingen gestern an oder sogar über ihr Limit. Stindl spielte durch, Hofmann biss bis zur 87. Minute auf die Zähne. „Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass beide es im Tank haben, so lange zu spielen", staunte Rose. "Beide haben es großartig gemacht und ihre Grenzen verschoben“, fügte Borussias Chefcoach an, dem nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Ramy Bensebaini personell ein wenig die Hände gebunden waren. Denn vor dem Spiel hatte sich auch noch Christoph Kramer zum ohnehin schon großen Lazarett dazugesellt, den Mittelfeldspieler legte eine Grippe flach. „Chris scheint es etwas schlimmer erwischt zu haben. Wir müssen abwarten, wie schnell das Fieber bei ihm weggeht, und wann er wieder belastungsfähig ist“, sagte Rose.

Der Ausblick

Für die Fohlen geht es im Drei-Tage-Rhythmus weiter. Schon am Samstag (15:30 Uhr) wartet am zehnten Bundesliga-Spieltag das Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen auf sie. „Wir haben leider wieder nur wenig Zeit zu regenerieren. Gerade auf Grund unserer angespannten Personallage ist es keine leichte Situation, aber wir nehmen es, wie es kommt und werden auch am Samstag eine gute Truppe aufs Feld schicken“, sagte Rose. Das Abschlusstraining der FohlenElf vor der Partie in der BayArena steigt am morgigen Freitag unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

0:1 - couragierte Vorstellung der Fohlen nicht belohnt

Im Top-Spiel des achten Bundesliga-Spieltags zog die FohlenElf trotz einer couragierten Leistung mit 0:1 (0:0) bei Borussia Dortmund den Kürzeren.

Im Signal Iduna Park entwickelte sich eine intensive Partie, in der sich beide Teams von Beginn an nichts schenken. Sowohl der BVB als auch die FohlenElf kam im ersten Durchgang zu ein paar guten Chancen, doch beide Keeper bewahrten ihr Team jeweils vor einem Rückstand. Nach dem Wechsel ging der BVB dann durch Marco Reus (58.) zur Führung. Die Fohlen steckten nicht auf und drängten auf den Ausgleich. Auf der Gegenseite konterten die Hausherren gefährlich, so dass es in der Schlussphase zu einem offenen Schlagabtausch kam. Die couragierte Leistung der Fohlen wurde am Ende nicht mehr mit dem Ausgleich belohnt.

 

Zeitleiste

Borussia Dortmund1 - 0Borussia Mönchengladbach
  • M. Reus 58
 
  • Borussia DortmundSpielereignisse
    • Tor: M. Reus 58.
    • Spielerwechsel: M. Hitz (In) / R. Bürki (Out) 71.
    • Spielerwechsel: D. Zagadou (In) / J. Brandt (Out) 90+2.
    • Spielerwechsel: L. Piszczek (In) / T. Hazard (Out) 90+6.
    • Gelbe Karte: T. Delaney 61.
  • Borussia MönchengladbachSpielereignisse
    • Spielerwechsel: P. Herrmann (In) / B. Embolo (Out) 63.
    • Spielerwechsel: F. Neuhaus (In) / L. Bénes (Out) 63.
    • Spielerwechsel: L. Stindl (In) / O. Wendt (Out) 78.
    • Gelbe Karte: T. Jantschke 88.
    • Gelbe Karte: F. Neuhaus 90+1.
.
  • Wettbewerb
  • Bundesliga
  • Anstoß
  • 19.10.2019 18:30
  • SR
  • Sascha Stegemann
  • Zuschauer
  • 81.365
  • Ort
  • SIGNAL IDUNA PARK
Spielende

 

AUFSTELLUNG

Borussias Cheftrainer Marco Rose veränderte die Stammformation im Vergleich zum jüngsten Spiel gegen den FC Augsburg (5:1) auf drei Positionen. Anstelle von Matthias Ginter , Ramy Bensebaini und Patrick Herrmann durften Nico Elvedi, Oscar Wendt und Breel Embolo von Beginn an ran. Die Viererkette vor Yann Sommer setzte sich aus Stefan Lainer, Tony Jantschke, Nico Elvedi und Oscar Wendt zusammen. Im Mittelfeld kamen Christoph Kramer, Denis Zakaria, László Bénes und Breel Embolo zum Einsatz. Das Angriffsduo bildeten Marcus Thuram und Alassane Plea.

PERSONAL

Verletzungsbedingt fehlten Tobias Sippel (Innenbandanriss im Knie), Raffael (Adduktorenprobleme), Matthias Ginter (Schulterluxation mit Kapselbandverletzung), Ibrahima Traoré (Kapselbandverletzung im Sprunggelenk), Fabian Johnson (Muskelverletzung im Adduktorenbereich), Tobias Strobl (arthroskopischer Eingriff am Innenmeniskus), Torben Müsel (arthroskopischer Eingriff am Knie) und Keanan Bennetts (Muskelbündelriss im Oberschenkel).

 

Borussia Dortmund

  • 1Roman BürkiTorwartAuswechslung
  • 16Manuel Akanji
  • 33Julian Weigl
  • 15Mats Hummels
  • 14Nico Schulz
  • 6Thomas DelaneyGelbe Karte
  • 5Achraf Hakimi
  • 28Axel Witsel
  • 23Thorgan HazardAuswechslung
  • 11Marco ReusTor
  • 19Julian BrandtAuswechslung

Einwechselspieler

  • 22Mateu Morey
  • 8Mahmoud Dahoud
  • 34Jacob Bruun Larsen
  • 35Marwin HitzEinwechslung
  • 18Leonardo Balerdi
  • 26Lukasz PiszczekEinwechslung
  • 2Dan-Axel ZagadouEinwechslung
  • 13Raphael Guerreiro
  • Trainer
  • Lucien Favre

Borussia Mönchengladbach

  • 1Yann SommerTorwart
  • 30Nico Elvedi
  • 18Stefan Lainer
  • 17Oscar WendtAuswechslung
  • 24Tony JantschkeGelbe Karte
  • 6Christoph Kramer
  • 22László BénesAuswechslung
  • 8Denis Zakaria
  • 14Alassane Pléa
  • 10Marcus Thuram
  • 36Breel EmboloAuswechslung

Einwechselspieler

  • 25Ramy Bensebaini
  • 7Patrick HerrmannEinwechslung
  • 23Jonas Hofmann
  • 44Charalambos Makridis
  • 15Jordan Beyer
  • 13Lars StindlEinwechslung
  • 32Florian NeuhausEinwechslungGelbe Karte
  • 31Max Grün
  • 40Andreas Poulsen
  • Trainer
  • Marco Rose

 

HÖHEPUNKTE 1. HÄLFTE

5.: Die erste Chance der Partie hat Jantschke, der nach einem Eckball aus kurzer Distanz zum Kopfball kommt. Reus steht aber im Weg und blockt die Kugel mit der Schulter.

6.: Der BVB nähert sich das erste Mal durch Hazard dem Tor an. Die anschließende Ecke köpft Delaney per Aufsetzer knapp drüber.

12.: Nach Zuspiel von Reus taucht Brandt links im Gladbacher Strafraum auf. Dessen Flachschuss pariert Sommer glänzend.

26.: Gute Chance für Lainer, der nach einer von Jantschke verlängerten Freistoßflanke am zweiten Pfosten zum Abschluss kommt – Bürki ist auf seinem Posten und wehrt den Ball ab.

29.: Embolo enteilt der BVB-Abwehr und steht plötzlich frei vor Bürki. Der Schlussmann fährt aber im richtigen Moment das Bein aus und klärt.

33.: Hazard zieht aus 20 Metern ab, Wendt fälscht noch leicht ab, weshalb das Spielgerät neben Sommer einschlägt. Die vermeintliche Führung des BVB wird aber wenige Zeit später durch den VAR zurückgenommen. Reus stand bei der Spieleröffnung leicht im Abseits.

HÖHEPUNKTE 2. HÄLFTE

50.: Aus dem Hintergrund kommt Brandt freistehend zum Schuss. Der BVB-Angreifer gerät in Rücklage und jagt die Kugel deshalb weit drüber.

58.: Der BVB geht in Führung. Hazard hat zu viel Platz und steckt durch für Reus, der frei vor Sommer cool bleibt und einschiebt – 1:0.

74.: Thuram setzt sich auf der linken Seite durch und bringt den Ball nach innen, wo Herrmann lauert, aber im letzten Moment noch von Hummels gestört wird. Ein möglicher Elfmeter bleibt in dieser Szene aus.

76.: Eine Ecke wird auf den an der Strafraumgrenze wartenden Kramer gespielt. Dessen Volleyabnahme rauscht links am Tor vorbei.

82.: Die Gastgeber fahren einen schnelle Konter. Doch Sommer ist hellwach und pariert den Schuss von Brandt großartig.

84.: Der BVB erzielt das vermeintliche 2:0, Hakimi bedient den im Rückraum lauernden Brandt. Der jagt die Kugel rechts neben den Pfosten, doch Reus steht im Sichtfeld von Sommer. Deswegen wird der Treffer nicht anerkannt.

86.: Zakaria kommt rechts am Fünfmeterraum an den Ball, seine Direktabnahme aus spitzem Winkel geht ins Außennetz.

89.: Neuhaus mit der Riesenchance zum Ausgleich. Nach einer scharfen Hereingabe von Lainer ist der Mittelfeldspieler im Zentrum da, doch BVB-Torwart Hitz vereitelt den Einschlag.

 

Spieldaten — Teamstatistiken

Borussia Dortmund-Borussia Mönchengladbach
  • Angriff
  • Allgemeines Spiel
  • Pässe
  • Abwehr & Disziplin
  • Angriff

    • Tore
    • Borussia Dortmund Vergleich Borussia Mönchengladbach
      1 100%0% 0
    • Torschüsse
    • Borussia Dortmund Vergleich Borussia Mönchengladbach
      16 53.3%46.7% 14
    • Torschüsse aufs Tor
    • Borussia Dortmund Vergleich Borussia Mönchengladbach
      7 70%30% 3
    • Geblockte Torschüsse
    • Borussia Dortmund Vergleich Borussia Mönchengladbach
      5 55.6%44.4% 4
    • Torschüsse von außerh. d. Strafraums
    • Borussia Dortmund Vergleich Borussia Mönchengladbach
      2 40%60% 3
    • Torschüsse von innerh. d. Strafraums
    • Borussia Dortmund Vergleich Borussia Mönchengladbach
      14 56%44% 11
    • Schussgenauigkeit
    • Borussia Dortmund Vergleich Borussia Mönchengladbach
      63.6% 67.9%32.1% 30%

Verärgert über die Niederlage, stolz auf die Leistung

Der Tag danach: Für einen mutigen Auftritt nicht belohnt worden, das Ende einer langen Leidenszeit und eine extrem ausgeglichene Liga – alles Wichtige zur 0:1-Niederlage der FohlenElf bei Borussia Dortmund.

Die Geschichte des Spiels

Beide Mannschaften gingen von Beginn an ein hohes Tempo und setzten ihr Gegenüber immer wieder mit Pressing unter Druck. Daraus ergaben sich Chancen hüben wie drüben. Yann Sommer parierte stark gegen Julian Brandt und Mats Hummels, sein Landsmann Roman Bürki stoppte gleich zweimal den alleine auf ihn zulaufenden Breel Embolo und war auch gegen Stefan Lainer zur Stelle. Darüber hinaus wurde die vermeintliche 1:0-Führugn des BVB durch Thorgan Hazard wegen einer vorherigen Abseitsstellung von Marco Reus zurückgenommen. „Wir haben es in der ersten Hälfte sehr ordentlich gemacht, hatten auch gute Möglichkeiten, um in Führung zu gehen. Das haben wir leider nicht geschafft“, konstatierte Cheftrainer Marco Rose. Nach der Pause erhöhte der BVB den Druck und ging der 58. Minute auch in Führung. Hazard steckte durch für Reus, der frei vor Sommer durch die Beine des Schweizers zum 1:0 traf. Die Fohlen zeigten sich nicht geschockt und waren um den Ausgleich bemüht. Doch trotz Chancen von Patrick Herrmann, Christoph Kramer, Denis Zakaria und Florian Neuhaus wurden sie für ihren mutigen Auftritt nicht belohnt. „Wir haben zum zweiten Mal hintereinander eine Leistung gezeigt, die in die richtige Richtung geht“, sagte Rose. „Allerdings müssen wir dorthin kommen, dass wir solche Spiele gewinnen. Wir ärgern uns, dass wir das nicht geschafft haben, aber wir können einige positive Dinge mitnehmen.“

Das Medienecho

Kicker: „Der BVB setzte sich im Topspiel des 8. Spieltags knapp mit 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach durch, schob sich dadurch im Tableau wieder nach vorn. Die Fohlen, die weitestgehend auf Augenhöhe agierten, ließen dabei einige Chancen liegen, bleiben aber ganz oben dabei.“

Rheinische Post: „Ex-Borusse Marco Reus bringt auf Vorlage von Thorgan Hazard Gladbachs erste Auswärtsniederlage unter dem neuen Trainer Marco Rose auf den Weg. Tabellenführer bleiben die Gladbacher dennoch vorerst. Kapitän Lars Stindl kehrte in der Schlussphase zurück.“

Süddeutsche Zeitung: „Für Freunde von raumgreifendem Fußball war (…) es ein Augenschmaus. Cinemascope hieß ein Superbreitwandformat im Kino der 50er-Jahre. Auf den Fußball der Moderne übertragen, verteidigen hier beide Mannschaften extrem hoch, bieten dadurch aber Räume an, in denen so ein Spiel rauf und runter gehen kann wie eben dieses zwischen den beiden Borussia-Teams.“

Der Spieler des Spiels

Stefan Lainer: Wohl niemand hätte im Vorfeld der Partie damit gerechnet, dass Stefan Lainer in der Startelf stehen würde. Im Heimspiel gegen den FC Augsburg (5:1) hatte der Österreicher einen Kapselbandriss im Sprunggelenk erlitten. Trotzdem lief er nur 13 Tage später wieder auf und marschierte die rechte Seite rauf und runter, als würde es diese Verletzung gar nicht geben. „Es ist nicht selbstverständlich, dass er sich das zugetraut und dann auch noch so eine Leistung gebracht hat. Das ist außergewöhnlich und zeigt, was der Junge für eine Einstellung hat“, sagte Trainer Marco Rose. Mit knapp elf Kilometern war Lainer einer der lauffreudigsten Borussen, dazu hatte er die meisten Ballkontakte (79) seines Teams und entschied zehn Zweikämpfe für sich. Seinen unermüdlichen Einsatz honorierten die VfL-Fans und kürten ihn in der FohlenApp mit 41 Prozent aller Stimmen zum Spieler des Spiels.

Die Randnotiz des Spiels

Die lange Leidenszeit von Lars Stindl ist beendet. Anfang April hatte Borussias Kapitän im Auswärtsspiel in Hannover ein Schienbeinbruch erlitten. Im Borussen-Duell gab der 31-Jährige nun sein Comeback. Der Angreifer wurde in der 78. Minute für Oscar Wendt eingewechselt und sorgte dank seiner Ballsicherheit dafür, dass die Fohlen in der Schlussphase noch mehrere gefährliche Angriffe initiieren konnten. „Trotz der Niederlage habe ich Lars direkt nach dem Spiel gratuliert. Weil ich glaube zu wissen, was es bedeutet, nach so einer langen Zeit zurückzukommen. Es war für ihn ein wichtiger Moment“, sagte Rose. Bis zum ersten Spiel von Beginn an wird sich Stindl allerdings noch ein wenig gedulden müssen. Rose: „Lars ist unser Kapitän und ein erfahrener Spieler, den wir jetzt Schritt für Schritt heranführen werden. Wie schnell er wieder 90 Minuten spielen kann, werden wir sehen.“

Die Tabellensituation

Die FohlenElf blieb mit 16 Punkten trotz der Niederlage zumindest über Nacht an der Spitze – mit einem Sieg bei der TSG Hoffenheim kann der FC Schalke 04 (14 Punkte) am heutigen Sonntag jedoch noch an ihr vorbeiziehen. Allerdings geht es in der oberen Tabellenhälfte ohnehin wahnsinnig eng zu. Borussias Vorsprung auf das derzeit neunplatzierte Bayer Leverkusen beträgt gerade einmal zwei Zähler. Ebenso 16 Punkte auf dem Konto wie die Fohlen hat der VfL Wolfsburg (2.), dahinter folgen Bayern München (3.), Borussia Dortmund (4.) und RB Leipzig (5.) mit jeweils 15 Punkten. Der FC Schalke 04 (6.), der SC Freiburg (7.), Eintracht Frankfurt (8.) und Bayer Leverkusen (9.) stehen mit je 14 Zählern dicht dahinter.

Die Personallage

Während Stefan Lainer rechtzeitig fit geworden war, reichte es für Matthias Ginter nicht zu einem Einsatz bei seinem Ex-Klub. Der Innenverteidiger hatte sich vor knapp zwei Wochen im Heimspiel gegen Augsburg eine Schulterluxation mit Kapselbandverletzung zugezogen. „Matze hätte gerne gespielt, doch es wäre noch zu früh gewesen. Da müssen wir vernünftig sein“, betonte Rose. Möglicherweise kann er am Donnerstagabend (18:55 Uhr) Uhr im Europa League-Spiel bei der AS Rom wieder auf den deutschen Nationalspieler zurückgreifen. „Wir probieren, es hinzukriegen“, so Rose. Borussias Chefcoach hofft, dass ihm dann auch wieder auf Raffael, der gestern kurzfristig gegen Adduktorenproblemen ausgefallen war, zur Verfügung stehen wird. In Jonas Hofmann hat er definitiv eine weitere Alternative. Der Mittelfeldspieler stand gestern erstmals nach seiner vor zwei Monaten erlittenen Innenbandriss im Knie wieder im Kader der Fohlen. Alassane Plea hat sich gestern hingegen eine Muskelverletzung im Oberschenkel zugezogen und fällt bis auf Weiteres aus.

