Aktuell

"ZU WENIG ENTLASTUNG" - STIMMEN ZUM SPIEL

Nach der 2:3-Niederlage der FohlenElf in Leipzig waren wir in beiden Lagern auf Stimmenfang.

Yann Sommer: Wir haben am Schluss das Ergebnis nicht über die Zeit gebracht. Ich fand, dass wir heute die schlechtere Mannschaft waren. Vor allem in der zweiten Hälfte hat Leipzig dauerhaft Druck auf uns ausgeübt – RB hat viele Flanken geschlagen und Pässe in die Tiefe gespielt, dadurch waren wir im Dauerstress und hatten zu wenig Entlastung. So haben wir dann das Spiel noch verloren. Dass der Schiedsrichter die Aktion mit Valentino Lazaro vor dem 2:3 nicht abgepfiffen hat, ist nun mal so. Ich finde schon, dass der Gegenspieler sich damit einen Vorteil verschafft hat, aber wir können die Entscheidung nicht mehr ändern. Wir müssen das Spiel nun abhaken, die richtigen Schlüsse daraus ziehen und dann am Dienstag im Pokal gegen Borussia Dortmund wieder eine gute Leistung zeigen.

Trainer Marco Rose: In der Nachspielzeit noch zu verlieren, ist für die Jungs echt bitter. Natürlich war Leipzig vor allem in der zweiten Hälfte drückend überlegen, auf Grund unserer kämpferischen Leistung hätten wir dennoch ein Remis verdient gehabt. Diesen Punkt hätten wir gerne mitgenommen, weil er uns in der aktuellen Situation gutgetan hätte und vor allem fürs Gefühl sehr wichtig gewesen wäre. Anfangs ist viel von dem aufgegangen, was wir uns vorgenommen haben. Wir wollten vorne mit zwei physisch starken Stürmern viel Präsenz haben und schnell in die Tiefe kommen. Der Substanzverlust wurde dann im Laufe der Partie immer größer. Wir haben dann noch einmal auf Viererkette umgestellt, weil wir das Gefühl hatten, dass uns das defensiv besser tut und wir vielleicht vorne noch einen Spieler mehr haben, der Zugriff bekommt. Aber die Leipziger haben es sehr gut gemacht, und hinten heraus hatten wir nicht mehr die Kraft, um dem standzuhalten.

Trainer Julian Nagelsmann (RB Leipzig): Ich habe mich nach dem Abpfiff riesig gefreut, weil es ein hochverdienter Sieg war. Wir haben in der Anfangsphase zwei Gegentore bekommen, die wir beide sehr schlecht verteidigt haben. Danach haben wir es gut gemacht und die Gladbacher zu vielen langen Bällen gezwungen. Offensiv hatten wir auch schon in der ersten Hälfte viele Aktionen, die hätten gefährlich werden können. In der zweiten Hälfte war es unglaublich gut, wir haben viel Druck gemacht, hatte ein gutes Gegenpressing und vor allem die Einwechselspieler haben für starke Impulse gesorgt. Am Ende sind wir belohnt worden, weil wir immer dran geglaubt haben. Gegen eine gute Gladbacher Mannschaft einen 0:2-Rückstand noch zu drehen, ist nicht so einfach. Der Sieg war tabellarisch sehr wichtig und setzt viele Emotionen und hoffentlich auch Kräfte für die nächsten Aufgaben frei.

27.02.2021

BORUSSIA UNTERLIEGT IN LETZTER MINUTE

Am 23. Bundesliga-Spieltag hat die FohlenElf trotz einer zwischenzeitlichen 2:0-Führung eine 2:3 (2:2)-Niederlage bei RB Leipzig hinnehmen müssen.

Die Fohlen erwischten einen Start nach Maß, Jonas Hofmann (5.) sorgte mit einem verwandelten Foulelfmeter für die frühe Führung. In der 19. Minute legte Marcus Thuram den zweiten Treffer nach. Die Gastgeber hatten im ersten Durchgang zwar deutlich mehr Ballbesitz, kamen gegen kompakt verteidigende Fohlen aber kaum zu zwingenden Chancen. Nach dem Wechsel erhöhten die Sachsen merklich den Druck, die Fohlen sorgten kaum noch für Entlastung. Erst verkürzte Christopher Nkunku (57.) auf 1:2, ehe Yussuf Poulsen neun Minuten später ausglich. In der Schlussphase hielten die Borussen die Leipziger erst einmal weg vom Tor, doch in der dritten Minute der Nachspielzeit sorgte Alexander Sörloth für den bitteren Last-Minute-Schock.

AUFSTELLUNG

Sechs Änderungen nahm Cheftrainer Marco Rose in seiner Startformation gegenüber dem Champions League-Spiel gegen Manchester City (0:2) vor. Anstelle von Stefan Lainer, Ramy Bensebaini, Christoph Kramer, Florian Neuhaus, Lars Stindl und Alassane Plea begannen Jordan Beyer, Oscar Wendt, Denis Zakaria, Hannes Wolf, Marcus Thuram und Breel Embolo. Vor Keeper Yann Sommer verteidigten Jordan Beyer, Matthias Ginter, Nico Elvedi und Oscar Wendt. Das zentrale Mittelfeld besetzten Denis Zakaria und Jonas Hofmann. Die Dreierreihe davor setzte sich aus Valentino Lazaro, Hannes Wolf und Marcus Thuram zusammen. Im Angriff begann Breel Embolo.

PERSONAL

Kurzfristig fielen Tony Jantschke und Stefan Lainer, beide auf Grund von muskulären Problemen, aus. Zudem fehlten weiterhin Torben Müsel (Aufbautraining) und Famana Quizera (Schulterverletzung).  

HÖHEPUNKTE 1. HÄLFTE

5.: Frühe Führung für Borussia. Upamecano rempelt Embolo an der Grundlinie des Strafraums um. Hofmann verwandelt den fälligen Strafstoß mit etwas Glück im rechten Eck – 0:1.

8.: Doppelchance für RB: Erst klärt Ginter einen Halstenberg-Schuss auf der Linie, Sekunden später ist Sommer gegen Olmo zur Stelle.

19.: Borussia legt nach einem tollen Angriff nach. Zakaria erobert den Ball und leitet sofort weiter auf Hofmann. Der gibt weiter auf die rechte Seite, von wo Lazaro auf den zweiten Pfosten flankt. Dort köpft Embolo in Richtung Tor, Thuram fälscht die Kugel noch mit der Schulter ins lange Eck ab – 0:2.

33.: Gute Möglichkeit für die Sachsen: Olmo legt von der rechten Seite zurück auf Sabitzer, dessen Direktabnahme aus zentraler Position deutlich über den Kasten fliegt.

37.: Sommer muss nach einem Steilpass der Hausherren Kopf und Kragen riskieren: Der Schweizer eilt aus dem Kasten und klärt klasse per Grätsche gegen Kluivert.

40.: Ein Befreiungsschlag von Mukiele landet auf den Füßen von Hofmann, der aber zu überrascht ist und aus spitzem Winkel neben den Kasten abschließt.  

 HÖHEPUNKTE 2. HÄLFTE

51.: Durchatmen bei allen Borussen. Nach einer scharfen Hereingabe von Kluivert drückt Sörloth den Ball über die Linie – allerdings mit Hilfe des Arms, weshalb das Tor zurecht nicht anerkannt wird.

57.: RB verkürzt. Halstenberg hat auf der linken Seite zu viel Platz und gibt den Ball flach ins Zentrum, wo Nkunku aus kurzer Distanz unter die Latte trifft – 1:2.

66.: Leipzig gleicht aus. Poulsen zieht aus 18 Metern flach ab und der Ball schlägt mit Hilfe des linken Innenpfostens im Gladbacher Tor ein – 2:2.

72.: Erst pariert Sommer eine Volleyabnahme von Olmo, den Nachschuss schlenzt Kluivert ein ganzes Stück über das Gehäuse.

77.: Riesentat von Sommer, der einen Freistoß von Forsberg aus dem Eck fischt und mit den Fingerspitzen an den Pfosten lenkt.

90.+3: Das ist bitter! Mit einer der letzten Aktionen des Spiels dreht RB den Spieß komplett um. Nkunku flankt von der linken Seite nach innen, wo Sörloth sich Platz gegen Lazaro verschafft und dann aus zwei Metern einköpft – 3:2.

STATISTIK

Leipzig: Gulacsi – Mukiele, Upamecano, Orban, Halstenberg – Adams, Sabitzer (46. Sörloth), Kluivert (76. Forsberg), Olmo, Nkunku (90.+6 Klostermann) – Poulsen

Borussia: Sommer – Beyer, Ginter, Elvedi (61. Bensebaini) –Lazaro, Wendt (79. Stindl) – Zakaria (79. Plea) – Wolf, Hofmann (61. Neuhaus), Thuram (61. Kramer) – Embolo // Bank: Sippel, Herrmann, Traoré, Reitz

Tore: 0:1 Hofmann (6.), 0:2 Thuram (19.), 1:2 Nkunku (57.), 2:2 Poulsen (66.), 3:2 Sörloth (90.+3)

Gelbe Karten: Sabitzer – Elvedi, Stindl

Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)

Zuschauer: keine

27.02.2021

 

 

"NICHT ZWINGEND GENUG" - STIMMEN ZUM SPIEL 

Wir haben uns nach der 1:2-Niederlage der Fohlen gegen Mainz in beiden Lagern umgehört.

Lars Stindl: Wir haben viel Aufwand betrieben und hatten vor allem in der zweiten Hälfte viel Ballbesitz. Jedoch haben wir es nicht geschafft, gefährlich in den Strafraum zu kommen und unsere Überlegenheit in zwingende Torchancen umzumünzen. Es gab zwar zwei, drei Halbchancen, aber es war offensiv einfach zu wenig und nicht zielstrebig sowie konsequent genug. Wir müssen wieder viel präsenter in der Box sein und zu gefährlichen Abschlüssen kommen, um solche Partien zu gewinnen. Wenn ein Spiel so läuft wie das heute, und wir merken, dass an diesem Tag nicht viel geht, wäre es für unsere Entwicklung wichtig, dann wenigstens einen Punkt mitzunehmen.

Yann Sommer: Es ist eine bittere Niederlage für uns und leider das zweite Heimspiel, das wir nacheinander verloren haben. Die Entscheidung von Marco Rose, uns im Sommer zu verlassen, war sicher nicht der Grund dafür, dass wir das Spiel verloren haben. Es ist schade, dass er geht, aber wir als Mannschaft akzeptieren seine Entscheidung. Wir wollen bis zum Ende der Saison gemeinsam mit ihm erfolgreich sein.  Daher gilt es jetzt für uns, nach vorne zu schauen und die Köpfe nach oben zu nehmen. Wir haben am Mittwochabend in der Champions League ein großes Spiel für uns und da wollen wir eine bessere Leistung zeigen als heute.  

Trainer Marco Rose: In der Summe ist es eine bittere Niederlage für uns – vor allem in einer Situation, in der wir Punkte brauchen. Gleich mit dem ersten Schuss der Mainzer sind wir in Rückstand geraten. Ich denke, dass wir darauf aber gut reagiert haben. Bis kurz vor die Box sind wir immer wieder in Räume gekommen, in die wir reinwollten. Dann haben wir vor der Pause auch noch ein schönes Tor geschossen. Letztlich hatten wir aber nicht die nötige Konsequenz, um Mainz noch weiter hinten reinzudrücken und uns noch mehr Torchancen herauszuspielen. Wir haben wieder zwei Gegentore bekommen und hätten daher schon drei selbst machen müssen, um drei Punkte mitzunehmen. Natürlich sind wir grundsätzlich in der Lage dazu. Uns fehlt momentan aber die Überzeugung und Konsequenz in Richtung letztes Drittel. Ich nehme diese Niederlage auf meine Kappe. Im Zusammenhang mit meiner Person gab es in dieser Woche eine Menge Unruhe. Dennoch hatten wir eine sehr gute Trainingswoche. Die Jungs hatten sich viel vorgenommen für heute. Das Ergebnis spielt uns aber natürlich nicht in die Karten.

Trainer Bo Svensson (FSV Mainz 05): Die erste Halbzeit war nicht gut von uns. Wir waren froh, dass wir mit einem Unentschieden in die Pause gegangen sind. Der zweite Durchgang war ein Tick besser, vor allem gegen den Ball. Wir haben nicht mehr so viel zugelassen und sind selbst ein paar Mal gefährlich geworden. Am Ende hatten wir dann natürlich auch das Quäntchen Glück auf unserer Seite. Fußballerisch können wir noch einige Dinge besser machen, aber letztendlich sind wir einfach sehr glücklich über den Sieg.  

20.02.2021

BORUSSIA MUSS SICH MAINZ GESCHLAGEN GEBEN 

Die Fohlen haben am 22. Bundesliga-Spieltag 1:2 (1:1) gegen den 1. FSV Mainz 05 verloren. Lars Stindl erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich für die Fohlen.

Im 30. Bundesliga-Duell zwischen Borussia und dem FSV Mainz 05 bestimmten die Fohlen zunächst das Geschehen. In Führung gingen jedoch nach zehn Minuten die Gäste durch Karim Onisiwo. Davon unbeeindruckt spielten die Borussen in der Folge weiter nach vorne und belohnten sich dafür nach einer knappen halben Stunde mit dem Ausgleich durch Kapitän Lars Stindl (26.). Nach der Pause behielt die FohlenElf die Zügel in der Hand und schaltete, was das Tempo angeht, sogar noch einen Gang rauf. Weil die Rheinhessen aber sehr konzentriert verteidigten und die Räume für die Fohlen damit sehr eng machten, gelang der Mannschaft von Cheftrainer Marco Rose im zweiten Durchgang kein weiterer Treffer mehr. Stattdessen setzten die Gäste in der Schlussphase den entscheidenden Nadelstich, Kevin Stöger markierte den Treffer zum 1:2 (86.).