Der Ausblick

Mit dem gestrigen Top-Spiel in Dortmund hat für die Fohlen eine intensive Phase mit sieben Spielen innerhalb von rund drei Wochen begonnen. Bevor es am kommenden Sonntag (18:00 Uhr) in der Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt weitergeht, steht am Donnerstagabend (18:55 Uhr) das Europa Legaue-Auswärtsspiel bei der AS Rom auf dem Programm. Am Montag werden lediglich die Akteure, die sich im Aufbautraining befinden, im BORUSSIA-PARK zugegen sein, alle viel belasteten Spieler dürfen einen freien Tag genießen. Die Vorbereitung auf das Spiel in Rom nehmen die Borussen am Dienstagmorgen um 10:00 Uhr auf. Tags darauf geht es auf in die italienische Hauptstadt, wo am Mittwochabend das Abschlusstraining im Olympiastadion stattfindet. „Wir wissen, dass die kommenden Spiele nicht leichter werden. Jetzt spielen wir in Rom, dann zu Hause gegen Frankfurt, da warten ein paar Kaliber auf uns und wir müssen einfach dranbleiben“, unterstrich Rose. „Es ist wichtig, dass wir gut regenerieren, positive Dinge mitnehmen und in Rom wieder um Punkte kämpfen.“

Stimmen zum Spiel

Nach dem 5:1-Heimsieg der Fohlen gegen den FC Augsburg waren wir auf Stimmenfang.

Patrick Herrmann: Es ist ein schöner Tag – nicht nur für mich, sondern für die ganze Mannschaft. Wir haben ein gutes Spiel abgeliefert und verdient so hoch gewonnen. Insbesondere in der ersten Halbzeit haben wir viel von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Vor dem 3:0 geht Alassane super über links durch und spielt noch einen Mann aus. Ich stand im Rückraum und habe versucht, nach der Flanke, den Ball in die kurze Ecke zu schieben. Das gelingt des Öfteren mal. Durch die Laufwege von uns drei vorne drin haben wir heute super die Tiefe gefunden. Dadurch waren wir oft in der Mitte frei im Rückraum und konnten die Tore einschieben.

Christoph Kramer: Es war ein sehr gutes Spiel. Wir hatten zu jedem Zeitpunkt die Partie unter Kontrolle. Nach Englischen Wochen ist es ganz wichtig, gut in die Partie zu kommen. Gegen Düsseldorf war es zuletzt sehr schleppend. Es ist meist nicht so, dass man nach hinten raus keine Kraft mehr hat, sondern dass man nicht so gut in eine Partie hereinkommt. Das haben wir heute richtig gut gemacht und haben dann das Spiel in den ersten 30. Minuten gewonnen. Mit Borussia war ich noch nie Tabellenführer, das ist ein ganz schöner Nebeneffekt, auch wenn das zu diesem Zeitpunkt natürlich noch keine Aussagekraft besitzt.

Breel Embolo: Dass wir an der Spitze der Tabelle stehen ist eine schöne Momentaufnahme. Am Donnerstag hat im Europa League-Spiel in Istanbul nicht so viel gestimmt. Da haben wir kein gutes Spiel gemacht. Deswegen wollten wir es heute im Heimspiel in der Bundesliga unbedingt besser machen. Wir sind sehr gut in das Spiel gestartet, die Jungs haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt. Für die Spieler, die dann im zweiten Durchgang reinkommen, fällt es dann viel leichter. Wir wollten überzeugend spielen und natürlich zu Hause gewinnen – das ist uns beides gelungen.

Sportdirektor Max Eberl: Das war heute ein sehr guter Tag. Wir haben von Anfang an gezeigt, dass wir dieses Spiel gewinnen wollen. Die Mannschaft hat es mit frühen Toren, mit Aggressivität, mit Aktivität gegen den Ball und kreativen, schnellen Spielzügen herausragend gemacht. Wir haben den Gegner hoch attackiert und unter Druck gesetzt, ihn so in Unruhe gebracht und den Ball erobert. Das hat in den letzten Wochen ein bisschen gefehlt, wir haben zuletzt Ballgewinn keine guten Entscheidungen gefällt. Heute haben wir das vor allem in der ersten Hälfte aber gemacht. Mit drei Toren aus den ersten drei Chancen haben wir uns wirklich belohnt. Die Länderspielpause jetzt kommt vor allem für unsere Verletzten zum richtigen Zeitpunkt.

Trainer Marco Rose: Trainer haben eigentlich grundsätzlich immer etwas zu meckern – aber heute will und muss ich nicht meckern. Heute haben wir sehr viel richtig gemacht. Auf dem Platz haben wir viele richtige Entscheidungen getroffen mit und gegen den Ball. Wir haben ein unheimlich gutes Gegenpressing gespielt, haben fleißig und kompakt gegen den Ball gearbeitet und waren vor allem in der ersten Halbzeit sehr effektiv. Insgesamt war es einfach ein richtig gutes Spiel meiner Jungs. Deswegen freuen wir uns über den Sieg sehr. Dass wir die Tabellenführung übernommen haben ist eine schöne Momentaufnahme. In den vergangenen Wochen haben wir aber gemerkt, dass es auch schnell in die andere Richtung kippen kann. Daher wissen wir das einzuordnen.

Trainer Martin Schmidt (FCAugsburg): Man kann davon ausgehen, dass wenn wir in der ersten Viertelstunde 0:3 zurückliegen, wir nicht wirklich da gewesen sind. Die ersten zwei, drei Tore waren alle nach dem gleichen Muster. Wir haben auf der Außenseite zu wenig Druck aufgebaut und hatten Stellungsfehler. Das Umschaltverhalten hat auch nicht funktioniert und wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen. Das Wieso und Warum müssen wir jetzt unbedingt analysieren, denn das war so nicht absehbar. So eine Partie erlebt man als Trainer und Spieler nicht allzu oft. In der zweiten Hälfte haben wir es besser gemacht. Wir haben sie zwar nicht gewonnen, aber auch nicht verloren. Das war wichtig für die Mannschaft.

Jantschke: „Früh das richtige Zeichen gesetzt“

Im Interview spricht Tony Jantschke über die Erfolgsfaktoren beim 5:1-Heimsieg gegen den FC Augsburg, die Entwicklung der Mannschaft und die Spitzenposition in der Bundesliga-Tabelle.

Tony, nachdem ihr zuvor zu Hause lange nicht gewonnen hattet, war das 5:1 gegen Augsburg euer zweiter Bundesliga-Heimsieg in Folge. Wie fühlt sich das an?

Jantschke: Unsere Fans haben wir zuletzt zu Hause nicht so sehr verwöhnt. Deswegen war es gestern ein guter Tag für uns als Mannschaft und für die Fans. Das Ergebnis ist top, und wir sind sehr froh darüber.

Was waren aus deiner Sicht die Erfolgsfaktoren in diesem Spiel?

Jantschke: Grundsätzlich machen wir inzwischen mehr Sprints, mehr Läufe, auch mehr Läufe in die Tiefe und versuchen, hinten mehr zu verschieben. Das haben wir gegen Augsburg gut umgesetzt. Über unsere Außenbahnspieler haben wir viel Druck gemacht und unsere Sechser und Achter haben sehr gut nach vorne geschoben. Damit hatte Augsburg seine Probleme. Natürlich ist diese Herangehensweise immer auch risikoreich, weil wir dann hinten schon mal ins Eins-gegen-Eins müssen. Aber wir haben in diesem Duell früh das richtige Zeichen gesetzt und damit das Spiel zu unseren Gunsten entschieden.

In der zweiten Halbzeit ist Augsburg noch mal ein wenig besser ins Spiel gekommen...

Jantschke: Am Ende sind wir ein wenig nachlässig geworden. Wir haben zwei oder drei total unnötige Konter zugelassen. Eigentlich hatten wir alles im Griff, haben uns dann aber in diesen Situationen etwas blöd angestellt. Die Sprints zurück haben dann echt weh getan, weil Augsburg vorne drin sehr schnelle Spieler hat. In der ersten Halbzeit haben wir das auch schon ein paar Mal gemerkt. Unter dem Strich war es aber mehr als ordentlich – vor allem nach dem Spiel in der Europa League am Donnerstag.

War das Spiel aus deiner Sicht ein weiterer Schritt nach vorne in eurer Entwicklung?

Jantschke: Die drei Punkte nehmen wir gerne mit, aber wir wissen auch, dass noch viel Arbeit vor uns liegt – vor allem, was die Abstimmung betrifft. In der ersten Halbzeit haben wir gesehen, wie es laufen kann, wenn wir alle gemeinsam arbeiten. Da wollen wir hin. Aber wir sind noch nicht am Ende unserer Entwicklung. Das hat man an den Kontermöglichkeiten für Augsburg in der zweiten Halbzeit gesehen. Es ist noch nicht alles perfekt, aber wir arbeiten hart. Es ist natürlich schwierig durch die Englischen Wochen. Aber ich glaube, dass wir und Schritt für Schritt weiterentwickeln.

Ihr seid nach sieben Spieltagen Spitzenreiter. Was empfindest du aktuell beim Blick auf die Tabelle?

Jantschke: Mir persönlich bedeutet die Tabellenführung recht wenig. Ich habe noch nicht erlebt, dass nach dem siebten Spieltag schon irgendetwas entschieden war. Es ist noch eine lange Saison, in der noch sehr viel passieren kann. Es können alle gern auf die Tabelle schauen – ich mache das aber eher weniger. Es war ein schöner Sieg gegen Augsburg, den wir natürlich genießen, aber wir wissen, dass wir noch einiges zu tun haben.

Blitzstart, Tabellenführung und zwei Wermutstropfen

Der Tag danach: Die Tabellenspitze erobert, ein glücklicher Doppel-Torschütze und zwei verletzte Spieler – alles Wichtige zum 5:1-Sieg der FohlenElf gegen den FC Augsburg.

Die Geschichte des Spiels

Die Fohlen legten einen Blitzstart hin. Denis Zakaria nutzte gleich den ersten Angriff zur Führung. Borussia blieb am Drücker und legte durch einen Doppelpack von Patrick Herrmann noch in der ersten Viertelstunde zwei weitere schön herausgespielte Treffer nach. „Wir haben sehr gut in das Spiel hereingefunden, hatten starke Balleroberungen sowie Umschaltmomente und waren sehr effektiv“, lobte Chefcoach Marco Rose. Alassane Plea sorgte nach einem Missgeschick von FCA-Keeper Koubek noch vor der Pause für das 4:0. Im zweiten Durchgang schalteten die Fohlen mit der komfortablen Führung im Rücken einen Gang zurück und entwickelten deutlich weniger Angriffswucht. Der FCA präsentierte sich zudem engagierter, was sich im Ehrentreffer von Florian Niederlechner (81.) widerspiegelte. Der Schlusspunkt war aber den Borussen vorenthalten, Embolo traf nur zwei Minuten später zum 5:1-Endstand. „Wir freuen uns, dass wir unseren Fans bei diesem Regenwetter ein kleines Fußballfest bescheren konnten“, sagte Rose und ordnete die Leistung seiner Mannschaft ein: „Wir befinden uns im Prozess, und in diesem Prozess haben wir einen richtig guten Tag erwischt, dennoch haben wir nach wie vor viel Arbeit vor uns.“

Das Medienecho

Kicker: „Borussia Mönchengladbach hat den FC Augsburg deutlich mit 5:1 besiegt und sich damit die Tabellenführung in der Bundesliga gesichert. Das Team von Marco Rose legte einen Blitzstart hin und führte bereits nach 13 Minuten mit 3:0.“

Rheinische Post: „Borussia ist mit einem Blitzstart gegen den FC Augsburg an die Tabellenspitze gestürmt. Mit einem 5:1 gegen den FC Augsburg nutzte das Team von Trainer Marco Rose die Gunst der Stunde und steht nun mit 16 Punkten erstmals seit August 2011 an der Spitze des Bundesliga-Tableaus.“

Express: „Borussi-Jaaa! Gladbach im Jubel-Rausch. „Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey!“ Die Fohlen stürmen nach dem vierten Dreier in Folge an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga, fegen den FC Augsburg mit 5:1 aus dem Borussia-Park. Erstmals seit 2011 (3. Spieltag) grüßt der VfL damit mal wieder von Rang eins die Konkurrenz.“

Der Spieler des Spiels

Patrick Herrmann: Vor dem Spiel wurde der Flügelflitzer mit einem Blumenstrauß für sein 300. Pflichtspiel für Borussia geehrt, das er vor zwei Wochen gegen Düsseldorf bestritten hatte. Das schien ihn so richtig zu beflügeln. Mit seinen ersten beiden Bundesliga-Saisontreffern stellte Herrmann schon früh die Weichen auf Sieg. Erst drückte der 29-Jährige ein Zuspiel von Alassane Plea über die Linie, ehe er nur fünf Minuten später nach einem Doppelpass mit dem Franzosen erneut zur Stelle war. Seine Top-Leistung krönte Herrmann mit einer tollen Vorlage, die Breel Embolo (83.) zum 5:1-Endstand nutzte. Im „Kicker“ bekam er die Note eins und wurde zum „Spieler des Tages“ gekürt – und auch in der FohlenApp entschied der Doppel-Torschütze die Wahl zum Spieler des Spiels mit 89 Prozent aller Stimmen klar für sich. „Es war einer der schönsten Tage, die ich hier bislang erleben durfte“, sagte Herrmann.

Die Zahl des Spiels

13: Die rund 50.000 Fans im BORUSSIA-PARK trauten in der Anfangsphase ihren Augen kaum. Nach nicht einmal 13 Minuten lagen die Fohlen bereits mit 3:0 vorne – eine solch frühe 3:0-Führung hatte es für sie in der Bundesliga letztmals am 30. Mai 1981 gegeben, als die FohlenElf Bayer Uerdingen damals sogar mit 7:1 bezwang.

Die Tabellensituation

Durch den vierten Bundesliga-Sieg in Folge hat Borussia erstmals seit acht Jahren wieder die Tabellenführung übernommen. Zu so einem späten Zeitpunkt der Saison waren die Fohlen seit der Saison 1985/86 nicht mehr zum Ende eines Spieltags an der Tabellenspitze der Bundesliga, damals war es nach dem 13. Spieltag. Aktuell stehen sie nach sieben Spieltagen mit 16 Zählern vor dem VfL Wolfsburg (2./15 Punkte) sowie dem FC Bayern München (3.), dem SC Freiburg (4.), RB Leipzig (5.), dem FC Schalke 04 (6.) und Bayer Leverkusen (7.), die allesamt 14 Punkte auf dem Konto haben. „Dass wir in einer sehr engen Liga die Tabellenführung übernommen haben, ist eine schöne Momentaufnahme“, sagte Rose, fügte aber im gleichen Atemzug an: "In den vergangenen Wochen haben wir gemerkt, dass es auch schnell in die andere Richtung kippen kann. Daher wissen wir das einzuordnen.“

Die Personallage

Borussia hat den gestrigen Sieg teuer bezahlt. In Alassane Plea, Stefan Lainer und Matthias Ginter mussten gleich drei Spieler auf Grund von Verletzungen ausgewechselt werden. Plea war schon am Donnerstagabend beim Europa-Legaue-Spiel in Istanbul umgeknickt und angeschlagen in die Partie gegangen. „Es ist nichts kaputt, aber er hat trotzdem Schmerzen. Deshalb haben wir ihn auch von Beginn an gebracht und er hat solange gespielt, wie er konnte“, sagte Rose. Schlimmer erwischt hat es die anderen beiden Spieler. Die jeweiligen MRT-Untersuchungen ergaben, dass Ginter eine Schulterluxation mit Kapselbandverletzung und Lainer einen Kapselbandriss im linken Sprunggelenk erlitten hat. „Das tut uns natürlich richtig weh“, sagte Rose. „Aber wir haben ein top-medizinische Abteilung, bei der die beiden in den besten Händen sind. Zudem haben wir einen breiten Kader, um diese Ausfälle aufzufangen.“

Der Ausblick

Alle berufenen Nationalspieler haben sich bereits auf den Weg zu ihren jeweiligen Auswahlmannschaften gemacht. Für alle übrigen Borussen stand eine regenerative Einheit bzw. das Spielersatztraining auf dem Programm. Am morgigen Dienstag dürfen die Fohlen einen freien Tag genießen, bevor es am Mittwochnachmittag (15:00 Uhr) für sie wieder auf den Trainingsplatz geht. Am Vormittag steht zuvor eine Athletikeinheit auf dem Plan. Am Donnerstag und Freitag bittet Chefcoach Marco Rose seine Schützlinge jeweils um 10:00 Uhr auf den Platz. Das freie Wochenende können die Borussen dann nutzen, um ihre Akkus wieder aufzuladen.

Ginter und Lainer fallen bis auf Weiteres aus

Im Heimspiel gegen den FC Augsburg (5:1) haben sich zwei Borussen verletzt: Matthias Ginter erlitt eine Schulterluxation mit Kapselbandverletzung, Stefan Lainer einen Kapselbandriss im linken Sprunggelenk.

Borussia muss bis auf Weiteres auf Matthias Ginter und Stefan Lainer verzichten. Beide hatten im gestrigen Heimspiel gegen Augsburg in der zweiten Hälfte ausgewechselt werden müssen. Lainer war nach knapp einer Stunde Spielzeit bei einer Rettungsaktion gegen Ruben Vargas umgeknickt, Ginter war in der 81. Minute nach einem Zweikampf mit Niederlechner unglücklich auf der Schulter gelandet. Die jeweiligen MRT-Untersuchungen brachten am heutigen Montagvormittag die genauen Diagnosen: Ginter zog sich eine Schulterluxation mit Kapselbandverletzung zu, Lainer erlitt einen Kapselbandriss im linken Sprunggelenk. Beide Akteure haben bereits ihre Teilnahme an den bevorstehenden Länderspielen mit der deutschen Nationalmannschaft bzw. dem österreichischem Nationalteam abgesagt.

Alle Stimmen zum Spiel

Nach dem 1:1 im ersten Auswärtsspiel in der Gruppenphase der UEFA Europa League bei Istanbul Başakşehir FK waren wir auf Stimmenfang.

Christoph Kramer: Das darf kein Spiel auf Augenhöhe sein. Wir haben gegen keinen übermächtigen Gegner gespielt. Wir hatten keine klare Linie in unserem Spiel und haben nichts von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Die Struktur und klare Angriffe haben gefehlt. Wir haben gegen zwei Gegner in der Europa League gespielt, die wir schlagen müssen. Das ist unser Anspruch. Wir haben hier beide Male nicht das auf den Platz gebracht, was wir in der Bundesliga auf den Platz bringen. Woran das liegt, weiß ich nicht. Die Vorbereitung war die gleiche. Wir müssen unsere Spiele gewinnen, um weiter zu kommen. Wir haben uns heute mehr als einen Punkt erhofft.

Yann Sommer: Es war ein schwieriges Spiel für uns. In der ersten Halbzeit haben wir gut gespielt und zwei oder drei Möglichkeiten auf den Führungstreffer gehabt. Defensiv haben wir aber auch Chancen zugelassen. Im zweiten Durchgang war es dann aber deutlich zu wenig von uns. Wir haben keine Räume gefunden, haben zu wenig Ruhe am Ball gehabt und viele Fehler gemacht. Im Europapokal reicht so eine Leistung nicht. Am Schluss hatten wir Glück, dass wir noch einen Punkt mitnehmen. Er ist unheimlich wichtig für uns. Wir müssen aber an einigen Dingen arbeiten und hart arbeiten, wenn wir in Europa etwas erreichen möchten. Es ist schade, dass einige Fans nicht ins Stadion reingelassen wurden.

Trainer Marco Rose: Der Punkt heute war wichtig für uns. Jetzt müssen wir uns wieder sammeln und dann werden wir über die Dinge reden, die wir besser machen wollen. Wir müssen dranbleiben. Es gibt immer Dinge, die wir weiter entwickeln können, wie die Konsequenz und das Zweikampfverhalten. Gegen die AS Rom haben wir zwei Highlight-Spiele, in denen wir uns auf Top-Niveau messen können. Das ist das, was wir wollen. Aber wir müssen ganz sicher etwas draufpacken.

Fohlen erkämpfen Remis bei Istanbul Başakşehir

Am zweiten Spieltag der Gruppenphase in der UEFA Europa League hat Borussia 1:1 (0:0) bei Istanbul Başakşehir gespielt. Patrick Herrmann erzielte den Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit.

Vor rund 8.000 Zuschauern im Başakşehir Fatih Terim Stadı hatte die FohlenElf zunächst Probleme, ins Spiel zu finden. Borussia-Keeper Yann Sommer war im ersten Durchgang aber stets zur Stelle und wehrte alle Torschüsse der Istanbuler ab. Borussia bekam ihrerseits mit zunhemender Spieldauer mehr Zugriff auf die Partie. Im zweiten Durchgang war es dann wieder die Mannschaft von Başakşehir, die besser zurück ins Spiel fand und durch Edin Visca den Führungstreffer erzielte. Die Borussen versuchten alles, um noch zum Ausgleichstreffer zu kommen - mit Erfolg. In der Nachspielzeit erzielte dann der eingewechselte Patrick Herrmann das 1:1.

AUFSTELLUNG

Borussias Chefcoach Marco Rose schickte dieselbe Elf wie schon beim 3:0-Auswärtserfolg bei der TSG 1899 Hoffenheim auf den Platz. Vor Keeper Yann Sommer bildeten Stefan Lainer, Matthias Ginter , Nico Elvedi und Oscar Wendt die Abwehrkette. Das Mittelfeld besetzten Denis Zakaria, Christoph Kramer, Florian Neuhaus und Breel Embolo. Das Angriffsduo bestand aus Alassane Plea und Marcus Thuram. Zudem warenstanden Mamadou Doucouré und Conor Noß das erste Mal bei einem Pflichtspiel im Kader der FohlenElf.

PERSONAL

Die Reise zum ersten Europapokalspiel in der Fremde nicht mit antreten konnten László Bénes (Oberschenkelzerrung), Jordan Beyer (Außenbandzerrung am Knie), Lars Stindl (Aufbautraining nach Schienbeinbruch), Ibrahima Traoré (Kapselbandverletzung im Sprunggelenk), Fabian Johnson (Muskelverletzung im Adduktorenbereich), Tobias Strobl (arthroskopischer Eingriff am Innenmeniskus), Keanan Bennetts (Muskelbündelriss im Oberschenkel), Jonas Hofmann (Aufbautraining nach Innenbandriss im Knie) und Torben Müsel (arthroskopischer Eingriff am Knie).

HÖHEPUNKTE 1. HÄLFTE

3.: Klasse Parade von Sommer! Aleksić kommt am Strafraum zur Direktabnahme. Sein Schuss kann Borussias Keeper gerade noch am Pfosten vorbei ins Toraus lenken.

21.: Gute Möglichkeit für die Fohlen: Thuram kommt nach einer Flanke von rechts zum Kopfball. Başakşehirs Torhüter Mert Günok lenkt den Ball mit einer Hand aber noch über die Latte.

24.: Erneut eine starke Aktion von Sommer. Višća kommt über rechts und zieht ab. Den wuchtigen Schuss wehrt der Torhüter der FohlenElf aber ab.

36.: Kahveci versucht es aus der Distanz. Die Kugel fängt unangenehm an zu flattern. Sommer lenkt den Ball ins Seitenaus.

HÖHEPUNKTE 2. HÄLFTE

55.: Nach seiner Balleroberung schickt Crivelli Višća mit einem langen Ball Richtung Sommer. Višća lässt sich das Tor nicht mehr nehmen und netzt aus halbrechter Position ein – 1:0.

65.: Gulbrandsen versucht es aus der Distanz. Aber wieder ist Sommer zur Stelle.

78.: Júnior Caiçara passt flach in den Strafraum, wo er in Gulbrandsen einen Abnehmer findet. Seine Direktabnahme landet aber links neben dem Kasten.

90.+1: Nach einem Freistoß landet die Kugel auf dem Fuß von Herrmann, der den Ball unter die Latte hämmert – 1:1.

STATISTIK

Borussia: Sommer – Lainer, Ginter, Elvedi, Wendt (76. Bensebaini) – Zakaria, Kramer (64. Herrmann), Neuhaus, Embolo – Plea (46. Raffael), Thuram // Bank: Sippel, Doucouré, Jantschke, Noß

Istanbul Başakşehir: Mert Günok – Júnior Caiçara, Škrtel, Ponck, Clichy – Kahveci (89. Topal), Tekdemir, Višća, Aleksić (46. Azubuike), Gulbrandsen – Crivelli (78. Elia) // Bank: Babacan, Uçar, Turan, Demba Ba

Tore: 1:0 Višća (55.), 1:1 Herrmann (90.+1)

Zuschauer: 8.000

Schiedsrichter: Stuart Attwell

Gelbe Karten: Škrtel, Júnior Caiçara, Gulbrandsen – Embolo, Elvedi, Kramer, Herrmann

alle Stimmen zum Spiel

Wir haben uns nach dem 3:0-Sieg der Fohlen bei der TSG Hoffenheim im Lager der Borussen sowie bei beiden Trainern umgehört.

Breel Embolo: In der ersten Halbzeit waren wir nicht richtig im Spiel. Es sind uns zu einfache Fehler unterlaufen. Trotzdem sind wir mir der ersten Chance durch Lasso eiskalt in Führung gegangen. Uns war klar, dass Hoffenheim nach der Pause nochmal kommen würde. Die TSG hat sehr viel Potenzial. Wir sind aber cool geblieben und haben dann bewiesen, was für eine Riesenqualität wir im letzten Drittel haben. Die drei Auswärtstore sind der Beweis dafür. Das Einzige, was wir uns heute in der zweiten Halbzeit vorwerfen lassen können, ist, dass unsere Chancenverwertung nicht so gut war.

Stefan Lainer: Der Trick ist, nicht so viel nachzudenken, sondern unser Spiel durchzuziehen. Ob das jetzt gegen Istanbul ist oder in Hoffenheim oder zuhause. Wir versuchen das Bestmögliche herauszuholen, das ist das Entscheidende. Im Endeffekt haben wir uns belohnt wie auch im letzten Spiel schon. Heute hat alles gepasst. Das Umschaltspiel hat super funktioniert und der letzte Pass hat gestimmt. So haben wir uns in einem engen Spiel mit einem 3:0-Sieg belohnt.

Marcus Thuram: Ich bin sehr glücklich, dass wir das Spiel gewonnen und damit unsere Serie mit drei weiteren Punkten fortgesetzt haben. Breel, Alassane und ich verstehen uns sowohl auf als auch neben dem Platz sehr gut, das kann man derzeit erkennen. Es ist wichtig, dass wir nur von Spiel zu Spiel schauen. Heute können wir uns über den Sieg freuen, aber ab morgen fokussieren wir uns auf das nächste wichtige Spiel am Donnerstag in Istanbul.

Trainer Marco Rose: Wir haben mit 3:0 gewonnen, es war aber insgesamt ein sehr offenes Spiel. In der ersten Halbzeit haben beide Mannschaften viele Fehler gemacht und hatten gute Möglichkeiten. Dann hilft dir so ein 1:0 kurz vor der Pause natürlich, es gibt dem Spiel eine gewisse Richtung und dir selbst Sicherheit. Drei eigene Treffer und und kein Gegentor - das ist schwer in Ordnung. Dazu hatten wir noch viele Konterchancen, die wir zwar liegen gelassen haben, aber damit kann ich leben. Die Jungs sind fleißig. Ich freue mich sehr für sie und dass sie heute mit einem guten Gefühl nach Hause fahren können. Aber wir müssen jetzt oben dranbleiben.

Trainer Alfred Schreuder (TSG Hoffenheim): Ich bin sehr stolz auf die Jungs, was sie heute gezeigt haben. Nach einer Niederlage hört sich das vielleicht komisch an. Aber die Art und Weise wie sie gespielt haben, hat genau dem entsprochen, wie wir spielen wollen: mutig nach vorne, um viele Torchancen herauszuspielen. Wir haben nur das Tor nicht gemacht. Defensiv war es auch ordentlich. Nach dem 0:2 hatte Gladbach viel Raum zu spielen. Dadurch ist es dann 0:3 geendet und hätte sogar 0:4 enden können.

Neuhaus: "Wir müssen weiter an uns arbeiten"

Im Interview spricht Florian Neuhaus über Borussias dritten Auswärtssieg, den aberkannten Elfmeter und seinen verhaltenen Torjubel.

Florian, ihr habt in Hoffenheim einen deutlichen 3:0-Sieg eingefahren. Wie beurteilst du eure Leistung insgesamt?

Neuhaus: In der ersten Halbzeit haben wir noch nicht so gut in die Partie gefunden und uns noch nicht so wohl gefühlt, sind dann aber immer besser ins Spiel gekommen. Natürlich haben die Abläufe an der einen oder anderen Stelle noch nicht gestimmt, im Großen und Ganzen haben wir aber eine ordentliche Leistung erbracht. Wir müssen weiter an uns arbeiten, sind aber jetzt erstmal sehr froh, dass wir als Sieger vom Platz gegangen sind. Es macht momentan einfach großen Spaß, auswärts zu spielen und zu punkten. Auch in Hoffenheim ist uns nun wieder ein wichtiger Sieg gelungen.

Nach einem Foulspiel von Hoffenheims Florian Grillitsch an dir, wurde euch erst ein Elfmeter zugesprochen, den der Schiedsrichter wenig später nach Eingriff des Videoassistenten aber wieder zurückgenommen hat. Wie beurteilst du diese Situation?

Neuhaus: Ich habe auf jeden Fall gespürt, dass er mich getroffen hat, habe aber auch gesehen, dass er vorher den Ball berührt hat. Natürlich ist es schade, dass der Elfmeter wieder aberkannt wurde, aber wir müssen die Entscheidung so hinnehmen. Im Nachhinein bin ich aber sehr froh, dass ich dann trotzdem noch ein Tor erzielen konnte.

Das du aus Unsicherheit über eine mögliche Abseitsstellung gar nicht richtig bejubelt hast…

Neuhaus: Ja, das stimmt. Ich war mir nicht sicher, ob ich beim Zuspiel von Alassane im Abseits stand und wollte erst abwarten, ob das Tor auch wirklich zählt. Natürlich war ich dann glücklich, dass ich mit meinem ersten Saisontor der Mannschaft helfen konnte. Ich habe mich dann einfach mehr nach innen gefreut.

Wie beurteilst du den Videobeweis im Allgemeinen?

Neuhaus: Grundsätzlich ist der Videobeweis dazu da, um das Spiel gerechter zu machen und das tut er in den meisten Fällen auch – so wie gestern beim vermeintlichen Handelfmeter, als Christoph Kramer den Ball ins Gesicht bekommen hat. Der Videoschiedsrichter ist mittlerweile Teil des Fußballspiels geworden, was man als Spieler sehr gut akzeptieren kann.

In der Bundesliga habt ihr aus den bisherigen sechs Partien 13 Punkte geholt. Wie zufrieden seid ihr mit eurer bisherigen Punkteausbeute?

Neuhaus: Wir können mit dem Saisonstart in jedem Fall zufrieden sein, dürfen uns darauf aber auch nicht ausruhen, sondern Woche in der Europa League in Istanbul und im Bundesliga-Heimspiel gegen den FC Augsburg gleich wieder an die gute Leistung anknüpfen.

Fohlen feiern souveränen Auswärtssieg

Die FohlenElf hat am sechsten Bundesliga-Spieltag einen 3:0 (1:0)-Erfolg bei der TSG Hoffenheim gelandet. Alassane Plea, Marcus Thuram und Florian Neuhaus trafen.

Zunächst entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, in dem klare Chancen zunächst ausblieben. Ab Mitte der ersten Hälfte bekamen die Fohlen mehr und mehr Zugriff auf die Partie und nutzten kurz vor der Pause ihre ersten guten Angriff durch Alassane Plea (43.) zur Führung. Nach dem Wechsel mussten die Borussen eine kleine Drangphase der Gastgeber überstehen, ehe sie wieder das Kommando übernahmen. Marcus Thuram erhöhte in der 65. Minute auf 2:0, ehe Florian Neuhaus in der 83. Minute für die Entscheidung sorgte.

 

Zeitleiste

TSG 1899 Hoffenheim0 - 3Borussia Mönchengladbach
 
  • A. Pléa 43
  • M. Thuram 65
  • F. Neuhaus 83
  • TSG 1899 HoffenheimSpielereignisse
    • Spielerwechsel: S. Adamyan (In) / C. Baumgartner (Out) 51.
    • Spielerwechsel: J. Locadia (In) / S. Posch (Out) 68.
    • Spielerwechsel: L. Rupp (In) / D. Geiger (Out) 79.
    • Gelbe Karte: S. Rudy 60.
    • Gelbe Karte: F. Grillitsch 69.
  • Borussia MönchengladbachSpielereignisse
    • Tor: A. Pléa 43.
    • Tor: M. Thuram 65.
    • Tor: F. Neuhaus 83.
    • Spielerwechsel: P. Herrmann (In) / M. Thuram (Out) 77.
    • Spielerwechsel: Raffael (In) / F. Neuhaus (Out) 86.
    • Spielerwechsel: T. Jantschke (In) / S. Lainer (Out) 88.
    • Gelbe Karte: S. Lainer 7.
    • Gelbe Karte: D. Zakaria 74.
.
  • Wettbewerb
  • Bundesliga
  • Anstoß
  • 28.09.2019 15:30
  • SR
  • Harm Osmers
  • Zuschauer
  • 29.030
  • Ort
  • PreZero Arena
Spielende

 

AUFSTELLUNG

Die Fohlen begannen mit einer auf drei Positionen veränderten Startelf. Statt Tony Jantschke, László Bénes und Patrick Herrmann standen Nico Elvedi, Christoph Kramer und Marcus Thuram in der Anfangsformation. Vor Torhüter Yann Sommer verteidigten Stefan Lainer, Matthias Ginter , Nico Elvedi und Oscar Wendt. Das Mittelfeld besetzten Denis Zakaria, Christoph Kramer, Florian Neuhaus und Breel Embolo. Das Angriffsduo bildeten Marcus Thuram und Alassane Plea.

PERSONAL

László Bénes verletzte sich beim Aufwärmen am Oberschenkel und fiel deshalb kurzfristig aus. In Lars Stindl (Aufbautraining nach Schienbeinbruch), Ibrahima Traoré (Kapselbandverletzung im Sprunggelenk), Fabian Johnson (Muskelverletzung im Adduktorenbereich), Tobias Strobl (arthroskopischer Eingriff am Innenmeniskus), Keanan Bennetts (Muskelbündelriss im Oberschenkel), Jonas Hofmann (Aufbautraining nach Innenbandriss im Knie) und Torben Müsel (arthroskopischer Eingriff am Knie) musste Cheftrainer Marcos Rose zudem auf weitere sieben Spieler verzichten.

 

TSG 1899 Hoffenheim

  • 1Oliver BaumannTorwart
  • 21Benjamin Hübner
  • 38Stefan PoschAuswechslung
  • 25Kevin Akpoguma
  • 16Sebastian RudyGelbe Karte
  • 8Dennis GeigerAuswechslung
  • 3Pavel Kaderábek
  • 11Florian GrillitschGelbe Karte
  • 29Robert Skov
  • 14Christoph BaumgartnerAuswechslung
  • 9Ihlas Bebou

Einwechselspieler

  • 37Jürgen LocadiaEinwechslung
  • 5Konstantinos Stafylidis
  • 4Ermin Bicakcic
  • 12Philipp Pentke
  • 23Sargis AdamyanEinwechslung
  • 6Håvard Nordtveit
  • 31Lucas Ribeiro
  • 7Lukas RuppEinwechslung
  • Trainer
  • Alfred Schreuder

Borussia Mönchengladbach

  • 1Yann SommerTorwart
  • 30Nico Elvedi
  • 17Oscar Wendt
  • 28Matthias Ginter
  • 18Stefan LainerGelbe KarteAuswechslung
  • 32Florian NeuhausTorAuswechslung
  • 8Denis ZakariaGelbe Karte
  • 6Christoph Kramer
  • 36Breel Embolo
  • 10Marcus ThuramTorAuswechslung
  • 14Alassane PléaTor

Einwechselspieler

  • 25Ramy Bensebaini
  • 21Tobias Sippel
  • 40Andreas Poulsen
  • 11RaffaelEinwechslung
  • 24Tony JantschkeEinwechslung
  • 22László Bénes
  • 7Patrick HerrmannEinwechslung
  • Trainer
  • Marco Rose

 

HÖHEPUNKTE 1. HÄLFTE

5.: Skov zieht von der linken Seite nach innen in den Strafraum und legt zurück auf Posch. Der Österreicher scheitert an Sommer, den Nachschuss setzt Baumgartner drüber.