AUFSTELLUNG

Cheftrainer Marco Rose schickte gegen Mainz die gleiche Startelf aufs Feld wie beim torlosen Unentschieden in Wolfsburg in der Vorwoche. Vor Keeper Yann Sommer verteidigten demnach erneut Stefan Lainer, Matthias Ginter, Nico Elvedi und Ramy Bensebaini. Die Mittelfeldzentrale bildeten Christoph Kramer und Florian Neuhaus. Davor agierten Valentino Lazaro, Lars Stindl und Jonas Hofmann. Als Sturmspitze lief Alassane Plea auf.

PERSONAL

Marcus Thuram und Denis Zakaria, die in Wolfsburg verletzungsbedingt gefehlt hatten, kehrten anstelle von Michael Lang und Rocco Reitz in den Kader zurück. Somit hatte Borussia keine verletzungsbedingten Ausfälle zu beklagen.

HÖHEPUNKTE 1. HÄLFTE

9.: Mainz gibt in Person von Szalai den ersten echten Torschuss der Partie ab. Sein Versuch aus zentraler Position bereitet Sommer aber keine Probleme.

10.: Die Gäste treffen früh. St. Juste schlägt den Ball von rechts weit nach vorne in die Spitze. Dort zieht Onisiwo an Ginter vorbei, hat dadurch halblinks im Strafraum Platz und zieht ab. Vom rechten Innenpfosten schlägt der Ball im Tor ein – 0:1.

12.: Nach einer Flanke von der linken Seite steigt Plea am Fünfmeterraum zum Kopfball hoch. Zentner hat den Ball zunächst, lässt ihn dann jedoch wieder fallen. Es kommt zum Kontakt mit Hofmann, der sich die Kugel vorlegt und zu Fall kommt. Schiedsrichter Markus Schmidt entscheidet zunächst auf Elfmeter, nimmt diesen aber kurz darauf nach entsprechendem Hinweis des Videoschiedsrichters zurück, weil Hofmann bei Pleas Kopfball im Abseits gestanden hatte.

25.: Szalai kommt aus rund 14 Metern mit rechts zur Direktabnahme, trifft den Ball aber nur mit dem Schienbein. Die Kugel rauscht knapp rechts am Tor von Sommer vorbei.

26.: Borussia gleicht aus! Lazaro setzt sich auf der linken Seite durch und legt dann in den Strafraum auf Hofmann, der den Ball abtropfen lässt für Stindl. Die Direktabnahme des Kapitäns schlägt rechts unten im Tor ein – 1:1.

33.: Nach einem Eckball von rechts köpft Lainer den Ball nur hauchdünn links am Tor vorbei.

38.: Im Anschluss an eine Standardsituation drückt Szalai den Ball aus kurzer Distanz flach ins Tor. Doch die Kugel hatte vor Bells Hereingabe die Außenlinie überschritten – der Treffer zählt nicht.

44.: Elvedi schickt Plea mit einem klugen Ball von der Mittellinie steil. Der Angreifer jagt die Kugel aus spitzem Winkel ans Außennetz.

HÖHEPUNKTE 2. HÄLFTE

50.: Die Fohlen schlagen eine Freistoßflanke in den Strafraum der Gäste, in dem es anschließend zu einem kleinen Getümmel kommt. Doch Zentner kann die Kugel letztlich greifen.

57.: Stindl schlenzt einen Freistoß aus aussichtsreicher Position knapp über die Querlatte.

86.: Mainz geht erneut in Führung. Da Costa kann nach einem Angriff von rechts an den linken Pfosten flanken. Dort will Lainer per Kopf nach rechts klären, doch dort rauscht Stöger heran und trifft per Dropkick aus spitzem Winkel genau ins rechte Eck. Sommer ist nur noch mit den Fingerspitzen dran – 1:2.

90.+3:Burkardt taucht halbrechts frei im Strafraum auf, Sommer wehrt den Schuss aus kurzer Distanz zur Ecke ab.

STATISTIK

Borussia: Sommer – Lainer (90. Embolo), Ginter, Elvedi, Bensebaini – Kramer (46. Zakaria), Neuhaus – Lazaro (82. Wolf), Stindl, Hofmann – Plea (73. Thuram) // Bank: Sippel, Herrmann, Beyer, Wendt, Jantschke, Embolo

Mainz: Zentner – da Costa, St. Juste, Bell (63. Hack), Niakhaté, Mwene – Barreiro (80. Boetius), Kohr, Latza (63. Stöger) – Onisiwo (69. Burkardt), Szalai (69. Glatzel) // Bank: Dahmen, Brosinski, Öztunali, Tauer

Tore: 0:1 Onisiwo (10.),1:1 Stindl (26.), 1:2 Stöger (86.)

Gelbe Karten: Kramer – Kohr

Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)

Zuschauer: keine

20.02.2021

„WIR SIND ZUTIEFST ENTTÄUSCHT“ – STIMMEN ZUM SPIEL 

Nach der 1:2-Niederlage im Derby gegen den 1. FC Köln haben wir Reaktionen von Kapitän Lars Stindl und den beiden Trainern gesammelt.

Lars Stindl: Es ist ärgerlich, dass wir – wie schon am Mittwoch beim Pokalspiel in Stuttgart – wieder einem frühen Rückstand hinterherlaufen mussten. Uns ist zwar der schnelle Ausgleich gelungen, doch direkt nach der Pause haben wir uns das Leben mit dem zweiten Gegentreffer erneut selbst schwer gemacht. Hinten heraus hatten wir deutlich mehr Ballbesitz, hatten auch noch die eine oder andere Halbchance, aber wirklich zwingend sind wir nicht mehr geworden, weil der FC auch sehr gut verteidigt hat. Es waren viele Kleinigkeiten, die wir heute im Verbund nicht gut gemacht haben, deshalb haben wir das Spiel am Ende leider verloren. Wir sind darüber zutiefst enttäuscht, weil wir das Derby unbedingt für unsere Fans gewinnen wollten.

Trainer Marco Rose: Köln hat das Spiel so gespielt und gekämpft, wie man ein Derby spielen muss. Sie waren in den Zweikämpfen galliger und griffiger als wir. Meine Jungs sind 120 Kilometer gelaufen, aber in den entscheidenden Situationen, dort, wo man den Unterschied macht, haben wir heute zu oft das Nachsehen gehabt. Außerdem haben wir zwei Gegentore bekommen, die wir so nicht bekommen dürfen: Das erste haben wir schon wieder nach wenigen Minuten kassiert, als wir eigentlich in klarer Überzahl waren, aber tiefe Laufwege nicht aufgenommen haben. Wir haben dann gut darauf reagiert, vor dem 2:1 haben wir den Kölner den Ball dann aber wieder geschenkt. Anschließend sind wir hinterhergelaufen und haben auch nicht die große Menge an Torabschlüssen gehabt. Am Ende haben wir zwar nochmal richtig Druck gemacht, aber die Leistung hat heute nicht dazu gereicht, um dieses Spiel zu gewinnen. Zur Startelf: Ich kenne die Jungs, das ist der Kader, mit dem wir arbeiten und in den wir Vertrauen haben. Die Jungs haben einen sehr guten Eindruck gemacht im Training. Tony Jantschke zum Beispiel hat ein richtig gutes Spiel gemacht heute und seinen Einsatz mehr als gerechtfertigt. Wir arbeiten viel mit Prinzipien, das heißt, die Jungs wissen, worauf es ankommt im Spiel. Ich glaube, wir haben das Spiel nicht wegen Rotation verloren. Es ging in Teilbereichen um das Thema Haltung, wo Köln uns heute voraus war, und um die Tore, die wir ihnen heute geschenkt haben. Wir waren vor dem Spiel im Großen und Ganzen im Soll. Ein Sieg wäre heute aber schon wichtig gewesen. Den haben wir verpasst. Das bedeutet, dass wir irgendwo wieder Boden gutmachen müssen.

Trainer Markus Gisdol (1. FC Köln): Wir haben am Anfang der Saison zu wenig gepunktet, diesem Start laufen wir immer noch hinterher. Umso wichtiger ist, dass wir jetzt seit ein paar Wochen konstant punkten. Für uns war es sehr wichtig, dass wir ein dominantes Zweikampfverhalten an den Tag legen. Uns war bewusst, dass unser Gegner auf Szenen lauert, in denen wir in Gegenpressing-Situationen hineinlaufen. Das wollten wir unbedingt vermeiden. Unser Motto war: Immer raus aus dem Druck. Das heißt, sofort, wenn es möglich ist, in Umschaltsituationen zu kommen. Das haben wir nicht perfekt, aber sehr gut gemacht. Daher sind wir am Ende auch der verdiente Sieger dieses Spiels.

06.02.2021

KRAMER: „SIND DER MUSIK HINTERHERGELAUFEN“ 

Nach dem bitteren 1:2 im Derby gegen den 1. FC Köln stellte sich Christoph Kramer den Fragen der Medienvertreter. Der Mittelfeldspieler sprach dabei über den Spielverlauf, die Rotation und die Bedeutung der Niederlage.

…den Spielverlauf: Die ganze Zeit über hatten wir im Kopf, dass wir im Derby zuhause gegen den FC Köln unbedingt dreifach punkten müssen, dass wir etwas für die Tabelle tun müssen – was ja auch stimmt. Für den Kopf ist das aber nicht gut. In beiden Halbzeiten sind wir einem frühen, ärgerlichen und vermeidbaren Rückstand hinterhergelaufen. Wir haben Gegentore bekommen, die man so nicht bekommen darf. Darüber müssen wir nicht reden. In diesen Situationen waren wir nicht richtig da. Wir müssen aber immer da sein, das ist ganz wichtig. Danach sind wir hektisch und teilweise unsauber geworden. Das Positionsspiel war dann auch nicht so gut. Wir haben unser Spiel nicht durchgedrückt bekommen und die Zwischenräume nicht mehr gefunden. Unser Plan war sicher nicht, gegen zehn Kölner im Sechzehner Flanken reinzuschlagen. Köln stand dann aber sehr sehr tief und hat es vernünftig verteidigt. Dann sieht es schon mal so aus, wie es aussah mit vielen Flanken und viel Brechstange, was eigentlich gar nicht unser Spiel ist.

…die Rotation: In der Vergangenheit, in den bisher eineinhalb Jahren unter Marco Rose, haben wir immer viel rotiert. Das hat uns immer gutgetan. Dass wir gestern verloren haben, war aber keine Frage der Wechsel. Die Rotation war sicher nicht der Grund für die Niederlage.

…die Rückschlüsse aus dem Spiel: Wenn wir etwas aus diesem Spiel lernen, dann, dass wir jeden Gegner so angehen müssen als wäre es die Champions League. Denn im Vorbeigehen oder auch nur mit einem Tick weniger holt man nichts. Ich möchte aber keinem vorwerfen, dass er diese Einstellung hatte. Vom Spielverlauf ist es für uns diesmal einfach maximal schlecht gelaufen, indem wir zweimal früh anrennen mussten. In beiden Halbzeiten hatte Köln einen psychologischen Vorteil, die Spieler haben sich dann gegenseitig gepusht. Wir waren gefrustet und sind der Musik dann etwas hinterhergelaufen. Es ist auch ganz normal, dass der Gegner in der zweiten Halbzeit lange auf Zeit spielt. Es war insgesamt ein gebrauchter Tag, wir haben das Derby verloren und die drei Punkte hätten uns sehr gutgetan. In der Saison ist es noch lange zu spielen.

…die Bedeutung einer Derby-Niederlage: Das Derby ist kein Spiel wie jedes andere. Das Derby hängen wir hoch, wir haben es aber diesmal leider verloren. Und das tut uns allen sehr weh. Natürlich ist es nicht schön, die Kölner bei uns im Stadion feiern und mit der Eckfahne jubeln zu sehen. Aber so ist Fußball manchmal. Im Hinspiel haben wir in Köln mit der Eckfahne gejubelt.

 …die Gerüchte um Trainer Marco Rose: In jeder Saison gibt es Spieler, die im Sommer eine ungewisse Zukunft vor sich haben. Jetzt ist es mal der Trainer. Das ist ‚Business as usual‘. In der Mannschaft ist das gar kein Thema. Uns stehen ganz spannende Aufgaben bevor. Da beschäftigen wir uns nicht damit, was im Sommer mit Spielern, Trainern oder dem Sportdirektor ist. Das ist alles Zukunftsmusik und interessiert uns im Hier und Jetzt nicht.

07.02.2021

EINE SCHMERZHAFTE ERFAHRUNG 

Der Tag danach: Eine sehr bittere Niederlage, zwei vermeidbare Gegentore und eine vorsichtige Entwarnung – alles Wichtige zum 1:2 (1:1) der Fohlen im Bundesliga-Derby gegen den 1. FC Köln.