13.: Kaderabek mit einer flachen Hereingabe auf Baumgartner, dessen Direktabnahme knapp über das Gehäuse fliegt.

28.: Nach einem hohen Ball im Strafraum der Gastgeber zieht Neuhaus aus sieben Metern volley ab und trifft das Außennetz.

38.: Geiger kommt aus halbrechter Position zum Abschluss. Ginter wirft sich im letzten Moment dazwischen und fälscht den Ball über das Gladbacher Gehäuse ab.

43.: Ein Klasse-Angriff bringt die Führung. Lainer schickt Thuram auf der rechten Seite steil. Der Franzose legt von der Grundlinie ins Zentrum, wo Plea die Kugel über die Linie drückt – 0:1.

HÖHEPUNKTE 2. HÄLFTE

49.: Bebou versucht es aus rund 20 Metern. Sommer taucht ab und pariert den wuchtigen Schuss sicher.

53.: Fast das 2:0! Ein Kopfball von Embolo nach einer Ecke von Wendt fliegt nur hauchdünn rechts vorbei.

61.: Schneller Konter der Fohlen: Lainer bringt den Ball von rechts nach innen auf Embolo, der aus sieben Metern knapp rechts vorbeizielt.

65.: Thuram wird von den Hoffenheimern nicht angegriffen. Das erkennt der Franzose, der in den Strafraum zieht und eiskalt abschließt – 0:2.

74.: Neuhaus hat die Entscheidung auf dem Fuß, scheitert aber nach einem Konter am gut reagierenden Baumann.

75.: Jetzt vergibt Embolo die große Chance, alles klar zu machen. Nach feinem Querpass von Plea jagt er die Kugel über den Querbalken.

83.: Die Entscheidung! Plea setzt Neuhaus mit einem Steilpass in Szene. Der Mittelfeldspieler lupft den Ball über Baumann hinweg ins lange Eck – 0:3.

87.: Borussia im Glück. Rudy setzt den Ball von der Strafraumgrenze an den rechten Innenpfosten.

 

Spieldaten — Teamstatistiken

TSG 1899 Hoffenheim-Borussia Mönchengladbach
  • Angriff
  • Allgemeines Spiel
  • Pässe
  • Abwehr & Disziplin
  • Angriff

    • Tore
    • TSG 1899 Hoffenheim Vergleich Borussia Mönchengladbach
      0 0%100% 3
    • Torschüsse
    • TSG 1899 Hoffenheim Vergleich Borussia Mönchengladbach
      17 58.6%41.4% 12
    • Torschüsse aufs Tor
    • TSG 1899 Hoffenheim Vergleich Borussia Mönchengladbach
      4 44.4%55.6% 5
    • Geblockte Torschüsse
    • TSG 1899 Hoffenheim Vergleich Borussia Mönchengladbach
      4 80%20% 1
    • Torschüsse von außerh. d. Strafraums
    • TSG 1899 Hoffenheim Vergleich Borussia Mönchengladbach
      8 80%20% 2
    • Torschüsse von innerh. d. Strafraums
    • TSG 1899 Hoffenheim Vergleich Borussia Mönchengladbach
      9 47.4%52.6% 10
    • Schussgenauigkeit
    • TSG 1899 Hoffenheim Vergleich Borussia Mönchengladbach
      30.8% 40.4%59.6% 45.5%

Mit viel Moral und Mentalität das Spiel gedreht

Der Tag danach: Erster Heimsieg seit acht Monaten, ein Joker als Doppel-Torschütze, ein glücklicher Jubilar – alles Wichtige zum 2:1-Sieg der FohlenElf gegen Fortuna Düsseldorf.

Die Geschichte des Spiels

Zu Beginn übernahm die Fortuna das Kommando und ging in der sechsten Minute durch Adams auch in Führung. Die Borussen stellten auf ein 4-3-3-System um und hätten in der Folge durch Breel Embolo, der zweimal an Fortuna-Keeper Steffen scheiterte, ausgleichen können. „Auch wenn wir zwei gefährliche Szenen hatten, haben wir in der ersten Hälfte zu wenig investiert“, monierte Chefcoach Marco Rose. Nach dem Wechsel erhöhte sein Team den Druck, Patrick Herrmann ließ zunächst zwei Top-Gelegenheiten aus. Doch die Fohlen blieben am Drücker. „Großes Kompliment an meine Mannschaft, die immer an sich geglaubt und weiter angeschoben hat und sich am Ende auch belohnt hat“, sagte Rose. Der eingewechselte Marcus Thuram markierte erst das 1:1 (74.), ehe er zwei Minuten vor dem Abpfiff zum 2:1 traf und der FohlenElf damit den ersten Heimsieg seit dem 26. Januar bescherte. „Meine Mannschaft hat in der zweiten Hälfte viel Moral und Mentalität gezeigt und das Spiel damit noch gedreht“, so Rose. „Nach dieser langen Negativserie im BORUSSIA-PARK und dem schlechten Spiel am Donnerstag gegen Wolfsberg war es ein ganz wichtiger Sieg, der uns wieder Selbstvertrauen geben sollte. Dennoch haben wir weiterhin noch jede Menge Arbeit vor uns.“

Das Medienecho

Kicker: „Auch im neunten Anlauf blieb den Fortunen ein Dreier beim Nachbarn verwehrt - und dies trotz einer frühen Führung sowie einer ansprechenden Leistung gegen lange Zeit verunsicherte Fohlen, die sich nach der Pause aber steigerten und 2:1 gewannen.“

Rheinische Post: „Borussia Mönchengladbach hat seine negative Heimserie beendet. Gegen Fortuna Düsseldorf gewinnt das Team von Trainer Marco Rose mit 2:1. Joker Marcus Thuram avanciert zum Derby-Helden.“

Express: „Geschafft! Gladbach killt den Heimfluch. Borussia schafft saisonübergreifend im zwölften Anlauf wieder einen Dreier im eigenen Wohnzimmer, setzt sich im Rheinland-Fight gegen Düsseldorf mit 2:1 durch.“

Der Spieler des Spiels

Marcus Thuram: Zum ersten Mal in dieser Saison stand der Franzose gestern nicht in der Startelf der Fohlen. „Marcus hat bislang sehr viel gespielt, deswegen haben wir ihn zunächst draußen gelassen. So konnte er ein paar Kräfte sammeln, die er nach seiner Einwechslung maximal gewinnbringend eingebracht hat“, sagte Trainer Rose. In der 67. Minute kam Thuram für Alassane Plea in die Partie – und war sofort auf Betriebstemperatur. Erst drückte er ein Zuspiel von Stefan Lainer über die Linie, ehe er zwei Minuten vor Schluss endgültig zum Matchwinner avancierte. Nach einem Tohuwabohu im Gäste-Strafraum staubte er zum umjubelten Siegtreffer ab. So war es auch keine Überraschung, dass der „Doppelpacker“ bei der Abstimmung in der FohlenApp mit 75 Prozent aller Stimmen mit deutlichem Abstand zum Spieler des Spiels gewählt wurde.

Die Zahl des Spiels

300: Nach zwei Joker-Einsätzen in der Saison durfte Patrick Herrmann gestern erstmals von Beginn an ran – und das ausgerechnet in seinem Jubiläumsspiel. Der Flügelflitzer bestritt gegen die Fortuna sein 300. Pflichtspiel für die Fohlen. „Mir war das vor dem Spiel gar nicht bewusst, habe es dann erst im Stadion auf der Leinwand gelesen. Diese Zahl macht mich natürlich wahnsinnig stolz“, sagte der Jubilar, dem beinahe sogar ein Treffer gelungen wäre. Doch in der zweiten Hälfte konnte er zwei Chancen nicht nutzen. „Das hätte den Tag natürlich gekrönt, aber letztlich bin ich sehr glücklich, dass wir am Ende trotzdem noch gewonnen haben“, so Herrmann.

Die Tabellensituation

Mit zehn Zählern stehen die Fohlen nach dem fünften Spieltag punktgleich mit Borussia Dortmund (3.), dem SC Freiburg (4.), dem FC Schalke 04 (5.) und Bayer Leverkusen (7.) auf Platz sechs der Bundesliga-Tabelle. Am Abend könnte der VfL Wolfsburg, der um 20:30 Uhr die TSG Hoffenheim empfängt, noch an Borussia vorbeiziehen, dennoch kann der Start als gelungen bezeichnet werden. „Es war uns vor der Saison klar, dass für uns nicht alles sofort vom Himmel fällt. Aber zehn Punkte nach fünf Spielen – das ist eine sehr gute Ausbeute“, so Sportdirektor Max Eberl.

Die Personallage

Da sich Ibrahima Traoré (Kapselbandverletzung im Sprunggelenk) sowie Fabian Johnson (Muskelverletzung im Adduktorenbereich) in der vergangenen Woche im Training verletzt hatten und Tobias Strobl, Keanan Bennetts, Jonas Hofmann, Lars Stindl sowie Torben Müsel verletzungsbedingt ohnehin nicht zur Verfügung gestanden hatten, berief Rose lediglich 18 statt 20 Spieler in sein gestriges Aufgebot. In Tony Jantschke gesellte sich zu Beginn der zweiten Hälfte ein weiterer verletzter Spieler hinzu. Der Innenverteidiger musste nach einem Zusammenprall mit Breel Embolo ausgewechselt werden. Jantschke ging es nach dem Spiel schon deutlich besser, eine genaue Diagnose wird es heute nach einer MRT-Untersuchung im Laufe des Tages geben.

Der Ausblick

Für die Profis, die gestern in der Startelf gestanden hatten, stand am heutigen Montagvormittag eine regenerative Einheit auf dem Programm. Die Akteure, die gestern nur kurz oder gar nicht zum Einsatz gekommen waren, absolvierten stattdessen Spielersatztraining auf dem Trainingsplatz im BORUSSIA-PARK. Am morgigen Dienstag haben die Fohlen frei. Zum Start in die neue Trainingswoche versammeln sich die Borussen am Mittwochvormittag zu einer Athletikeinheit, ehe es am Nachmittag um 15:00 auf den Platz geht. Die beiden Abschlusseinheiten am Donnerstag und Freitag vor dem Spiel am Samstag (15:30 Uhr) bei der TSG Hoffenheim finden hinter verschlossenen Türen statt.

Thuram: "Energieleistung der gesamten Mannschaft"

Im Interview spricht Marcus Thuram über die Mannschaftsleistung beim 2:1 im Niederrheinduell gegen Fortuna Düsseldorf, seine Joker-Rolle und seine ersten Bundesligatreffer.

Marcus, wie bewertest du den 2:1-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf?

Thuram: Es war eine Energieleistung der gesamten Mannschaft. Ich bin sehr froh, dass wir das Spiel noch gedreht und gewonnen haben.

Warum habt ihr euch aus deiner Sicht zunächst schwer getan?

Thuram: Am Donnerstag hatten wir ein sehr schwieriges Spiel in der Europa League. Gegen Düsseldorf haben wir 45 Minuten gebraucht, um die Niederlage gegen Wolfsberg zu vergessen und ins Spiel zu kommen. In der zweiten Halbzeit haben wir den Fußball gespielt, den Borussia Mönchengladbach spielen muss. Und am Ende haben wir gewonnen – das ist das Wichtigste. Um besser zu werden, müssen wir uns jetzt ein paar Videos anschauen und das Spiel analysieren. Letztlich haben wir dank unseres Teamgeistes gewonnen und uns damit für unsere Bemühungen belohnt.

Wie hast du es empfunden, zunächst auf der Bank Platz nehmen zu müssen?

Thuram: Diese Entscheidung konnte ich nachvollziehen. In dieser Saison haben wir sehr viele Spiele. Es ist klar, dass in einer Englischen Woche gewechselt wird. Es gab andere Spieler, die frischer waren als ich. Und letztendlich war es die richtige Entscheidung vom Trainer.

Was hat dir Marco Rose in der Pause gesagt?

Thuram: Er hat mir gesagt, dass ich mich bereit machen und versuchen soll, dem Team zu helfen. Das habe ich dann versucht, umzusetzen. Und ich bin glücklich, dass es geklappt hat.

Mit deinen beiden ersten Bundesligatreffern warst du entscheidend an diesem Sieg beteiligt…

Thuram: Für mich war es ein besonderer Tag, weil ich meinen ersten Bundesligatreffer gemacht habe. Aber wenn wir am Ende nicht gewonnen hätten, würden diese Treffer nichts bedeuten. Die Mannschaft ist das Wichtigste – deswegen zählt nur, dass wir das Derby gewonnen haben. Jeder Einzelne aus der Mannschaft hat seinen Anteil an diesem Erfolg.

Thuram dreht Spieß gegen Düsseldorf um

Am fünften Bundesliga-Spieltag hat sich die FohlenElf im Niederrheinduell mit 2:1 (0:1) gegen Fortuna Düsseldorf durchgesetzt. Marcus Thuram traf doppelt.

Vor 52.413 Zuschauern im BORUSSIA-PARK begannen die Gäste mutig und gingen in der siebten Minute auch durch Kasim Adams in Führung. Danach entwickelte sich ein offenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Im zweiten Durchgang übernahmen die Borussen mehr und mehr das Kommando und kam in der 75. Minute durch Marcus Thuram zum Ausgleich. Zwei Minuten vor dem Ende schlug der Franzose erneut zu und sicherte den Fohlen damit den ersten Heimsieg seit Januar.

 

Zeitleiste

Borussia Mönchengladbach2 - 1Fortuna Düsseldorf
  • M. Thuram 74
  • M. Thuram 87
  • K. Adams 6
  • Borussia MönchengladbachSpielereignisse
    • Tor: M. Thuram 74.
    • Tor: M. Thuram 87.
    • Spielerwechsel: N. Elvedi (In) / T. Jantschke (Out) 52.
    • Spielerwechsel: M. Thuram (In) / A. Pléa (Out) 67.
    • Spielerwechsel: Raffael (In) / P. Herrmann (Out) 80.
    • Gelbe Karte: S. Lainer 2.
    • Gelbe Karte: D. Zakaria 77.
  • Fortuna DüsseldorfSpielereignisse
    • Tor: K. Adams 6.
    • Spielerwechsel: E. Thommy (In) / L. Baker (Out) 59.
    • Spielerwechsel: T. Pledl (In) / J. Zimmer (Out) 67.
    • Spielerwechsel: R. Hennings (In) / D. Kownacki (Out) 79.
    • Gelbe Karte: A. Bodzek 35.
    • Gelbe Karte: M. Zimmermann 49.
    • Gelbe Karte: K. Ayhan 65.
.
  • Wettbewerb
  • Bundesliga
  • Anstoß
  • 22.09.2019 15:30
  • SR
  • Christian Dingert
  • Zuschauer
  • 52.413
  • Ort
  • BORUSSIA-PARK
Spielende

 

AUFSTELLUNG

Cheftrainer Marco Rose nahm vier Änderungen in seiner Startelf vor. Statt Nico Elvedi, Ramy Bensebaini, Christoph Kramer und Marcus Thuram spielten Tony Jantschke, Oscar Wendt, Breel Embolo und Patrick Herrmann von Beginn an. Die Viererkette vor Torwart Yann Sommer bildeten Stefan Lainer, Matthias Ginter , Tony Jantschke und Oscar Wendt. Im Mittelfeld kamen Denis Zakaria, László Bénes, Florian Neuhaus und Breel Embolo zum Zug. Im Angriff spielten Patrick Herrmann und Alassane Plea.

PERSONAL

Ibrahima Traoré (Kapselbandverletzung im Sprunggelenk), Fabian Johnson (Muskelverletzung im Adduktorenbereich), Tobias Strobl (arthroskopischer Eingriff am Innenmeniskus), Keanan Bennetts (Muskelbündelriss im Oberschenkel), Jonas Hofmann (im Aufbautraining nach Innenbandriss im Knie), Lars Stindl (im Aufbautraining nach Schienbeinbruch) und Torben Müsel (arthroskopischer Eingriff am Knie) standen verletzungsbedingt nicht zur Verfügung.

 

Borussia Mönchengladbach

  • 1Yann SommerTorwart
  • 17Oscar Wendt
  • 24Tony JantschkeAuswechslung
  • 28Matthias Ginter
  • 18Stefan LainerGelbe Karte
  • 7Patrick HerrmannAuswechslung
  • 22László Bénes
  • 32Florian Neuhaus
  • 8Denis ZakariaGelbe Karte
  • 14Alassane PléaAuswechslung
  • 36Breel Embolo

Einwechselspieler

  • 30Nico ElvediEinwechslung
  • 11RaffaelEinwechslung
  • 15Jordan Beyer
  • 10Marcus ThuramEinwechslungTorTor
  • 6Christoph Kramer
  • 25Ramy Bensebaini
  • 21Tobias Sippel
  • Trainer
  • Marco Rose

Fortuna Düsseldorf

  • 24Zack SteffenTorwart
  • 5Kaan AyhanGelbe Karte
  • 4Kasim AdamsTor
  • 3Andre Hoffmann
  • 39Jean ZimmerAuswechslung
  • 34Lewis BakerAuswechslung
  • 23Niko Gießelmann
  • 13Adam BodzekGelbe Karte
  • 25Matthias ZimmermannGelbe Karte
  • 11Kenan Karaman
  • 9Dawid KownackiAuswechslung

Einwechselspieler

  • 18Thomas PledlEinwechslung
  • 26Diego Contento
  • 15Erik ThommyEinwechslung
  • 37Bernard Tekpetey
  • 14Kelvin Ofori
  • 28Rouwen HenningsEinwechslung
  • 32Robin Bormuth
  • 27Nana Ampomah
  • 33Florian Kastenmeier
  • Trainer
  • Friedhelm Funkel

 

HÖHEPUNKTE 1. HÄLFTE

7.: Die Fortuna geht in Front. Nach einer Ecke legt Hoffmann per Kopf auf Adams ab, der aus kurzer Distanz unter die Latte köpft – 0:1.

10.: Lainer setzt Embolo in Szene, der aus sieben Metern an F95-Keeper Steffen scheitert.

11.: Erneut wird es nach einer Ecke der Gäste gefährlich. Bodzek jagt die Kugel aus rund zehn Metern aber knapp rechts am Tor vorbei.

12: Riesenchance für Embolo. Der Angreifer geht alleine auf Steffen zu, lässt sich dann aber zu weit abdrängen – da war deutlich mehr drin.

34.: Kowancki zieht von der Strafraumgrenze ab, Sommer wehrt den Schuss mit beiden Fäusten ab.

39.: Ginter kommt nach einer Flanke zum Kopfball, doch Steffen ist auf seinem Posten und fängt das Leder.

HÖHEPUNKTE 2. HÄLFTE

54.: Herrmann vergibt die große Ausgleichsgelegenheit. Nach flacher Hereingabe von Wendt scheitert der Flügelflitzer aus kurzer Distanz an Steffen.

62.: Zakaria bringt den Ball hoch in den Strafraum auf Herrmann, der aus neun Metern links neben das Tor köpft.

75.: Neuhaus steckt auf der rechten Seite klasse durch auf Lainer. Der Österreicher bringt den Ball präzise nach innen auf den eingewechselten Thuram, der per Direktabnahme vollendet – 1:1.

88.: Borussia geht spät in Führung! Raffael knallt den Ball an die Latte. Der Ball landet bei Ginter, dessen Kopfball Steffen parieren kann. Doch Thuram ist zur Stelle und staubt ab - 2:1.

 

Spieldaten — Teamstatistiken

Borussia Mönchengladbach-Fortuna Düsseldorf
  • Angriff
  • Allgemeines Spiel
  • Pässe
  • Abwehr & Disziplin
  • Angriff

    • Tore
    • Borussia Mönchengladbach Vergleich Fortuna Düsseldorf
      2 66.7%33.3% 1
    • Torschüsse
    • Borussia Mönchengladbach Vergleich Fortuna Düsseldorf
      23 56.1%43.9% 18
    • Torschüsse aufs Tor
    • Borussia Mönchengladbach Vergleich Fortuna Düsseldorf
      11 73.3%26.7% 4
    • Geblockte Torschüsse
    • Borussia Mönchengladbach Vergleich Fortuna Düsseldorf
      7 53.8%46.2% 6
    • Torschüsse von außerh. d. Strafraums
    • Borussia Mönchengladbach Vergleich Fortuna Düsseldorf
      6 33.3%66.7% 12
    • Torschüsse von innerh. d. Strafraums
    • Borussia Mönchengladbach Vergleich Fortuna Düsseldorf
      17 73.9%26.1% 6
    • Schussgenauigkeit
    • Borussia Mönchengladbach Vergleich Fortuna Düsseldorf
      68.8% 67.4%32.6% 33.3%

alle Stimmen zum Spiel

Nach der 0:4-Niederlage im Auftaktspiel der UEFA Europa League der FohlenElf gegen den Wolfsberger AC waren wir in beiden Lagern auf Stimmenfang.

Matthias Ginter : Es ist ein Alptraum. Von Anfang an haben wir nicht ins Spiel gefunden. Mit der ersten Chance haben wir dann auch gleich das erste Gegentor bekommen. Nach der Pause haben wir umgestellt und nochmal alles versucht. Wir hatten dann auch ein paar Hochkaräter. Wenn wir davon einen genutzt hätten, wäre das Spiel vielleicht nochmal gekippt. Im Fußball ist alles möglich. Aber letztendlich war es dann gegessen. Für so eine Niederlage gibt es nicht einen einzelnen Grund. Es haben mehrere Gründe mitreingespielt. Ich glaube nicht, dass es bei irgendjemandem an der Einstellung gelegen hat. Niemand macht absichtlich Fehler. Aber natürlich dürfen uns diese in der Häufigkeit nicht passieren. Es ist ein herber Dämpfer. Aber es sind noch fünf Spiele in der Europa League – es ist noch alles drin.

Christoph Kramer: Wenn man in so einem Spiel 0:2 hinten liegt, ist es sehr schwer sein Ding durchzuziehen. Dann ist es manchmal auch eine Willens- oder Kopfsache. Aber von Beginn an des Spiels habe ich den Willen bei den Spielern gespürt. Dennoch war es heute ein gebrauchter Abend für uns, der viele Gründe hat. Aber wir können uns sicherlich auch einiges ankreiden: Gerade in so einem Spiel, wenn man dann zurückliegt, darf man nicht den Kopf verlieren, da muss man seinen Plan durchziehen. Wir sind dann aber leider nicht mehr ins Spiel gekommen.

Denis Zakaria: So ein Spiel muss man schnell vergessen. In zwei Tagen geht es weiter gegen Düsseldorf. Der Trainer hat uns vor dem Spiel gesagt, dass Wolfsberg eine gute und aggressive Mannschaft hat. Aber ich kann wirklich nicht sagen, was heute passiert ist. Wir müssen das aufarbeiten. Wir hatten einen positiven Rhythmus und jetzt müssen wir den Kopf wieder hochnehmen. Wir können dieses Spiel nicht akzeptieren. Ab morgen geht der Fokus auf das Spiel gegen Düsseldorf.

Sportdirektor Max Eberl: Es war ein gebrauchter Tag. Das Spiel sind wir nicht so angegangen wie wir es uns vorgenommen hatten. Wir haben versucht, Fußball zu spielen und gedacht, wir könnten Wolfsberg auseinander spielen. Marco Rose hat drei Tage lang auf die Aggressivität der Wolfsberger hingewiesen – er kennt sie wie kein anderer. Vielleicht hat der eine oder andere nicht richtig hingehört und gedacht, dass wir sie schon besiegen werden. Das haben wir nicht getan. Daraus sollten wir unsere Schlüsse ziehen.

Trainer Marco Rose: Wenn man hier zuhause in der Europa League ein Heimspiel mit 0:4 verliert, ist das natürlich sehr enttäuschend. Ich denke, dass der WAC in der Summe verdient gewonnen hat. Ich glaube, dass wir in der ersten Halbzeit sehr viel haben vermissen lassen. Wir haben uns sehr gut auf den Gegner eingestellt. Wir wussten genau, was auf uns zukommt und haben es trotzdem nicht geschafft, die richtigen Wege, die richtigen Lösungen zu finden. Wir müssen aus diesem Spiel die richtigen Schlüsse ziehen und uns Gedanken machen - alle miteinander.

Gerhard Struber (Trainer Wolfsberger AC): Die Art und Weise wie wir heute hier aufgetreten sind, macht uns sehr stolz – mich persönlich, die Mannschaft und den gesamten Verein. Man hat gemerkt, dass die Dinge auf dem Platz funktioniert haben. Die Stimmung war beeindruckend. Gebot der Stunde ist aber, dass wir die Kirche im Dorf lassen. Wir haben schwierige Aufgaben vor uns. Das Selbstvertrauen, dass wir uns heute erspielt haben, wollen wir mitnehmen.

Klare Heim-Niederlage zum Europa League-Auftakt

Im ersten Gruppenspiel der UEFA Europa League musste sich Borussia dem Wolfsberger AC deutlich mit 0:4 (0:3) geschlagen geben.

Vor knapp 35.000 Zuschauern im BORUSSIA-PARK wurden die Fohlen kalt erwischt. Die Gäste nutzten in der 13. Minute durch Shon Weissmann gleich ihre erste Chance zu Führung. Zwar hatte Borussia im ersten Durchgang fast 70 Prozent Ballbesitz, die Tore machten jedoch die Österreicher. Michael Liendl (31.) und Marcel Ritzmaier (43.) erhöhten noch vor der Pause auf 3:0. Nach den Wechsel versuchten die Borussen alles, um dem Spiel noch eine Wendung zu geben, doch gegen leidenschaftlich verteidigende Gäste taten sich zu selten Lücken auf. Auf der Gegenseite baute Leitgeb (68.) die Führung der Wolfsberger sogar noch aus. So musste Borussia am Ende eine bittere 0:4-Niederlage hinnehmen.

AUFSTELLUNG

Gegenüber dem jüngsten 1:0-Sieg beim 1. FC Köln nahm Trainer Marco Rose nur eine Änderung in seiner Startelf vor: László Bénes erhielt den Vorzug vor Breel Embolo. Vor Torwart Yann Sommer bildeten Stefan Lainer, Matthias Ginter , Nico Elvedi und Ramy Bensebaini die Viererkette. Das Mittelfeld besetzten Christoph Kramer, Denis Zakaria, László Bénes und Florian Neuhaus. Im Sturm begann das altbewährte Duo Marcus Thuram und Alassane Plea.

PERSONAL

Verletzungsbedingt fielen Fabian Johnson (Rückenprobleme), Tobias Strobl (arthroskopischer Eingriff am Innenmeniskus), Keanan Bennetts (Muskelbündelriss im Oberschenkel), Jonas Hofmann (Aufbautraining nach Innenbandriss im Knie), Torben Müsel (arthroskopischer Eingriff am Knie) und Lars Stindl (Aufbautraining nach Schienbeinbruch) aus.

HÖHEPUNKTE 1. HÄLFTE

13.: Nach einer Flanke von der rechten Seite ist Weissmann mit dem langen Bein zur Stelle und verlängert den Ball unhaltbar ins lange Eck – 0:1.

28.: Die Gäste kombinieren im Strafraum gefährlich. Weissmann legt ab auf Niangbo, dessen Direktabnahme rechts am Tor vorbei rauscht.

31.: Die Gäste erhöhen. Leitgeb köpft eine Freistoßflanke von Liendl per Aufsetzer unter die Latte – 0:2.

35.: Erster nennenswerter Abschluss der Fohlen. Ein Schlenzer von Bénes fliegt jedoch einen halben Meter über das Gehäuse.

39.: Neuhaus zieht rechts in den Strafraum. Sein Schuss wird geblockt, im Anschluss scheitert Benes an Keeper Kofler. Zakaria nahm dem Keeper dabei ohnehin die Sicht – Abseits.

41.: Der WAC bleibt eiskalt. Nach einem Konter kann Sommer zunächst noch gegen Ritzmaier parieren, den Nachschuss setzt der Gäste-Akteur jedoch unters Dach – 0:3.

HÖHEPUNKTE 2. HÄLFTE

60.: Was für eine Chance auf den Anschlusstreffer. Nach einer flachen Hereingabe von Lainer schiebt Plea die Kugel freistehend in die Arme von Kofler.

68.: Unfassbar! Der WAC nutzt seine fünfte Chance zum nächsten Tor. Eine Ecke landet am zweiten Pfosten, wo Leitgeb freistehend einköpfen kann – 0:4.

76.: Bénes scheitert aus rund 18 Metern an Kofler. Weniger Sekunden später schlenzt Herrmann den Ball knapp über den Kasten.

79.: Ginter jagt das Leder aus kurzer Distanz an den Pfosten. Der Treffer hätte aber nicht gezählt, weil der Innenverteidiger einen Schritt im Abseits gestanden war.

STATISTIK

Borussia: Sommer – Lainer, Ginter, Elvedi, Wendt – Kramer, Zakaria, Bénes, Neuhaus (46. Embolo) – Thuram (72. Herrmann), Plea (72. Raffael) // Bank: Sippel, Jantschke, Wendt, Traoré

Wolfsberg: Kofler – Novak, Sollbauer, Rnic, Schmitz – Liendl, Leitgeb, Ritzmaier (86. Wernitznig), Schmid, Niangbo (90. Schmerböck), Weissmann (84. Schmidt) // Bank: Kuttin, Gollner, Sprangler, Baumgartner

Tore: 0:1 Weissmann (13.), 0:2 Leitgeb (31.), 0:3 Ritzmaier (41.), 0:4 Leitgeb (68.).

Zuschauer: 34.846

Schiedsrichter: Tamás Bognar (Ungarn)

Gelbe Karten: Bénes, Plea, Zakaria, Kramer – Ritzmaier, Rnic, Schmitz, Schmid

Stimmen zum Spiel

Wir haben uns nach dem 1:0-Erfolg der Fohlen in Köln im Lager der Borussen sowie bei beiden Trainern umgehört.

Marcus Thuram: Wir freuen uns sehr, dass wir unseren Fans den Derby-Sieg schenken konnten. Es war eine unglaubliche Atmosphäre im Stadion. Es hat richtig Spaß gemacht, hier dabei zu sein. In der ersten Hälfte haben wir es sehr gut gemacht, allerdings haben wir es verpasst, ein zweites Tor nachzulegen. Dadurch mussten wir bis zum Ende zittern. Aber am Ende war es ein verdienter Sieg für uns.

Yann Sommer: Es war ein wichtiger Sieg – vor allem für unsere Fans. In der ersten Hälfte haben wir einige Chancen liegen lassen. Das war etwas schade, denn so lange es nur 1:0 steht, kann noch alles passieren. Die Kölner haben im zweiten Durchgang alles nach vorne geworfen, dadurch hatte ich etwas mehr zu tun als noch vor der Pause, aber ich denke unter dem Strich geht der Sieg für uns in Ordnung.

Christoph Kramer: Wir haben über 90 Minuten ein richtig gutes Spiel gezeigt und hätten den Sack deutlich früher zumachen müssen. In der ersten Halbzeit hatten wir mehr Kontrolle, weil wir den Ball noch besser laufen gelassen haben. Nach der Pause hatten wir aber immer noch gute Umschaltsituationen und zwei, drei sehr gute Chancen. Köln hat uns große Räume geboten, auch noch in der zweiten Halbzeit. Die haben wir aber nicht mehr konsequent bespielt. Es ging deswegen hin und her. Unter dem Strich war es aber ein sehr gutes Spiel von uns mit einem verdienten Sieg.

Stefan Lainer: Wir haben es unnötig spannend gemacht. Gerade in der ersten Hälfte haben wir das Spiel sehr gut im Griff gehabt und uns sehr gute Möglichkeiten herausgespielt, doch die letzte Konsequenz hat uns gefehlt. Nach der Pause ist es noch einmal spannend geworden, es war ein offenes Spiel, aber über 90 Minuten war es meiner Meinung nach ein klar verdienter Sieg. Das Spiel war wieder ein Schritt nach vorne.

Trainer Marco Rose: Meine Mannschaft hat es in der ersten Halbzeit hervorragend gemacht. Sie ist mutig rausgegangen, hat das Spiel bestimmt und hätte sicher zur Pause schon höher führen können. Im zweiten Durchgang haben wir an Konsequenz verloren und die langen Bälle, die die Kölner gespielt haben, nicht mehr so gut verteidigt. Da wurde es in manchen Situationen etwas brenzlig, in der Summe war es aber ein verdienter Sieg, den wir unseren Fans gerne geschenkt haben.

Trainer Achim Beierlorzer (1. FC Köln):Wir haben vor allem in der ersten Hälfte zu viele kleine Fehler gemacht. Wir haben den Gegner dadurch eingeladen zu seinem Spiel. In der zweiten Hälfte haben wir es gut ausgleichen können und hatten selber unsere Momente. Yann Sommer hat ein paar sehr gute Bälle in dieser Phase gehalten, von denen wir uns gewünscht hätten, das der eine oder andere durchrutscht. Das hat sich nicht ergeben. Mit der Art und Weise, wie wir uns in der zweiten Halbzeit dagegengestemmt haben, bin ich zufrieden – aber natürlich nicht mit dem 0:1.

Embolo: „Hätten den Sack früher zumachen können“

Im Interview spricht Breel Embolo über die Mannschaftsleistung beim 1:0 im Derby beim 1. FC Köln, seine Vorarbeit zum Siegtreffer und seinen Teamkollegen und Torschützen Alassane Plea.

Breel, wie hast du eure Leistung beim 1:0 im Derby beim 1. FC Köln gesehen?

Breel Embolo: Wir haben das Spiel sofort kontrolliert. Durch unser Angriffspressing haben wir immer wieder Situationen kreiert, in denen Köln gezwungen war, den Ball hektisch wegzuschlagen. Aus der Pause sind wir sehr gut rausgekommen und haben weitere Chancen kreiert. Damit gehen wir vorne aber zum Teil noch etwas zu leichtfertig um. Köln hatte aber auch etwas vor. Und es ist klar, dass in so einem Spiel der Gegner in 90 Minuten auch zu Möglichkeiten kommt. Das Spiel hat gezeigt, dass der Gegner auch spielen und gefährlich werden kann, wenn wir ihm zu viele Räume geben. Trotzdem geht ein Kompliment an die Mannschaft: Wir haben das Derby gewonnen und zu Null gespielt – das ist auch wichtig.

Warum ist es aus deiner Sicht am Ende nochmal spannend geworden?

Embolo: Bis zur 70. Minute hätten wir den Sack eigentlich schon mit einem zweiten Tor zumachen können. Dann wäre es danach auch nicht mehr brenzlig geworden. Aber wir sind froh, dass wir einen Torhüter wie Yann Sommer haben. Über 60 oder 70 Minuten hatte er nicht so viel zu tun, war dann aber im richtigen Moment da. Ansonsten hätte das Spiel hinten raus noch blöd ausgehen können und wir hätten uns die Punkte teilen müssen. Nach unserer Leistung wäre das sehr schade gewesen.

Wie hast du die Szene gesehen, die zum Siegtreffer geführt hat?

Embolo: Mit meiner Wucht versuche ich immer mich selbst oder die anderen Stürmer in Position für einen Abschluss zu bringen. In dieser Szene habe ich mich gedreht und habe dann gesehen, dass Marcus Thuram einen sehr guten Lauf gemacht hat. Der Ball sollte zu ihm kommen, aber im letzten Moment hat Kölns Verteidiger seinen Fuß dazwischen bekommen. Dadurch ist der Ball bei Alassane Plea gelandet. Lasso war in diesem Moment hellwach. Das sind die Dinge, die wir jeden Tag besprechen: Wir wollen immer hellwach und aktiv sein. Daran, dass Lasso diese Chance so eiskalt genutzt hat, erkennt man dann seine Qualität.