Die Geschichte des Spiels

Im 92. Bundesliga-Derby zwischen Borussia und dem 1. FC Köln wurden die Fohlen gleich eiskalt erwischt: Nur 135 Sekunden nach dem Anpfiff im BORUSSIA-PARK schlug der Ball im Tor von VfL-Keeper Yann Sommer ein, nachdem Kölns Ondrej Duda auf Elvis Rexhbecaj durchgesteckt hatte und dieser frei zum Abschluss kam. „Leider sind wir gar nicht gut reingekommen in das Spiel. Auf den Rückstand haben wir aber ordentlich reagiert“, sagte Cheftrainer Marco Rose. Seine Mannschaft behielt trotz des frühen 0:1 die Ruhe und erarbeitete sich die ersten eigenen Möglichkeiten. Nach einer guten Viertelstunde verwertete Florian Neuhaus einen Querpass von Lars Stindl und zog von der Strafraumkante ab – und nachdem sowohl Salih Özcan als auch Jorge Meré die Kugel noch touchiert hatten, schlug sie unhaltbar für Timo Horn im Kasten der Gäste ein (16.). Im weiteren Verlauf des ersten Durchgangs entwickelte sich ein nickliges Duell, in dem Strafraumszenen weitgehend ausblieben.  

Nach der Pause versuchten die Fohlen, das Spiel an sich zu reißen, blieben offensiv aber wirkungslos. Auf der anderen Seite nutzte Rexhbecaj ein missglücktes Zuspiel von Stefan Lainer auf Höhe des Sechzehners eiskalt aus. Der Kölner fing den Ball ab und schloss alleine vor Sommer aus spitzem Winkel zur erneuten Führung für die Gäste ab (55.). „Das Tor nach der Pause haben wir ebenfalls einfach hergeschenkt. Unter dem Strich haben wir zwei Gegentore bekommen, die wir so nicht hätten bekommen dürfen“, monierte Rose. „Anschließend sind wir hinterhergelaufen.“ Zwar erhöhten die Borussen in der Folge nochmal den Druck, kamen jedoch nicht mehr zu einem weiteren Treffer. „Letztlich haben wir auch nicht mehr die große Menge an Torabschlüssen gehabt, weil wir die einfachen tiefen Läufe nicht aufgenommen haben“, sagte Rose. „Köln hat das Spiel so gespielt und gekämpft, wie man ein Derby spielen muss. Der Gegner war in den Zweikämpfen galliger und griffiger als wir. Grundsätzlich haben wir das Spiel verloren und dementsprechend nicht die Leistung gebracht, die wir uns wünschen. Die Niederlage ist für uns sehr bitter, denn wir wissen auch, dass das Derby unseren Fans eine Menge bedeutet.“

Das Medienecho

Rheinische Post: Nach drei Derbysiegen in Folge hat Marco Rose mit Borussia seine erste Niederlage gegen den 1. FC Köln erlitten. Der Trainer vermisste bei seiner Mannschaft die entscheidenden Zutaten für solch ein wichtiges Spiel.“

GladbachLive: „Plötzlich ist doch Karneval in Köln! Gladbach verdaddelte am Samstagabend im Topspiel das Prestige-Duell gegen den 1. FC Köln. Erste Niederlage für den VfL im neuen Jahr. Die Fohlen gehen im 92. Bundesliga-Derby gegen den Rheinland-Rivalen mit 1:2 baden.“

WAZ: „Für die Gladbacher bedeutete das Ergebnis (.) einen herben Dämpfer im Kampf um einen Champions-League-Platz. Sie belegen in der Bundesliga-Tabelle weiterhin Rang sieben − und befinden sich damit sogar außerhalb der Europapokalränge.“

Die Zahlen des Spiels

291 und 230: Sowohl Patrick Herrmann als auch Tony Jantschke standen im Derby gegen den 1. FC Köln in der Startelf der Fohlen. Und beide erreichten mit ihrem Einsatz eine neue Marke in Borussias Rekordspieler-Liste. Für Herrmann war es bereits das 291. Bundesliga-Spiel für den VfL. Damit hat der 29-Jährige die 2019 verstorbene Borussia-Legende Hans-Jörg Criens (290 Bundesligaspiele für den VfL) überholt und belegt nun den alleinigen siebten Platz hinter Wolfgang Kleff (321). Jantschke machte am Samstagabend sein 230. Bundesligaspiel für Borussia und holte damit Günter Netzer ein. Nur noch ein Einsatz fehlt Jantschke, um mit Borussia Vizepräsident Rainer Bonhof (231) gleichzuziehen. In Oscar Wendt (236, 16.) und Yann Sommer (217, 23.) befinden sich darüber hinaus zwei weitere Spieler des aktuellen Kaders der Fohlen in der Top-25 der Bundesliga-Rekordspieler-Liste des VfL.  

Das Personal

Schrecksekunde für die Borussen in der 48. Minute: Denis Zakaria saß auf dem Rasen, griff sich ans Knie und gab zur Bank das Signal, dass es für ihn nicht mehr weitergehen würde. In der ersten Hälfte hatte Neuhaus ihn nach einem Zweikampf mit einem Kölner unglücklich mit dem Stollen an besagtem Knie erwischt. Zakaria konnte danach zunächst weiterspielen – aber eben nur bis zur 48. Minute. „Denis hat einen Schlag aufs Knie bekommen – ich kann aber insofern schon Entwarnung geben als dass es sich dabei nicht um das operierte Knie handelt. Man sieht auch eine Fleischwunde. Ich denke, dass es eine starke Prellung ist. Aber wir müssen in den nächsten Tagen sehen, wie sich das entwickelt.“ Rose gab also vorsichtige Entwarnung für Zakaria, der im März 2020 im Heimspiel gegen Borussia Dortmund bereits mit Sommer unglücklich zusammengestoßen war. Der Mittelfeldspieler musste damals anschließend sogar am linken Knie operiert werden und fehlte Borussia daraufhin mehr als acht Monate. Valentino Lazaro, der seit Anfang Januar aufgrund einer muskulären Verletzung gefehlt hatte, stand gegen Köln indes erstmals wieder im Kader der Fohlen.

Die Tabellensituation

Das 1:2 gegen Köln ist für die Fohlen die erste Niederlage im Kalenderjahr 2021 sowie die erste Niederlage nach zuvor acht ungeschlagenen Pflichtspielen in Serie. Borussia hat demnach weiterhin 32 Punkte auf dem Konto und belegt damit in der Bundesliga weiterhin den siebten Tabellenplatz. „Wir waren vor dem Spiel im Großen und Ganzen im Soll. Ein Sieg gegen Köln wäre aber schon wichtig gewesen. Den haben wir verpasst. Das bedeutet, dass wir irgendwo wieder Boden gutmachen müssen“, so Rose. Der BVB, der am Samstagnachmittag 1:2 beim SC Freiburg verloren hatte, rangiert weiterhin punktgleich vor dem VfL auf dem sechsten Platz. Eintracht Frankfurt belegt aktuell mit 33 Zählern den fünften Rang, kann mit einem Sieg heute Nachmittag bei der TSG Hoffenheim (22 Punkte, 12. Platz) aber sogar noch an Bayer Leverkusen (35, 4.) vorbeiziehen, das gestern 5:2 gegen Stuttgart gewann. Hinter Borussia lauern der SC Freiburg (30., 8. Platz) und der 1. FC Union Berlin (29, 9.).

Der Ausblick

Am heutigen Sonntag versammelte Trainer Marco Rose seine Mannschaft zum Auslaufen beziehungsweise Spielersatztraining im BORUSSIA-PARK um sich. Die nächsten zwei Tage haben die Fohlen frei. Die Vorbereitung auf das Auswärtsspiel am Sonntag (18:00 Uhr) beim VfL Wolfsburg nimmt die FohlenElf somit am kommenden Mittwoch auf. Nach jeweils einer Einheit am Donnerstag und Freitag steigt am Samstag das Abschlusstraining.

07.02.2021

Borussia Mönchengladbach bleibt auch im sechsten Spiel im Jahr 2021 ohne Niederlage. Trotzdem werteten die Beteiligten das 1:1 bei Union Berlin eher als Rückschlag im Kampf um die Champions-League-Qualifikation.

Florian Neuhaus knallte den Ball wuchtig durch die Luft, als der Schlusspfiff ertönte. Ein kurzer Frustausbruch über das 1:1 an der Alten Försterei und Ausdruck der Enttäuschung über das Unentschieden. In Berlin blieben die Borussen zwar auch im sechsten Spiel des Jahres 2021 unbesiegt und holten 14 von 18 möglichen Punkten. Doch Zufriedenheit wollte im Fohlen-Lager nicht so recht aufkommen. Der angepeilte Sprung nach oben in der Tabelle wurde verpasst. So antwortete Nico Elvedi bei Sky auf die Frage, ob das Remis einen Rückschlag im Kampf um die Champions-League-Plätze bedeute: "Ja, schon ein bisschen. Wir hatten uns mehr vorgestellt." Verteidiger-Kollege Matthias Ginter sagte: "Wir wollten diese drei Punkte unbedingt holen, deshalb bin ich schon ein wenig enttäuscht über das Ergebnis."

 

Wie erwartet kein Chancenfestival

Marco Rose hatte vor der Begegnung gewarnt, dass gegen Union kein Chancenfestival zu erwarten sei. Genau so kam es, die Borussen taten sich schwer, ihre PS in der Offensive auf den Platz zu bringen. Der schöne Treffer von Alassane Plea zum 1:1, Schussversuche von Stefan Lainer und Marcus Thuram -- das war es im Grunde schon mit gefährlichen Abschlussaktionen. Rose lobte die "sehr gute Organisation" auf Seiten der Eisernen, "selbst wenn man gegen Union gewinnt, wird man am Ende immer von einem Arbeitssieg reden. Weil die Berliner einfach wenig Klares zulassen." Bei seiner Elf "war vielleicht das Balltempo nicht hoch genug, um noch mehr Lücken zu bekommen", befand der VfL-Coach. "Wir hätten das Spiel schon gerne gewonnen und haben hinten heraus auch alles probiert. In der Summe war es aber ein gerechtes Unentschieden."

ALLES PROBIERT, EINEN ZÄHLER GEWONNEN

Der Tag danach: Die erwartet intensive Partie, Jubiläum für Christoph Kramer und die erste intensive Phase der Rückrunde vor der Brust – alles Wichtige zum 1:1 der FohlenElf bei Union Berlin.

Die Geschichte des Spiels

„Es war ein typisches Union Berlin-Spiel – genau so, wie wir es erwartet haben“, fasste Borussias Cheftrainer Marco Rose die Partie nach dem Abpfiff zusammen. Die Hausherren verteidigten sehr kompakt mit großer Intensität und ließen die Fohlen dadurch nur selten zur Entfaltung kommen. „Wir haben gegen einen sehr gut organisierten Gegner gespielt. Es war daher sehr schwer für uns, Chancen herauszuspielen“, sagte Rose. Zwar war seine Mannschaft im ersten Durchgang weitgehend spielbestimmend, zwingende Gelegenheiten blieben aber hüben wie drüben aus. „Wir hatten die Partie eigentlich ganz gut im Griff. Unser Tempo mit Ball war allerdings nicht hoch genug, um noch mehr Lücken zu finden und richtig gefährlich zu werden“, sagte Rose. Auf der Gegenseite nutzte Union einen Freistoß, um durch Robin Knoche etwas überraschend in Führung zu gehen. Die Borussen ließen sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen und schlugen nach dem Wechsel durch Alassane Plea zurück. In der Folge waren beide Mannschaften um Angriffsaktionen bemüht, doch die Defensivreihen ließen kaum noch etwas zu. „Hinten heraus haben wir noch einmal alles probiert, denn wir hätten das Spiel schon gerne gewonnen. In der Summe war es ein gerechtes Unentschieden“, bilanzierte Rose.

Das Medienecho

Kicker: „Borussia ist auch nach dem sechsten Spiel im Jahr 2021 noch ungeschlagen. Aufgrund einer starken Defensivleistung boten sich auf beiden Seiten nur wenige Hochkaräter, Union Berlin und Borussia Mönchengladbach wussten jedoch einmal eiskalt zuzuschlagen.“

Rheinische Post: „Borussia kassiert wie beim 0:1-Hinspiel auch am Samstag in Berlin ein Kopfball-Gegentor nach Standard. Doch dieses Mal schafft Stürmer Alassane Plea noch den Ausgleich. Gladbach bleibt damit im Jahr 2021 unbesiegt.“

GladbachLive: „Es bleibt dabei! Gladbach kann im Stadion Alte Försterei nicht gewinnen. Die Fohlen-Elf ließ beim mageren 1:1 bei Union Berlin zwei wichtige Punkte im Kampf um die Champions-League-Plätze liegen, bleiben jedoch im Jahr 2021 weiter ungeschlagen.“

Der Spieler des Spiels

Alassane Plea:In der Gruppenphase der Champions League erwies sich der Franzose gewohnt treffsicher, traf in sechs Spielen gleich fünfmal. In der Bundesliga hingegen wartete Plea schon seit fast zwei Monaten auf einen persönlichen Torerfolg. Letztmals hatte er Anfang Dezember beim 2:2 in Freiburg getroffen. Danach warfen ihn immer wieder kleinere Verletzungen aus der Bahn. Nun ist Plea aber wieder ganz der Alte – das stellte er in Berlin mit dem Ausgleichstor eindrucksvoll unter Beweis. Nach einem Zuspiel von Jonas Hofmann schlenzte er den Ball von der Strafraumgrenze unhaltbar ins rechte untere Eck. „Wir kennen Lassos Stärken. Das hat er wunderbar gemacht“, sagte Rose. In der FohlenApp votierten 49 Prozent aller User für Plea und kürten den Angreifer damit mit großem Abstand zum Spieler des Spiels.