Wo siehst du seine weiteren Stärken?

Embolo: Lasso ist sehr wichtig für uns – nicht nur wegen seiner Treffer. Es ist stark, wie er sich bewegt und dreht und wie er die Bälle hält. Es macht unheimlich viel Spaß mit ihm zusammenzuspielen. Wir freuen uns, dass es für uns vorne gut läuft. Trotzdem ist klar, dass wir alle noch ein, zwei oder drei Tore mehr machen können. Dafür pushen wir uns gegenseitig im Training. Und ich hoffe, dass es im nächsten Spiel noch besser klappt.

Wie wichtig war aus deiner Sicht der Sieg in Köln?

Embolo: Jeder Sieg ist wichtig. Aber insbesondere nach der Niederlage zu Hause gegen RB Leipzig wollten wir die drei Punkte in Köln unbedingt mitnehmen – nicht nur für die Fans. Auch in der Tabelle wollten wir wieder einen Schritt nach vorne machen, das ist uns gelungen. Jetzt wollen wir auch zu Hause gewinnen. Denn natürlich ist es unser Anspruch, jedes Spiel zu gewinnen. Das gelingt nicht immer. Aber auf die Leistung über 60 Minuten können wir stolz sein. Das müssen wir künftig über 90 Minuten durchziehen. Denn wenn wir die Tore vorne schneller machen, haben die hinten auch einen entspannteren Nachmittag.

Wichtige drei Punkte in einem besonderen Spiel

Der Tag danach: Borussia baut Rekord aus, Plea trifft im ersten Derby, Bensebaini gibt Debüt – alles Wichtige zum 1:0-Sieg der Fohlen beim 1. FC Köln.

Die Geschichte des Spiels

Borussia präsentierte sich in Köln dominant und war vor allem im ersten Abschnitt klar überlegen. Nach einem Lattenschuss von Denis Zakaria brachte Alassane Plea die Fohlen in seinem ersten Derby in der 14. Minute in Führung. Trotz der Überlegenheit und einer Vielzahl an vielversprechenden Angriffen blieb es aber bis zum Halbzeitpfiff beim 1:0. „Wir hätten zur Pause noch höher führen können, vielleicht sogar müssen“, sagte VfL-Trainer Marco Rose. Nach dem Seitenwechsel wurde Köln etwas aktiver nach vorne, bot den Borussen aber weiterhin viele Räume. Diese konnte die FohlenElf zwar nicht zu einem weiteren Torerfolg nutzen, brachte den Sieg aber dennoch über die Ziellinie. „Es sind wichtige drei Punkte. Da wir wissen, was für eine Bedeutung dieses Spiel für unseren Verein, für unsere Stadt und für unsere Fans hat, fühlt sich der Sieg noch mal ein bisschen besser an“, sagte Rose.

Das Medienecho

Kicker: „Borussia Mönchengladbach hat das rheinische Derby beim 1. FC Köln mit 1:0 für sich entschieden. Nachdem die Gäste lange Zeit Chancenwucher betrieben hatten, schalteten sie frühzeitig diverse Gänge herunter. Köln lief in Durchgang zwei emsig an - am Ende erfolglos.“

Rheinische Post: „Die stark aufspielende Borussia gewinnt das Derby gegen den 1. FC Köln. Der Franzose Alassane Plea erzielt das einzige Tor beim 1:0-Sieg. Der Sieg hätte durchaus höher ausfallen können.“

Westdeutsche Zeitung: „Borussia Mönchengladbach hat seine Derby-Erfolgsgeschichte fortgeschrieben und das 122. rheinische Duell beim 1. FC Köln mit 1:0 (1:0) gewonnen. Für das Team von Trainer Marco Rose war es dabei der 49. Bundesliga-Sieg gegen den FC.“

Der Spieler des Spiels

Alassane Plea, Denis Zakaria, Breel Embolo – es gab viele Borussen, die am gestrigen Samstagnachmittag als „Spieler des Spiels“ in Frage gekommen wären. Borussias Fans entschieden sich in der FohlenApp am Ende für Yann Sommer. Auch der Keeper der Fohlen hatte sich diese Auszeichnung verdient, schließlich hielt er in der Endpahse der Partie den einen oder anderen gefährlichen Abschluss der Kölner und hatte somit großen Anteil daran, dass die 1:0-Führung über die Zeit gebracht wurde.

Die Zahl des Spiels

49: Zum insgesamt 89. Mal fand das rheinische Derby im Bundesliga-Oberhaus statt. Zum 49. Mal entschied Borussia dabei das Aufeinandertreffen für sich und baute damit einen beeindruckenden Rekord aus: Gegen keinen Erstligakonkurrenten verlor der FC öfter als gegen die Fohlen. Für den VfL war es zudem der 24. Derby-Sieg in Köln.

Die Randnotiz des Spiels

Mitte August hatte Borussia Ramy Bensebaini vom französischen Erstligisten Stade Rennes verpflichtet, ausgerechnet im Derby beim 1. FC Köln gab der 24-Jährige nun sein Debüt für die Fohlen. Bensebaini zeigte nach dem krankheitsbedingten Ausfall von Oscar Wendt auf der Position des Linksverteidigers in der Viererkette eine ansprechende Partie und war nach vier Minuten gleich gefordert, als er in höchster Not einen Abschluss von Anthony Modeste aus sieben Metern abblockte. Auch darüber hinaus brachte sich der Algerier mit einigen gut getimten Grätschen ins Spiel seiner Mannschaft ein und stellte einige Male seine technischen Fähigkeiten und sein gutes Passspiel unter Beweis. „Ramy hat seine Sache gut gemacht“, befand auch Yann Sommer.

Die Tabellensituation

Sieben Punkte stehen für die Fohlen nach vier Spielen zu Buche. In der Tabelle bedeutet das vorbehaltlich der beiden Sonntagsspiele Rang fünf. Bemerkenswert: Auswärts hat die Mannschaft von Marco Rose wettbewerbsübergreifend noch keine Federn gelassen, entschied erst das Pokalspiel in Sandhausen für sich (1:0), dann die Partie in Mainz (3:1) und schließlich das Derby in Köln (1:0).

Der Ausblick

Für die Profis, die in Köln in der Startelf gestanden hatten, stand am heutigen Sonntagvormittag eine regenerative Einheit auf dem Programm. Die Akteure, die gestern nur kurz oder gar nicht zum Einsatz gekommen waren, absolvierten stattdessen das 75-minütige Spielersatztraining auf dem Trainingsplatz im BORUSSIA-PARK. Was nun folgt, ist die erste Englische Woche der aktuellen Saison: Nach einem trainingsfreien Tag am Montag absolvieren die Fohlen am Dienstag (10:00 Uhr) eine öffentliche Einheit und am Mittwoch eine weitere, nicht öffentliche Einheit, bevor am Donnerstag endlich wieder ein Europapokal-Spiel ansteht. Zum Auftakt der Gruppenphase in der UEFA Europa League ist der Wolfsberger AC (21:00 Uhr) im BORUSSIA-PARK zu Gast. Am Freitag darauf bittet Trainer Marco Rose um 11:00 Uhr zum Auslaufen, das Abschlusstraining am Samstag vor dem nächsten Rhein-Duell zu Hause gegen Fortuna Düsseldorf (15:30 Uhr) findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Wendt: „Leistung in Ordnung, Ergebnis nicht“

Linksverteidiger Oscar Wendt spricht nach dem 1:3 gegen RB Leipzig über die Leistung der FohlenElf und sein 200. Bundesliga-Spiel.

Oscar, nach dem 1:3 gegen Leipzig waren sich viele Experten und beteiligt einig, dass es euer bisher bestes Spiel der Saison war. Wie hast du die Partie gesehen?

Wendt: Die Niederlage war sehr bitter. Wir haben viele Dinge sehr gut gemacht. Vieles hat gestimmt. Wir haben sehr gut gekämpft, waren auch spielerisch gut. Im Fußball sind aber nun einmal die Tore entscheidend – und Leipzig hat leider zwei mehr als erzielt als wir.

In der ersten Halbzeit habt ihr das Spiel bis zum Rückstand bestimmt, nur die verdiente Führung wollte nicht gelingen…

Wendt: Stimmt, wir hatten in der ersten Hälfte drei sehr gute Chancen, die wir leider nicht nutzen konnten. Dann hat Leipzig fast aus dem Nichts das 1:0 gemacht. Eigentlich gehörten die ersten 45 Minuten uns. Dann haben wir mit dem zweiten Gegentor einen schlechten Start in die zweite Halbzeit gehabt.

Trotzdem habt ihr nicht aufgesteckt und seid weiter dran geblieben…

Wendt: Ja, wir haben uns zurückgekämpft in dieses Spiel und auch mit dem 1:2 belohnt. Am Ende hatten wir auch noch die große Chance, den Ausgleich zu erzielen. Leider hat das nicht geklappt, das 1:3 in der letzten Sekunde hat dann diese bittere Niederlage besiegelt. Die Art und Weise, wie wir gespielt haben, war gut. Man muss aber auch so ehrlich sein, zu sagen, dass Leipzig es schon gut gemacht. Sie haben dreimal super abgeschlossen bei den drei Toren.

Wie weit siehst du die Mannschaft in der Umsetzung der Vorgaben von Trainer Marco Rose?

Wendt: Wir sind auf einem guten Weg. Die Leistung der Mannschaft war in Ordnung, nur das Ergebnis nicht. Ich hoffe, dass wir uns in den nächsten Spielen dann auch für solche Vorstellungen belohnen werden. Wir müssen jetzt mitnehmen, was wir gut gemacht haben. Und an den Fehlern, die wir noch machen, müssen wir arbeiten und sie korrigieren. Wir können in allen Belangen noch zulegen.

Du hast gegen Leipzig dein 200. Bundesligaspiel gemacht, konntest du dich denn wenigstens ein wenig über dieses persönliche Jubiläum freuen?

Wendt: Naja, da kann man sich nach einer Niederlage natürlich nicht so wirklich drüber freuen. Aber das ist schon eine tolle Sache. 200 Bundesliga-Spiele, alle für Borussia, das ist schon etwas Großes.

Für eine gute Vorstellung nicht belohnt worden

Der Tag danach: Trotz guter Leistung verloren, ein unermüdlicher Angreifer und ein verärgerter Jubilar – alles Wichtige zur 1:3-Niederlage Fohlen gegen RB Leipzig.

Die Geschichte des Spiels

Die FohlenElf war in der ersten Hälfte die tonangebende und offensiv aktivere Mannschaft, ließ im Torabschluss jedoch die nötige Präzision vermissen. Ganz anders die Sachsen, die in der 38. Minute ihre erste Möglichkeit durch Timo Werner zur Führung nutzten. „Wir haben sehr gut begonnen und hätten durchaus in Führung gehen können. Der Gegentreffer wäre zu verteidigen gewesen, aber Timo hat auch einen echten Sahne-Tag erwischt“, sagte VfL-Chefcoach Marco Rose. RB blieb effizient, kurz nach dem Wechsel nutzte Werner die zweite Chance zum zweiten Tor. Borussia steckte nicht auf und erhöhte mehr und mehr den Druck. Jedoch belohnte sie sich für ihren guten Auftritt zu spät. Erst in der 90. Minute gelang Breel Embolo nach einer Flanke von László Bénes per Kopf der Anschlusstreffer. Mit der letzten Aktion der Partie entschied Werner dann mit seinem dritten Treffer das Spiel endgültig. Trotz der Niederlage war Rose mit dem Auftritt seiner Mannschaft einverstanden: „Die Jungs sind nach dem 0:2 dran geblieben und haben bis zum Ende daran geglaubt. Schade, dass sie für ein gutes Spiel nicht belohnt worden sind. Mit dieser Leistung haben wir heute die Messlatte für das gelegt, was wir die nächsten Wochen spielen wollen. Da wollen wir nicht mehr drunter kommen, sondern in einigen Bereich sogar noch drüber.“

Das Medienecho

Kicker: „RB Leipzig hat die Tabellenführung vorerst eingenommen. Das kampfbetonte Spiel bei Borussia Mönchengladbach entschied Werner mit drei blitzartigen Antritten - und sorgte somit für die Fortsetzung einer Gladbacher Horrorserie.“

Rheinische Post: „Wieder kein Sieg gegen RB Leipzig – Borussia Mönchengladbach kann den ungeliebten Gegner auch mit dem neuen Trainer nicht knacken. Die Gladbacher ließen zahlreiche Chancen ungenutzt.“

Express: „Aua, das hat weh getan! Bittere Heimklatsche für Gladbach. Die Fohlen werden zum Auftakt des dritten Liga-Spieltages erneut von Angstgegner RB Leipzig abgewatscht. 3:1 heißt es am Ende dank Timo Werners Dreierpack für den Brauseklub.“

Der Spieler des Spiels

Nicht nur wegen seines Treffers war Breel Embolo am gestrigen Abend der auffälligste Borusse. Deshalb war es keine große Überraschung, dass er in der FohlenApp mit mehr als die Hälfte aller Stimmen zum Spieler des Spiels gewählt wurde. Der Schweizer haute sich in jeden Zweikampf, trieb das Offensivspiel unermüdlich an und war an fast allen gefährlichen Aktionen seines Teams beteiligt. Für seine gute Leistung belohnte sich der Angreifer in der 90. Minute mit seinem Kopfballtreffer. 100 Sekunden später wäre ihm beinahe sogar der Ausgleich gelungen, doch diesmal flog sein Kopfball knapp über den Kasten.

Die Zahl des Spiels

200: Ein Sieg war Oscar Wendt gestern leider nicht vergönnt, als kleinen Trost konnte er sich zumindest ein wenig über sein Jubiläum freuen: Für den Schweden war der gestrige Startelf-Einsatz gegen Leipzig das 200. Bundesliga-Spiel. „Alle 200 Partien für diesen Verein zu bestreiten, macht mich stolz. Dennoch überwiegt nach diesem Spiele der Ärger über die Niederlage", so Wendt im Interview.

Die Randnotiz des Spiels

Knapp 90 Kilometer vom BORUSSIA-PARK entfernt tat sich am gestrigen Abend etwas Erfreuliches. Beim 3:2-Auswärtserfolg der U23 im Regionalligaspiel beim Bonner SC gab Mamadou Doucouré nach langer Verletzungspause sein Comeback. Nach seiner Einwechslung in der 67. Minute spielte er beschwerdefrei durch. Seit seinem Wechsel zu Borussia im Sommer 2016 hat der Innenverteidiger noch kein Pflichtspiel für die Profis absolvieren können, weil ihn immer schwere Verletzungen gestoppt hatten.

Die Tabellensituation

Während die Gäste mit ihrem dritten Sieg im dritten Spiel vorübergehend die Tabellenspitzer übernahmen, bleibt Borussia mit vier Zählern auf Rang sieben stehen. Da die eine oder andere hinter ihr stehende Mannschaft am Wochenende noch punkten wird, dürfte es für die Fohlen bis zum Ende des dritten Spieltags sicher noch ein paar Plätze nach unten gehen.

Die Personallage / Der Ausblick

Vor zahlreichen Zaungästen, die das schöne Wetter zu einem Ausflug in den BORUSSIA-PARK nutzten, absolvierten die Akteure, die gestern nur kurz oder gar nicht zum Einsatz gekommen waren, das Spielersatztraining. Für die Profis, die in der Startelf gestanden hatten, stand eine regenerative Einheit auf dem Programm. Die gute Nachricht: Alle Borussen haben das gestrige Spiel verletzungsfrei überstanden. Am morgigen Sonntag haben die Fohlen frei. Am Montag werden zehn von ihnen zu ihren jeweiligen Länderspielreisen aufbrechen. Für alle übrigen Borussen startet am Montag um 16:00 Uhr die neue Trainingswoche. Am Donnerstagabend (18:15 Uhr) bestreitet Borussia im Sportzentrum Haarwasen Haiger ein Testspiel gegen Zweitligist SV Wehen Wiesbaden.

Stimmen zum Spiel

Wir haben uns nach dem 3:1 der Fohlen in Mainz im Lager der Borussen und bei FSV-Coach Sandro Schwarz umgehört.

Matthias Ginter : Wir haben immer wieder betont, dass wir etwas länger brauchen, bis wir auf einem Top-Level sind. Ich finde, dass wir es gegen den Ball auch schon im Auftaktspiel gegen Schalke gut gemacht und wenig zugelassen haben. Heute war es wieder ein kleiner Fortschritt, auch wenn wir natürlich immer noch nicht da sind, wo wir selbst gerne hin wollen. Dass Breel getroffen hat, hat uns alle sehr gefreut, weil er eine lange Leidenszeit hinter sich hat. Alle haben gemeinsam gejubelt. Daran merkt man auch, dass wir einen großen Teamgeist haben und wir alle an einem Strang ziehen.

Yann Sommer: Ich bin sehr glücklich über die drei Punkte. Siege zu feiern, ist immer schön. Den ersten Saisonsieg feiert man aber immer ein wenig mehr. Die Unterstützung der Fans war auch heute wieder super. Das Spiel war lange Zeit ausgeglichen. Mainz war ein guter Gegner, der uns das Leben sehr schwer gemacht hat. Aber am Ende haben die Spieler, die bei uns reingekommen sind, den Unterschied gemacht. Wir hatten in der Schlussphase eine bessere Ballkontrolle und dadurch mehr Ballbesitz – das hat uns getan. Ich freue mich für Stefan und Breel, dass sie heute ihr erstes Bundesliga-Tor für Borussia machen konnten.

Trainer Marco Rose: Es war ein schwieriges Spiel für uns. Es sind zwei Mannschaften mit einer ähnlichen Spielanlage aufeinander getroffen. In der Summe war es sehr kampfbetont, dazu war es extrem heiß. Wir haben das Spiel am Ende gewonnen, weil wir das Momentum in der entscheidenden Phase auf unserer Seite hatten. Ein Freistoß hat zum 2:1 geführt und dann konnten wir sofort das 3:1 nachlegen, das war natürlich sehr wichtig. Der Sieg war in meinen Augen verdient, weil wir dran geglaubt und viel investiert haben.