Die Zahl des Spiels

200: Jubiläum für Christoph Kramer: Der Mittelfeldspieler absolvierte gestern in Berlin sein 200. Bundesligaspiel. Den Großteil davon – nämlich 172 – bestritt er für die Fohlen, hinzu kommen 28 Partien für Bayer Leverkusen. In dieser Saison ist der 29-Jährige nahezu unverzichtbar, verpasste lediglich eine der bisherigen 19 Bundesligapartien. „Chris hat in dieser Spielzeit nochmal draufgepackt und mit dem Beginn der Champions League einen Schub bekommen“, lobt Rose. „Mir ist vor allem in dem Spiel bei Inter Mailand in Erinnerung. Wie er dort vorangegangen und fast 13 Kilometer gelaufen ist, um Passwege zu schließen, andere zu unterstützen und unser Spiel anzukurbeln, war wirklich beachtlich.“

Die Randnotiz des Spiels

Patrick Herrmann hat die nächste Bestmarke geknackt. Mit 153 Auswechslungen hält er ohnehin schon einen Bundesliga-Rekord. Kein anderer Profi musste in der Historie häufiger vorzeitig den Platz verlassen als der Flügelflitzer. Gestern kam Herrmann in der zweiten Minute der Nachspielzeit für Hannes Wolf in die Partie – für den 29-Jährigen war es die 100. Einwechslung im Oberhaus. Damit ist er erst der zweite Bundesligaspieler, der in beiden Kategorien auf eine dreistellige Zahl kommt. Einzig der frühere Bayern-Spieler Mehmet Scholl kommt mit 123 Ein- und 114 Auswechslungen auf einen noch höheren Wert. Herrmann steht bei insgesamt 289 Einsätzen aktuell bei 100 Einwechslungen und 153 Auswechslungen. Den Einwechsel-Rekord von Scholl kann er also in Zukunft noch mühelos knacken.

Die Tabellensituation

Im Kampf um die Europapokalplätze geht es weiter extrem eng zu. RB Leipzig (2./38 Punkte) hat die Lücke zu seinen Verfolgern durch den 1:0-Sieg gegen Bayer Leverkusen ein wenig vergrößert. Dahinter trennen die Mannschaften von Platz drei bis acht lediglich einen Zähler. Eintracht Frankfurt (33) kletterte auf Rang drei. Es folgen Bayer Leverkusen (4.), Borussia Dortmund (5.), der VfL Wolfsburg (6.) und die Fohlen (7.), die allesamt 32 Zähler auf dem Konto haben. Für Borussia war das 1:1 bei Union Berlin das achte Unentschieden im 19. Saisonspiel. Anders als bei vielen Remis zuvor konnte Trainer Rose aber gestern gut damit leben: „In der Vergangenheit gab es Unentschieden wie das 1:1 im Hinspiel, das 1:1 gegen Wolfsburg oder das 1:1 gegen Hertha, die mich genervt haben. Gestern haben wir nach einem Rückstand noch einen Punkt bei einem starken Union Berlin geholt. Das ist völlig in Ordnung.“

Der Ausblick

Für die Fohlen stehen die ersten Englischen Wochen der Rückrunde bevor. Im Februar warten sechs Pflichtspiele binnen knapp vier Wochen auf sie. Das war auch ein Grund, wieso Lars Stindl und Florian Neuhaus gestern zunächst auf der Bank saßen. „Zum einen wollten wir mit einer Doppelspitze spielen, zum anderen steigen wir jetzt in eine intensive Phase ein. Deswegen werden alle ihre Pausen bekommen“, sagte Rose. Bevor am kommenden Samstagabend (18:30 Uhr) in der Bundesliga das Derby gegen den 1. FC Köln wartet, steht zunächst am Mittwochabend (20:45 Uhr) das DFB-Pokal-Achtelfinale beim VfB Stuttgart an. „Wir werden dort alles dransetzen, um eine Runde weiterzukommen“, so Rose.

31.01.2021

"DER NÄCHSTE SCHRITT IN UNSERER ENTWICKLUNG" - STIMMEN ZUM SPIEL 

Nach dem 4:2-Sieg der FohlenElf gegen den BVB haben wir Reaktionen in beiden Lagern gesammelt.

Lars Stindl: Wir sind super ins Spiel gekommen, haben direkt nach 40 Sekunden getroffen – und das genau auf die Art und Weise wie wir das wollten. Das frühe Tor wurde dann unglücklicherweise aberkannt, aber wir haben direkt weitergemacht und gleich noch einen Treffer erzielt. Nach dem 1:1 kam dann ein Bruch in unser Spiel, da haben es die Dortmunder offensiv aber auch sehr gut gemacht. Zum Ende der ersten Hälfte haben wir uns wieder besser auf das Spiel eingestellt, haben mehr Zugriff bekommen und Nadelstiche gesetzt. Nach der Pause waren wir sofort präsent. Nach dem 3:2 haben wir dann sehr gut verteidigt und das Spiel letztlich verdient gewonnen. Dass wir es geschafft haben, noch das 4:2 nachzulegen, war vielleicht der nächste Schritt in unserer Entwicklung.

Florian Neuhaus: Es war ein extrem wichtiges Spiel für uns. Wir wussten, dass wir mit einem Sieg in der Tabelle Boden gut machen können. Ich glaube, man hat unserer Leistung auch angesehen, dass wir alle wussten, worum es geht. Ich bin sehr glücklich, dass wir das Spiel gewonnen haben. Mein Tor in der ersten Minute hätte es vielleicht noch leichter gemacht. Ich verstehe auch nicht ganz, wieso der VAR da wieder eingegriffen hat. Mir hat der Schiedsrichter gesagt, dass er klare Sicht auf die Aktion hatte, und es für ihn kein Foul war. Zum Glück müssen wir uns diesmal nicht darüber ärgern, weil wir das Spiel am Ende verdient gewonnen haben.

Trainer Marco Rose: Wir sind mit dem Ergebnis sehr glücklich, aber es war von beiden Mannschaften ein sehr gutes Spiel. Wir sind sehr gut reingekommen, aber auch Dortmund hat zwei schöne Tore gut herausgespielt. Danach haben wir gemerkt, dass wir mit der Herangehensweise, die wir gewählt haben, nicht mehr zurecht kommen. Daraufhin haben wir umgestellt und hatten wieder mehr Kontrolle. Wichtig war vor allem das 2:2 noch vor der Pause. Nach dem Seitenwechsel haben wir dann auch in den richtigen Momenten die Tore gemacht. Dortmund hat uns dann nochmal unter Druck gesetzt, aber das haben wir fleißig und gut verteidigt. Das war insgesamt eine tolle Leistung der Mannschaft. Auch die Wechselspieler haben nochmal alles reingeworfen. Das war ein sehr guter Abschluss einer intensiven Woche.

Trainer Edin Terzic (Borussia Dortmund): Ich finde, wir haben zu viele Rückschläge hinnehmen müssen. Wir haben es dann nicht mehr hinbekommen, auf jeden Rückschlag zu reagieren. Sobald der Ball im Spiel war, war es eine sehr intensive Partie. Zudem mussten wir viel mehr investieren als der Gegner, um ein Tor zu erzielen. Gladbach ist von Anfang an über Standards gefährlich geworden, auch wenn wir ebenfalls über Standard-Situationen die eine oder andere Chance hatten. Dennoch sind wir bitter enttäuscht, dass wir immer wieder ins Hintertreffen geraten sind. Am Ende ist es, wenn man vier Gegentreffer kassiert, natürlich schwer hier noch etwas mitzunehmen.

22.01.2021

TORFESTIVAL IM BORUSSEN-DUELL: FOHLEN BESIEGEN DORTMUND 4:2 

Am 18. Bundesliga-Spieltag haben die Fohlen einen 4:2 (2:2)-Sieg gegen Borussia Dortmund eingefahren. Nico Elvedi traf doppelt, zudem erzielten Ramy Bensebaini und Marcus Thuram die Tore.

Die Fohlen starteten überragend in das Spiel, in dessen Anfangsphase gleich zweimal der Ball im Netz zappelte. Doch nur einmal zählte der Treffer. Zunächst war ein Schlenzer von Florian Neuhaus wegen eines vorhergegangenen Fouls aberkannt worden (1.), dann aber brachte Nico Elvedi die Fohlen in Front (11.). Die Freude währte nicht lange, Erling Haaland schlug per Doppelschlag innerhalb von nur sechs Minuten (22., 28.) zurück. Borussia ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen und glich umgehend durch Elvedi (32.) aus. Nach dem Seitenwechsel war die FohlenElf sofort präsent, Ramy Bensebaini brachte sie erneut in Führung (50.). Der BVB versuchte danach Druck zu erzeugen, aber eine stabile Gladbacher Abwehr und ein glänzend aufgelegter Sommer ließen keinen weiteren Gegentreffer zu. Im Gegenteil: Der eingewechselte Thuram erhöhte sogar noch auf 4:2 (78.) – damit bleibt der VfL in 2021 weiter ungeschlagen.

AUFSTELLUNG

Im Vergleich zum Bremen-Spiel (1:0) nahm Cheftrainer Marco Rose drei Veränderungen in seiner Startformation vor. Statt Oscar Wendt, Patrick Herrmann und Hannes Wolf rückten Ramy Bensebaini, Denis Zakaria und Lars Stindl in die erste Elf. Vor Keeper Yann Sommer verteidigten Stefan Lainer, Matthias Ginter, Nico Elvedi und Ramy Bensebaini. Die Mittelfeldzentrale bildeten Christoph Kramer und Denis Zakaria. Davor spielten Florian Neuhaus, Lars Stindl und Jonas Hofmann. Als einzige Spitze lief Alassane Plea auf.

PERSONAL

Marcus Thuram kehrte nach seiner Sperre zurück in den Kader der FohlenElf. Verzichten musste Borussia lediglich auf die verletzten Valentino Lazaro und Rocco Reitz.

HÖHEPUNKTE 1. HÄLFTE

1.: Nach gerade mal 43 Sekunden zappelt der Ball im Netz. Neuhaus schlenzt den Ball, noch abgefälscht von Hummels, ins Netz. Doch zu früh gefreut – der Videoschiedsrichter greift ein – bei der Vorarbeit hatte Hofmann Gegenspieler Bellingham an der Strafraumkante unfair vom Ball getrennt.  

7.: Diesmal setzt Neuhaus Hofmann in Szene, der sich dreht und aus rund 18 Metern den Abschluss sucht. BVB-Keeper Bürki klärt zur Ecke.

11.: Hofmann tritt einen Freistoß von halbrechter Position hoch in die Mitte. Dort steht Elvedi völlig frei und köpft den Ball ins Netz. Wieder überprüft der VAR den Treffer, diesmal wegen vermeintlichen Abseits, aber der Treffer zählt– 1:0.

22.: Sancho spielt die Kugel in die Zwischenräume auf den durchgestarteten Haaland. Der Norweger chippt das Leder ins lange Eck -1:1.

26.: Zuerst prüft Akanji Sommer, dann probiert es Can und visiert das rechte obere Eck an. Aber Stindl wirft sich dazwischen und klärt die Kugel mit dem Kopf auf der Linie. Vom Innenpfosten geht der Ball dann aus der Gladbacher Gefahrenzone.

28.: Die Dortmunder kombinieren sich den Strafraum der Fohlen. Dort bedient Sancho Haaland. Der trifft flach aus kurzer Distanz ins linke Eck – 1:2.

32.: Der schnelle Ausgleich! Stindl schießt einen Freistoß flach an der Mauer vorbei, Bürki lässt die Kugel nach vorne abprallen. Dort ist erneut Elvedi zur Stelle und staubt ab – 2:2.

36.: Klasse Tat von Sommer! Ein Eckball von Sancho landet bei Hummels, dessen Kopfball der Fohlen-Keeper noch über den Querbalken lenken kann.

39.: Reus schiebt den Ball raus auf den freistehenden Sancho, dessen Schuss nur knapp links am Pfosten vorbeirauscht.

HÖHEPUNKTE 2. HÄLFTE

50.: Was ein Blitzstart! Neuhaus spielt die Kugel raus auf Bensebaini, der Brandt aussteigen lässt und die Kugel mit rechts ins lange Eck schlenzt – 3:2.

54.: Hofmann zündet den Turbo und bedient Plea. Der kommt zwar zum Abschluss, wird aber von Bellingham entscheidend gestört, sodass der Ball Zentimeter am Tor vorbeigeht.

75.: Guerreiro zieht im Strafraum ab, doch Sommer taucht ab und wehrt die Kugel zur Seite ab.

79.: Die Fohlen treffen erneut nach einem Standard! Thuram steigt nach einem Eckball von Neuhaus am höchsten und köpft die Kugel unter die Latte – 4:2.

83.: Zakaria spielt den Ball tief zu Embolo. Der Schweizer läuft alleine auf Bürki zu, scheitert aber an dem Dortmunder Keeper.

STATISTIK

Mönchengladbach: Sommer - Lainer, Ginter, Elvedi, Bensebaini - Kramer, Zakaria (84. Herrmann) - Neuhaus, Stindl (71. Wolf), Hofmann (65. Thuram) – Plea (71. Embolo) // Bank: Sippel, Beyer, Wendt, Bénes, Jantschke

Dortmund: Bürki – Morey (88. St. Tigges), Akanji, Hummels, Guerreiro – Bellingham (80. Moukoko), Can - Sancho, Reus (71. Reyna), Brandt - Haaland

Tore: 1:0 Elvedi (11.), 1:1 Haaland (22.), 1:2 Haaland (28.), 2:2 Elvedi (32.), 3:2 Bensebaini (50.), 4:2 Thuram (78.)