Trainer Sandro Schwarz (1. FSV Mainz 05): In der ersten Halbzeit war es über weite Strecken ein Spiel auf Augenhöhe. Auch nach der Pause hat es meine Mannschaft sehr ordentlich gemacht und hat defensiv fast nichts zugelassen. Daher war es fatal, dass wir in der Schlussphase innerhalb von zwei Minuten zwei Gegentore bekommen. So standen wir am Ende mit leeren Händen da. Wenn wir punkten wollen, müssen wir die Spiele über 90, 93 Minuten konzentriert aufrechterhalten

Embolo: „Diese Wucht wollten wir auf den Platz bringen“

Breel Embolo hat beim 3:1 der FohlenElf über Mainz 05 sein erstes Tor für Borussia erzeilt. Der 22-Jährige spricht im Interview über das Spiel, den Saisonstart und seinen Treffer.

Breel, als du das entscheidende 3:1 gemacht hast, ist die gesamte Mannschaft, auch von der Bank, auf dich zugestürmt. Wie hast du die Situation erlebt?

Embolo: Es macht immer Spaß zu treffen, umso mehr, wenn der Sieg so nah ist und der Treffer hilft, diesen zu sichern. Die Reaktion meiner Mitspieler, auch von der Bank war überragend. Wie sie alle zu mir gerannt sind und mit mir gefeiert haben, damit hatte ich nicht gerechnet. Da bestätigt aber meinen Eindruck, dass ich von der Mannschaft sehr gut aufgenommen worden bin.

War der Spielzug zum 3:1 ein Paradebeispiel für den Fußball, den ihr unter Trainer Marco Rose zeigen wollt?

Embolo: Das ist das Spiel, das wir spielen wollen. Genau diese Wucht nach vorne wollten wir umsetzen. Umso mehr sind wir froh, dass uns das in dieser Szene gelungen ist. Wir haben zuvor gelitten. Mainz hat sehr körperbetont gespielt und uns alles abverlangt. Wir sind sehr froh, dass es trotzdem zu drei Punkten gereicht hat. Aber wir wissen auch, dass wir noch sehr viel Arbeit vor uns haben.

Das hört man auch von Trainer Marco Rose immer wieder. Wie weit siehst du die Mannschaft denn?

Embolo: Wir sind schon sehr weit, machen es teilweise sehr gut. Aber es gibt natürlich noch Phasen, in denen wir unsere Spielidee nicht so gut umsetzen, in denen der Gegner den Ball zu lange hat. Aber wir wussten, von Anfang an, dass das Zeit brauchen würde. Solche Siege wie in Mainz helfen natürlich. Wir sind auf dem richtigen Weg.

Du hast im Auftaktspiel gegen Schalke auf der Zehnerposition gespielt, in Mainz kamst du für Marcus Thuram als zweite Spitze, welche Position liegt dir mehr?

Embolo: Es macht einfach Spaß, auf dem Platz zu stehen und sich für die Mannschaft zu zerreißen. Da ist es egal, ob ich ganz vorne oder auf der Zehn aufgestellt werde. Wir sind momentan noch ein wenig in der Findungsphase, ich nehme das an und versuche meine eigenen Stärken einzubringen. Ich finde es nicht verkehrt, auch andere Positionen kennenzulernen.

Wie wichtig war es für dich, schon am zweiten Spieltag dein erstes Tor für Borussia zu erzielen?

Embolo: Das Tor ist für mich natürlich großartig. Wir Stürmer hatten uns auch vorgenommen ein Zeichen zu setzen und zu treffen. Umso mehr freut es mich, dass auch Alassane Plea einen Treffer erzielt hat. So wollen wir weiterarbeiten und uns gegenseitig weiter pushen.

Fakten, Zahlen und Infos zum Spiel gegen Mainz

Alle wichtigen Fakten und wissenswerten Informationen rund um das Auswärtsspiel am Samstag (15:30 Uhr) beim 1. FSV Mainz 05.

Zuschauer

  • Für das Spiel in der Opel Arena (33.305 Plätze) in Mainz sind bislang 25.500 Karten verkauft worden. Borussia rechnet mit rund 4.500 VfL-Anhängern vor Ort.

Bilanz zwischen Mainz und Borussia

  • Die beiden Mannschaften treffen zum 27. Mal in der Bundesliga aufeinander. Die Bilanz spricht für die FohlenElf, die elfmal gewann. Mainz siegte siebenmal, zudem gab es acht Unentschieden.
  • Borussia ist seit sechs Bundesligaspielen gegen die 05er ungeschlagen (4 Siege, 2 Remis). Die letzte Niederlage gab es im Januar 2016 (0:1).
  • Das damalige 0:1 war darüber hinaus die einzige Mönchengladbacher Niederlage in den vergangenen acht Partien in Mainz (4 Siege, 3 Remis).
  • Die Rheinhessen blieben in den vergangenen drei Bundesliga-Duellen mit den Fohlen torlos (0:0, 0:4, 0:1) – länger blieben sie gegen Borussia nie ohne eigenen Treffer.

Statistik

  • Borussia gewann zuletzt fünf von acht Auswärtspartien in der Bundesliga (1 Remis, 2 Niederlagen). In diesen acht Spielen kassierten die Fohlen nur fünf Gegentreffer.
  • Matthias Ginter steht vor seinem 200. Bundesligaspiel – 62 seiner 199 Partien im Oberhaus bestritt der Innenverteidiger für die Fohlen (70 Spiele für Freiburg, 67 Partien für Dortmund).
  • VfL-Coach Marco Rose bestritt von 2002 bis 2011 als aktiver Spieler 158 Pflichtspiele für Mainz 05, und stieg mit den Rheinhessen zweimal in die Bundesliga auf (2004 und 2009). Mit Mainz-Coach Sandro Schwarz verbindet ihn seit vielen Jahren eine innige Freundschaft.
  • Der FSV verlor zum Auftakt 0:3 in Freiburg. Zwei Niederlagen zum Bundesliga-Start gab es zuvor nur 2005/06 und 2017/18 – 2005/06 waren es unter Jürgen Klopp sogar fünf Schlappen in Folge.
  • Der FSV holte aus den letzten vier Heimspielen der vergangenen Saison zehn Punkte und erzielte dabei 15 Tore (5:0 gegen Freiburg, 3:1 gegen Düsseldorf, 3:3 gegen Leipzig, 4:2 gegen Hoffenheim).

Schiedsrichter

  • Das Spiel wird geleitet von Martin Petersen. Der 33-jährige Immobilienkaufmann aus Stuttgart pfeift seit 2017 im deutschen Fußball-Oberhaus.
  • Bislang leitete er 15 Bundesliga-Partien – darunter zwei Spiele mit Beteiligung des VfL (3:3 am 17. März 2018 gegen Hoffenheim, 0:3 am 9. Februar 2019 gegen Berlin).
  • Alexander Sather und Robert Wessel sind am Samstag die Assistenten, vierter Offizieller ist Thomas Stein. Video-Assistenten sind Daniel Siebert und Jan Seidel.

Anreise

  • Mit dem Auto: An der Opel Arena stehen keine Parkplätze für die mit dem Auto anreisenden Gästefans zur Verfügung. Als Alternative steht der Park-and-Ride-Parkplatz an der Messe (Genfer Allee, 55129 Mainz) zur Verfügung. Von dort verkehren zahlreiche Shuttlebusse. In Mainz gibt es eine Umweltzone, die nur mit einer grünen Plakette befahren werden darf. Der Messe-Parkplatz ist hiervon nicht betroffen.
  • Mit dem Reisebus: Für Fanbusse stehen Parkplätze am Gästebereich (P9) zur Verfügung. Die Parkgebühr pro Bus beträgt 10 Euro. Neunsitzer zahlen 5 Euro. Die Zufahrt erfolgt nur über die Koblenzer Straße (Abfahrt Lerchenberg).
  • Mit der Bahn: Ab Hauptbahnhof Mainz nutzt ihr die bereitstehenden Shuttle-Busse. Die Eintrittskarten berechtigen zur kostenfreien Fahrt mit den Shuttle-Bussen.
  • Alle weiteren Infos zur Anreise findet ihr hier.

Wetter

  • Es werden am Samstagnachmittag in Mainz hochsommerliche Temperaturen von bis zu 29 Grad erwartet. Bei strahlendem Sonnenschein weht eine leichte Brise aus Ost mit mäßigen Böen.

Fans

  • Am Gästebusparkplatz findet ihr Borussias Fantruck und das Infomobil des FPMG Supporters Clubs.
  • Alle weiteren Informationen für Gästefans haben die Fanbeauftragten hier zusammengefasst.

Übertragung

  • Sky überträgt die Partie live auf Sky Sport Bundesliga 2 & HD2 live. Kommentator ist Jonas Friedrich. In der Konferenz kommentiert Michael Born das Spiel.
  • Das Bitburger-FohlenRadio geht ab 15:20 Uhr live und ist sowohl über die FohlenApp als auch die Homepage verfügbar. Co-Kommentator von Christian Straßburger ist die ZDF-Sportreporterlegende Wolf-Dieter Poschmann
  • Auf FohlenTV kann man die Partie kurz nach dem Abpfiff im Re-Live und wenig später auch im Highlightschnitt sehen.
  • Das Spiel wird in der FohlenSportsbar gezeigt. Bei der von Frank Schiffers moderierten Veranstaltung gibt es die Aufstellungen aus erster Hand, Zuschauer-Interviews, ein Tippspiel, einen Halbzeittalk und dazu Stadionfeeling-Speisen.

FohlenApp:

  • Wenn ihr am Samstag (ab 9:30 Uhr) die FohlenApp öffnet, werdet ihr gefragt, ob ihr das Spiel live im Stadion, vor dem TV/Radio oder von unterwegs aus verfolgt. Entsprechend werdet ihr in einer Art Live-Blog mit allen nötigen Informationen versorgt. Die FohlenApp gibt‘s kostenlos im AppStore und im Google PlayStore.

Unibet-Tippspiel

  • In der Bundesliga-Saison 2019/20 suchen die Fohlen im offiziellen Borussia-Tippspiel den ersten Tippkönig – präsentiert von UNIBET. Getippt werden müssen alle 34 Spieltage der neuen Bundesliga-Saison. Es winken attraktive Preise.

Pokalspiel in Dortmund am 30. Oktober live in der ARD

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat am heutigen Freitag die Begegnungen in der 2. Hauptrunde des DFB-Pokals zeitgenau angesetzt. Die FohlenElf gastiert am Mittwoch, 30. Oktober (20:45 Uhr, live in der ARD), bei Borussia Dortmund.

Der exakte Spieltermin der FohlenElf in der 2. Hauptrunde des DFB-Pokals steht fest. Die FohlenElf tritt am Mittwoch, 30. Oktober, um 20:45 Uhr, im Signal Iduna Park in Dortmund an.Die Partie wird live in der ARD übertragen. Das gab der DFB am heutigen Freitag bekannt. Infos zum Ticketvorverkauf folgen in Kürze an dieser Stelle.

Der VfL und der BVB treffen im DFB-Pokal zum dritten Mal aufeinander. Die bisherigen beiden Begegnungen fanden ebenfalls beide Male in der 2. Hauptrunde statt, beide Partien entschied die FohlenElf für sich: Am 29. Oktober 2003 setzte sie sich vor heimischen Publikum mit 2:1 durch. Das erste Aufeinandertreffen im Pokal am 26. Oktober 1986 hatte der VfL mit 6:1 gewonnen.

Wir haben die richtigen Tugenden gezeigt

Nach dem umkämpften Sieg in der ersten DFB-Pokalrunde in Sandhausen haben wir mit Rechtsverteidiger Stefan Lainer gesprochen.

Stefan, durch das 1:0 in Sandhausen seid ihr in die zweite DFB-Pokalrunde eingezogen. War es das erwartet schwere Spiel?

Lainer: Auf jeden Fall. Es war ein harter Pokalfight, der Gegner hat uns nichts geschenkt. Spielerisch war es sicher nicht das schönste Spiel, da können wir noch zulegen. Es war eher kampfbetont und spannend bis zum Schluss. Wir sind froh, dass wir in die nächste Runde eingezogen sind.

Aufgrund heftiger Regenfälle und Gewitter stand das Spiel kurz vor dem Abbruch und hat letztendlich mit großer Verspätung begonnen. Wie hast du die Situation wahrgenommen?

Lainer: Die äußeren Bedingungen haben es natürlich nicht gerade leichter für uns gemacht. Gefühlt haben wir drei Stunden auf dem Platz gestanden und uns viermal aufgewärmt. Doch obwohl es die Wetterverhältnisse nicht zugelassen haben, dass wir unser Spiel so durchziehen konnten, wie wir es vorhatten, haben wir die richtigen Tugenden auf den Platz gebracht.

Die Partie in Sandhausen war auch dein erstes Pflichtspiel für die FohlenElf. Wie zufrieden bist du mit deiner Leistung?

Lainer: Es war nicht einfach, aber ich finde, dass wir als gesamter Defensivverbund ganz gut gestanden und wenig zugelassen haben. Wir waren stabil, haben aber noch nicht unseren Fußball, wie wir ihn spielen wollen, auf den Platz gebracht. Das lag nicht nur an der Witterung, der Gegner hat uns ständig früh unter Druck gesetzt. Dadurch passieren auch mal technische Fehler. Trotzdem: In solchen Spielen der ersten Pokalrunde ist es auch eine Frage der Mentalität. Und die haben wir eindeutig gezeigt.

Gelungener Auftakt dank „harter Arbeit“

Der Tag danach: Ein verspäteter Anpfiff, ein glücklicher Tor-Debütant und ein hart erkämpfter Einzug in die zweite Runde – alles Wichtige zum 1:0 (1:0)-Sieg der Fohlen im DFB-Pokal beim SV Sandhausen.

Die Geschichte des Spiels

Blitze, Sturmböen und Starkregen sorgten am Freitagabend dafür, dass die Pokalpartie zwischen dem SV Sandhausen und der FohlenElf erst um 21:30 Uhr mit 45 Minuten Verspätung angepfiffen wurde. Auf dem regendurchtränkten Rasen im BWT Stadion am Hardtwald brauchten die Fohlen dann etwas Zeit, um ins Spiel zu finden. Nach einer guten Viertelstunde bekam Borussia das Spiel aber langsam unter Kontrolle und ging mit ihrer ersten Chance in Führung. Neuzugang Marcus Thuram verwertete eine Flanke von Tobias Strobl aus dem rechten Halbfeld per Kopf (19.). Die Gastgeber gingen physisch robust zu Werke und drängten in der Folge auf den Ausgleich. „Unsere Jungs haben den Kampf voll angenommen, das muss ich ihnen zugutehalten“, sagte Trainer Marco Rose. „In dieser Phasen hätten wir bei eigenem Ballbesitz aber noch präsenter sein müssen und es uns dadurch selbst einfacher machen müssen.“ In einer zerfahrenen zweiten Halbzeit war Sandhausen dann das aktivere Team. Die Fohlen hielten aber dagegen und kämpften sich letztlich in die nächste Pokal-Runde. „Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir unser erstes Pflichtspiel gewonnen haben. Es war ein hartes Stück Arbeit“, sagte Rose. „Wir wissen, dass in den nächsten Wochen noch viel Arbeit auf uns wartet.“

Das Medienecho

Kicker: „Die Gladbacher führten schnell nach der ersten Chance mit 1:0. Gegen Ende der ersten Halbzeit und Mitte der zweiten Halbzeit hatten aber die Sandhäuser ein Übergewicht und den Ausgleich verdient. Weil Gladbach vorne Thuram und hinten Sommer hatte, reichte es zum ersten Sieg unter dem neuen Trainer Marco Rose.“

Rheinische Post: „Borussia Mönchengladbach hat am Freitagabend sein erstes Pflichtspiel unter dem neuen Trainer Marco Rose gewonnen. Die Niederrheiner setzten sich in der ersten Runde des DFB-Pokals 1:0 beim Zweitligisten SV Sandhausen durch. Doch der Erfolg war lange in Gefahr.“

Express: „Die Fohlen taten sich schwer gegen gallige Gastgeber, mussten auf der Wasser-Wiese einiges einstecken. (…) Doch es reichte am Ende, die Fohlen quälten sich bei der Rose-Premiere dank des Premieren-Tores von Thuram in die nächste im DFB-Pokal.“

Der Spieler des Spiels

Marcus Thuram: An der Seite seines Landsmanns Alassane Plea gab Marcus Thuram in Sandhausen sein Pflichtspiel-Debüt für die Fohlen. Und gleich nach 19 Minuten erzielte der Franzose auch seinen ersten Pflichtspieltreffer für Borussia. „Also erst einmal ist es enorm wichtig, dass wir als Mannschaft erfolgreich gewesen sind. Und klar, natürlich ist es schön für mich, gleich im ersten Spiel getroffen zu haben. Das gibt mir ein gutes Gefühl“, sagte Thuram, der nach der Partie vom DFB auch die Trophäe für den „Man of the Match“ überreicht bekommen hatte. Von Trainer Marco Rose gab es zudem ein Lob für den Neuzugang, der erst seit gut zwei Wochen bei der FohlenElf ist: „Marcus hat gerackert, gemacht und getan. Seine Physis tut unserem Spiel sehr gut. Es war ein sehr schönes Kopfballtor und ein toller Einstand für ihn.“

Die Randnotiz des Spiels

Nicht nur Marcus Thuram gab in Sandhausen seinen Pflichtspiel-Einstand für Borussia. Auch Neuzugang Stefan Lainer gehörte als Rechtsverteidiger zur Starformation der Fohlen in der ersten Runde des DFB-Pokals. Breel Embolo kam indes zur zweiten Halbzeit für den verletzten Jonas Hofmann in die Partie und so ebenfalls zu seinem Pflichtspiel-Debüt für die Fohlen. Alle drei trugen somit dazu bei, dass Trainer Marco Rose eine erfolgreiche Pflichtspiel-Premiere an der Seitenlinie der Fohlen feiern konnte.

Die Personallage

Verletzungsbedingt musste Jonas Hofmann in Sandhausen zur Pause ausgewechselt werden. Kurz zuvor war der Mittelfeldspieler in einem Luftzweikampf mit Gislason aneinandergeraten. Michaël Cuisance hatte indes das Abschlusstraining am Donnerstagnachmittag aufgrund von Adduktorenproblemen abbrechen müssen. „Micka stand daher verletzungsbedingt nicht im Kader für das Pokalspiel“, sagte Sportdirektor Max Eberl.

Der Ausblick

Am heutigen Samstagvormittag stand für die Stammkräfte der FohlenElf eine regenerative Einheit auf dem Programm. Die übrigen Borussen absolvierten indes das Spielersatztraining auf dem Platz. Am morgigen Sonntag haben die Fohlen frei. Die Vorbereitung auf das erste Bundesligaspiel der neuen Saison am kommenden Samstag (18:30 Uhr) gegen Schalke 04 nehmen sie am Montag (16:00 Uhr) auf. Für Dienstag sind zwei Einheiten angesetzt: Eine Athletikeinheit am Vormittag sowie eine Einheit auf dem Platz am Nachmittag (16:00 Uhr). Am Mittwoch und Donnerstag bittet Trainer Marco Rose die Borussen jeweils zu einer Einheit um 10:00 Uhr auf den Rasen. Die Abschlusseinheit vor dem Bundesliga-Auftakt steigt dann am Freitag um 17:00 Uhr.

Thuram: „Der beste Verein für meine Entwicklung“

Nach seiner ersten Trainingseinheit mit den Fohlen stand Marcus Thuram den Journalisten Rede und Antwort. Im Interview spricht der Neuzugang über die Gründe für den Wechsel, seinen Vater und seine Ziele bei Borussia.

Marcus, wie war die erste Trainingseinheit bei Borussia?

Thuram: Meine erste Einheit mit der Mannschaft war sehr gut. Wir haben ein paar Trainingsspiele gemacht, ich habe meine neuen Teamkollegen und den Trainer getroffen. Es hat sich gut angefühlt, den Ball zu spüren und mit den Teamkollegen auf dem Platz zu stehen. Aber es war auch sehr heiß. Es war auch meine erste Einheit nach der Sommerpause. Ich habe aber auch während der Pause viel trainiert. Mein Vater ist streng, was das angeht. (lacht) Es ist toll, das zu machen, was ich liebe: Fußball zu spielen. Es ist super, zurück auf dem Platz zu sein.

Was waren die Gründe, dass du dich für den Wechsel zu Borussia entschieden hast?

Thuram: Für mich lag diese Entscheidung auf der Hand: Borussia hat einen jungen Trainer, der junge Spieler mag, der weiß, was er will und der viel über Fußball weiß. Ich bin noch jung, bin noch in der Entwicklung. Ich denke, dass Borussia für mich der beste Klub ist, um mich weiterzuentwickeln.

Wo siehst du selbst deine Stärken?

Thuram: Ich denke, ich bin ein schneller Spieler, dribble gern und kann Tormöglichkeiten kreieren. Ich mag es, mit meinen Kollegen zu kombinieren, die neben mir spielen. Ich mag Fußball einfach. Und ich mag es, das zu tun, was für mich das Beste am Fußball ist: angreifen, angreifen, angreifen.

Thuram ist ein großer Name im Fußball. Wie hat dein Vater dich beeinflusst?

Thuram: Er hat mich so beeinflusst, wie ein Vater seinen Sohn eben beeinflusst. Er redet viel davon, wie man ein besserer Mensch werden kann – und wie man ein besserer Fußballspieler werden kann. Er macht das, was ein Vater eben macht.

Was sind deine Ziele bei Borussia?

Thuram: Ich hoffe, dass ich dem Team helfen kann, viele Spiele zu gewinnen. Ich möchte mich weiterentwickeln und meine Zeit in Mönchengladbach genießen mit diesem jungen, vielversprechenden Team.

Ist es für dich ein Vorteil, dass es bei Borussia bereits viele Franzosen in der Mannschaft gibt?

Thuram: Das war nicht der ausschlaggebende Grund dafür, dass ich hierhin gekommen bin. Aber es ist natürlich gut, weil es einfacher ist, sich einzugewöhnen, wenn es viele junge französische Spieler im Team gibt.

Rose: "Gemeinsam den Borussia-Stil kreieren"

In einem Pressegespräch am heutigen Freitag äußerte sich der neue Trainer Marco Rose über...

…die Euphorie über seine Verpflichtung: Der Verein und die Jungs sind in der vergangenen Saison mit Dieter Hecking Fünfter geworden. Jeder weiß, dass das eine außergewöhnliche Leistung war mit den Möglichkeiten, die Borussia hat. Max Eberl macht es hinsichtlich der Transfers, die getätigt werden, sehr clever. Es gibt aber andere Vereine, die ganz andere Möglichkeiten haben als wir. Trotzdem ist Borussia ein ambitionierter Verein, ein Traditionsverein, der viel vorhat. Das soll auch so sein und soll so bleiben. Ich freue mich, dass es ein paar Leute gibt, die sich freuen, dass ich jetzt hier Trainer bin. Ich will die Euphorie gar nicht kleinreden, trotzdem müssen wir anpacken und hart arbeiten. Wir werden nichts geschenkt bekommen und es wird nicht von selbst so laufen, dass wir am Ende wieder Fünfter werden. Dessen bin ich mir bewusst. Fußball und Erfolg sind immer harte Arbeit. Zudem brauchst du das Quäntchen Glück. Ich weiß natürlich auch, wie das Geschäft funktioniert, ich bin jetzt schon ein paar Jahre dabei. Wenn es am Anfang nicht so läuft wie erhofft, ist die Euphorie ganz schnell vorbei. Dann werden andere Töne angeschlagen. Damit muss ich dann auch leben.

…den Zeitpunkt seiner Verpflichtung: Ich habe Klarheit für mich gebraucht, weil viel spekuliert und geschrieben worden ist. Ich habe mich relativ schnell für Gladbach entschieden. Für die Entscheidungsfindung habe ich eine Woche gebracht, die auch nicht einfach war. Aber jetzt bin ich sehr glücklich, dass ich diese Entscheidung genauso getroffen habe. Ich freue mich auf das, was jetzt kommt.

…seine positive Grundeinstellung: Ich versuche, Energie vorzuleben und fordere Energie ein in jedem Training. Es ist wichtig, jedes Training zu nutzen, um an unserem Spiel zu arbeiten. Jedes Training und jede Übungsform wird mit 100 Prozent gemacht. Das ist mir unheimlich wichtig, das fordere ich immer wieder ein. Ansonsten geht alles über die Arbeitsatmosphäre. Die Aufgabe des Trainerteams, des gesamten Staff und der Jungs ist es, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich jeder wohlfühlt, in der jeder gerne zum Training kommt. Wenn das bewusst und unterbewusst gelingt, herrscht ohnehin eine positive Stimmung. Dazu müssen dann noch die Ergebnisse kommen.

…seine Herangehensweise: Ich darf nicht den Fehler machen und glauben: Ich komme jetzt aus Salzburg hierher und alles läuft und funktioniert genauso. Es gibt keinen Marco-Rose-Fußball. Es gibt nur Wir: Wir als Mannschaft versuchen jetzt, uns schnell zu finden. Dabei nehme ich die Jungs mit und versuche nicht die Schablone aus Salzburg draufzulegen. Wir müssen uns die Dinge gemeinsam erarbeiten, müssen versuchen, gemeinsam den Borussia-Stil für die nächsten Jahre zu kreieren. Nichtsdestotrotz gibt es Prinzipien im Spiel, auf die ich viel Wert lege und die ich einfordern werde: ein gutes Positionsspiel zu haben, nach Ballgewinn gut umzuschalten, eher vorwärts zu verteidigen als nach hinten zu laufen oder die Bälle so schnell wie möglich zurückzugewinnen, nachdem wir sie verloren haben. Man darf aber nicht erwarten, dass wir auf den Platz gehen und es nur noch Attacke und Angriff geben wird. Wir müssen versuchen, uns diese Dinge nach und nach anzueignen. Das ist ein Prozess, die Resultate werden nicht von heute auf morgen zu sehen sein. Ich möchte aber schon, dass wir versuchen, es relativ schnell sichtbar zu machen und relativ schnell erfolgreich zu sein.

...das Spielsystem: Ich halte viel von Automatismen. Es ist wichtig, dass die Spieler wissen, was sie in der jeweiligen Grundordnung zu tun haben, dass sie die vorgegebene Grundordnung zumindest schon mal trainiert und gespielt haben. Grundsätzlich bin ich niemand, der auf eine Grundordnung festgelegt ist, aber auch niemand, der im Spiel drei- oder viermal die Grundordnung wechselt. Unabhängig von der Grundordnung gilt zudem: Wir wollen gerne vertikal spielen, egal, ob wir ein 4-3-3-, 3-4-3- oder 4-4-2-System mit Raute spielen

…seine Einstellung zur Rotation: Ich habe in Salzburg extrem viel rotiert, teilweise zwischen sieben und neun Spieler im Vergleich von Europa-League-Spiel zu Liga-Spiel. Ich weiß aber, dass es in der Bundesliga noch mal anders gelagert ist, weil das Niveau noch mal ein anderes ist – obwohl man sich auch in der österreichischen Liga jeden Sieg hart erarbeiten muss. Wir müssen jetzt einfach ein Gefühl dafür entwickeln, was hier beim Thema Rotation möglich ist. Ich habe auf jeden Fall Vertrauen in den Kader. Und wenn sich alle Spieler im Training anbieten und zeigen, dass sie bereit sind, dann werden wir natürlich die Möglichkeit der Rotation auch nutzen. Es ist aufgrund der Belastung außerdem unerlässlich zu rotieren, gerade, wenn man viele Nationalspieler im Kader hat.

das Pokal-Los: Ich nehme die Dinge, wie sie kommen. Nach der Pokalauslosung hatte ich erst einmal keine klare Meinung zu diesem Los. Ist das gut? Ist das schlecht? Am Ende des Tages wollen wir eine Runde weiterkommen und müssen es sowieso so nehmen, wie es kommt. Es gibt viele unangenehme Lose. Als Bundesligist bist du immer gefordert. Jeder erwartet, dass der Bundesligist eine Runde weiterkommt. In Sandhausen ist es für uns eine Zweitligamannschaft geworden – damit sind wir gleich auf Betriebstemperatur. Wir wissen, dass da gleich eine große Aufgabe auf uns wartet.

…den Bundesliga-Spielplan: In der Bundesliga gibt es keine vermeintlich leichten Spiele. Es wäre auch unangenehm zu Hause gegen Freiburg zu starten. Dann erwartet jeder, dass man gleich einen raushaut. Wir nehmen es, wie es kommt und bereiten uns gut vor. Wir hoffen, dass bis dahin alle gesund bleiben. Wir freuen uns dann gleich auf einen Westschlager gegen Schalke. Dann kommt direkt mein persönliches Derby in Mainz und das Spiel gegen meine Heimatstadt Leipzig. Das sind gleich viele spannende Duelle. In den Derbys gegen Köln und Düsseldorf steckt immer viel Brisanz, die Fans erwarten in diesen Spielen viel von uns. Bis dahin haben wir aber schon ein paar Spiele absolviert, das ist gut, dann sind wir schon im Rhythmus.

…die Arbeit mit jungen Spielern: Ich freue mich auf die Jungs wie Michaël Cuisance und Laci Bénes. Auch in Salzburg habe ich mit vielen jungen Spielern zusammengearbeitet. Laci habe ich bereits getroffen. Er brennt. Wir wollen versuchen, diese Jungs zu fördern und zu fordern. Bei mir ist es relativ einfach: Wenn mir die jungen Spieler zeigen, dass sie unbedingt spielen wollen, sich weiterentwickeln möchten und dabei akzeptieren, dass sie möglicherweise etwas Zeit brauchen und mal hinten anstehen, wenn sie verstehen, dass sie sich Einsätze hart verdienen müssen, dann steht ihnen Tür und Tor offen.

...Breel Embolo: Breel bringt Dynamik, Power und Wucht mit. Ich habe in dem Gespräch mit ihm aber auch festgestellt, dass er ein richtig guter Typ ist. Er ist sehr ambitioniert und möchte gerne unbedingt nachweisen, dass er zurecht als absoluter Top-Spieler gehandelt wird. Er hatte auf Schalke eine schwierige Zeit, es ist für ihn viel unglücklich gelaufen mit Verletzungen. Borussia kennt Breel aber schon ein bisschen länger und wollte ihn schon 2016 verpflichten. Damals hat er noch auf der Achter- und Zehnerposition und auch im Sturm gespielt. Das zeigt, dass er auch fußballerische Qualitäten hat. Er ist ein guter, aber trotzdem auch noch entwicklungsfähiger Spieler, den wir dazugeholt haben. Dennoch sollten wir ihm nicht gleich einen riesigen Rucksack an Erwartungen aufsetzen. Er hat auch noch eine kleine Verletzung nach einem Schlag auf den Mittelfuß, die er im Moment auskuriert. Wir rechnen damit, dass er in den nächsten Tagen ins Lauftraining einsteigt und hoffen, dass es zügig geht, dass er mit dem Team trainieren kann und dann gesund bleibt.

…Stefan Lainer: Stefan ist eine Naturgewalt. Er ist ein guter Fußballer, der eine unfassbare Mentalität mitbringt und ohne Ende marschiert. Er ist nicht zu klein zu kriegen. Er kann als Rechtsverteidiger den Unterschied machen, was Einstellung und Mentalität angeht. Außerdem ist er ein Junge, der sich noch entwickeln kann, er macht in Deutschland jetzt den nächsten Schritt. Stefan bringt eine neue Komponente in den Kader – mit dem Wissen, dass wir in Jordan Beyer auf der Position auch ein großes Talent haben, das wir weiterentwickeln wollen.

Borussia verpflichtet Breel Embolo von Schalke 04

Borussia Mönchengladbach hat Stürmer Breel Embolo vom FC Schalke 04 verpflichtet. Der 22 Jahre alte Schweizer Nationalspieler unterschrieb beim VfL einen bis Juni 2023 laufenden Vierjahresvertrag.

„Wir kennen Breel Embolo schon seit mehreren Jahren und haben ihn in seiner Zeit bei Schalke natürlich weiter beobachtet“, so Borussias Sportdirektor Max Eberl. „Breel hatte in den vergangenen drei Jahren großes Pech mit zwei schwereren in Spielen erlittenen Verletzungen und natürlich haben wir uns auch im Detail mit seinem Gesundheitszustand beschäftigt. Wir sind überzeugt, dass wir ihm hier einen Neustart ermöglichen können und dass wir viel Freude an ihm haben werden. Er ist ein schneller, wuchtiger und torgefährlicher Angreifer, der sehr, sehr gut in unseren Kader passt.“ Auch Borussias neuer Trainer Marco Rose freut sich auf Embolo: "Breel bringt Dynamik, Power und Wucht mit. Ich habe in dem Gespräch mit ihm aber auch festgestellt, dass er ein richtig guter Typ ist. Er ist sehr ambitioniert und möchte gerne unbedingt nachweisen, dass er zurecht als absoluter Top-Spieler gehandelt wird."

Für Schalke 04 bestritt Embolo in den vergangenen drei Saisons 48 Bundesligaspiele (zehn Tore), für den FC Basel kam er davor in 60 Erstligaspielen in der Schweiz zum Einsatz (21 Tore), dazu kommen insgesamt 27 Champions- und Europa-League-Spiele (4 Tore) für beide Vereine. Der 32-malige Nationalspieler verpasste wegen einer Fußverletzung zuletzt das Finalturnier der UEFA Nations League mit der Schweizer Nationalmannschaft. Er hat inzwischen mit dem Rehatraining bei Borussia begonnen und wird voraussichtlich Ende Juli das Mannschaftstraining aufnehmen können. „Von meinen Teamkollegen bei der Nationalmannschaft habe ich immer nur Positives über Borussia gehört, deshalb freue ich mich sehr, dass ich jetzt die Chance bekomme, für diesen Verein zu spielen“, so Embolo.

Dreimal in Folge Schweizer Meister

Der im kamerunischen Yaounde geborenen Embolo begann 2006 beim FC Nordstern Basel seine fußballerische Karriere. Nach einem Wechsel 2008 zu den BSC Old Boys Basel schloss er sich zwei Jahre später dem FC Basel an. Am 16. März 2014 gab er sein Debüt in der Schweizer Super League. Beim 5:0-Sieg gegen den FC Aarau erzielte Embolo nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung sein erstes Tor. Insgesamt bestritt er für den FC Basel 60 Ligaspiele (21 Tore), 24 Europapokalspiele (4 Tore) und sechs nationale Pokalspiele (6 Tore). In diesen drei Spielzeiten gewann Embolo mit dem FC Basel dreimal in Folge die Schweizer Meisterschaft.

Im Sommer 2016 wagte Embolo im Alter von 19 Jahren den Sprung in die Bundesliga zum FC Schalke 04, für den er in den vergangenen drei Jahren in 61 Pflichtspiele auf zwölf Tore kam. In seiner ersten Saison setzte der 1,85 Meter große Stürmer ein Sprunggelenks- und Wadenbeinbruch lange außer Gefecht, weshalb er lediglich auf zehn Pflichtspieleinsätze (3 Tore) kam. In der Spielzeit 2017/18 bestritt Embolo 21 Bundesliga-, fünf Champions League- und ein DFB-Pokalspiel (5 Tore). In der zurückliegenden Runde fiel Embolo wegen eines Mittelfußbruchs mehrere Monate aus. Dennoch konnte er 20 Bundesliga-, fünf Champions League- und drei DFB-Pokalspiele (6 Tore) verbuchen.

Für die Schweizer Nachwuchsauswahlen kam Embolo auf zwölf Einsätze in der U16, U20, U21, ehe er am 31. März 2015 im Freundschaftsspiel gegen die USA sein Debüt für die A-Nationalmannschaft gab. Seitdem kamen weitere 31 Länderspiele (4 Tore) hinzu. Unter anderem kam er bei der EM 2016 in Frankreich sowie bei der EM 2018 in Russland in allen vier Partien der Eidgenossen zum Einsatz.